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„Seid’s keine Trot­teln“ und „kein leicht­fer­ti­ger Umgang mit ande­ren Kulturen.“

Andre Hel­ler und Erwin Pröll neh­men bei NÖ-Kul­tur­gala Bezug auf öster­rei­chi­sche Prä­si­den­ten­wahl und das Thema Migration.

(St. Pöl­ten ; Video/​Text) Im Rah­men der dies­jährigen Kul­tur­gala des Lan­des Nie­der­ös­ter­reich nah­men Gast­red­ner Andre Hel­ler und Lan­des­haupt­mann Erwin Pröll mehr­fach Bezug auf die kom­mende öster­rei­chi­sche Prä­si­den­ten­wahl, auf die Kon­fron­ta­tion mit ande­ren Kul­tu­ren sowie auf die nötige Frei­heit der Kunst — und ern­ten minu­ten­lan­gen Applaus.
Meh­rere Preis­trä­ger der Gala zeig­ten sich eco­nomy gegen­über „posi­tiv über­rascht mit wel­cher Klar­heit Lan­des­haupt­mann Erwin Pröll hier Posi­tion bezo­gen hat“. Hoch­ran­gige Ver­tre­ter der NÖ-Kul­tur­po­li­tik und NÖ-Muse­ums­ma­na­ger wie­sen in die­sem Zusam­men­hang „auf die inter­na­tio­nale Bedeu­tung für den Tou­ris­mus hin“ und beton­ten zudem „die glo­bale Ver­net­zung des Kul­tur- und Kunst­be­triebs und seine Wir­kung auf das Image eines Landes“.
Auch von eco­nomy befragte Unter­neh­mens­len­ker aus NÖ-Wirt­schaft lob­ten die deut­li­chen Aus­sa­gen Prölls und erklär­ten diese mit „der wich­ti­gen stand­ort­po­li­ti­schen Bedeu­tung der kom­men­den Bun­des­prä­si­den­ten­wahl im inter­na­tio­na­len Kon­text“. Mana­ger aus For­schung und Wis­sen­schaft unter­stri­chen dabei auch „die Signal­wir­kung im Wett­be­werb der Anspra­che inter­na­tio­na­ler Stu­den­ten und Doktoranden.“

Das Glas­auge in der Suppe und ein Gou­ver­neur mit Kul­tur als per­sön­li­cher Priorität
Andre Hel­ler spannte als Gast­red­ner einen Bogen vom „Glas­auge des Man­nes mei­ner Groß­mutter“, was die­ser „zur För­de­rung von Empö­rungs­an­fäl­len sei­ner gla­mou­rö­sen Gat­tin des öfte­ren in die Suppe fal­len ließ“ über „die Gegen­wart, die bei Geist und Her­zen an äußerst poli­ti­schen Bil­dungs­ka­ta­stro­phen labo­riert“ und „den her­ab­las­send ver­teu­fel­ten Bewer­tun­gen im Kul­tur- und Kom­men­ta­to­ren­be­trieb“ bis hin zu „Künst­lern, die sich Tri­um­phe wün­schen“ und sich „gleich­zei­tig freuen über Zurück­wei­sun­gen und Schwie­rig­kei­ten der Konkurrenz“.
Hel­ler sparte auch nicht mit Kri­tik an den Kunst­kri­ti­kern : „Viele soge­nannte Kunst­kri­ti­ken haben durch­aus, nur auf sprach­lich bes­se­ren Niveau, die Ener­gie von FPÖ-nahen Hass­pos­tings.“ Im Gegen­zug aber auch Lob : „Es ist eine Gnade auf einem Fle­cken Erde leben zu dür­fen, wo der Staat die viel­fäl­tigs­ten künst­le­ri­schen Unter­neh­mun­gen för­dert“ und „wo in der Haupt­stadt einer Pro­vinz mit einem Gou­ver­neur, der, bei allem wor­über man mit ihm strei­ten kann und soll, Kul­tur zu sei­nen per­sön­li­chen Prio­ri­tä­ten zählt und tat­säch­lich opu­lent gemäß die­ser Über­zeu­gung handelt.“
Am Ende sei­ner Rede schloss Hel­ler : „Die­ses in Vie­lem pri­vi­le­gierte Land sollte und könnte in jeder Hin­sicht ein Labo­ra­to­rium für Gelun­ge­nes, für höchste Qua­li­tät, für Soli­da­ri­tät und Hei­lung sein. Las­sen Sie uns daher die Mie­sel­sucht und Grob­heit, die zuneh­mende Ver­ach­tung der Men­schen­rechte, die oft eupho­ri­sche Unfä­hig­keit Leh­ren aus unse­rer blu­ti­gen Geschichte zu zie­hen, die Abschot­tungs­woll­lust und Ver­ach­tungs­ma­nie, die wesent­li­che Teile unse­res Wahl­vol­kes kenn­zeich­net, in klare Schran­ken wei­sen.“ Hel­ler final : „Gestat­ten Sie mir noch ein­mal in die­sem Zusam­men­hang an den 4. Dezem­ber zu erin­nern : Freunde, ich bitte Euch höf­lichst, seid’s keine Trot­teln.“ Minu­ten­lan­ger Applaus.

„Krea­ti­vi­tät ist wich­ti­ger als Wissen.“
Bei der NÖ-Kul­tur­gala wur­den wie­derum zahl­rei­che Kunst- und Kul­tur­prä­mie­run­gen über­reicht (siehe eco­nomy-Bericht „Kul­tu­relle Juwe­len und Jubi­läen“). Lan­des­haupt­mann Erwin Pröll zeich­nete als ver­ant­wort­li­cher Kul­tur­re­fe­rent Preis­trä­ger in acht Kate­go­rien aus und betonte dabei : „Krea­ti­vi­tät ist wich­ti­ger als Wis­sen, je krea­ti­ver die­ses Land wird, desto zukunfts­träch­ti­ger ist die­ses Land.”
Pröll wei­ter : „Tief ver­wur­zelt zu sein, ist die Vor­aus­set­zung um welt­of­fen nach vorne gehen zu kön­nen. Das ist gerade in Zei­ten wie die­sen sehr, sehr wich­tig, wo wir kon­fron­tiert sind mit ande­ren Kul­tu­ren, und wo ich den Ein­druck habe, dass man allzu leicht­fer­tig mit ande­ren Kul­tu­ren umgeht.“ Und : „Für die kul­tur­po­li­ti­sche Arbeit einer Region ist es Grund­satz stän­dig dar­auf zu schauen, dass die Kunst ihre Frei­heit behält“ und zudem „es nie zuzu­las­sen, dass die Poli­tik die Kul­tur diktiert.“

Autor: red/czaak
08.11.2016

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