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© Anta Bucevic/Bristol University

Sichere Kom­mu­ni­ka­tion mit­tels Quantentechnologie

For­scher der Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten ent­wi­ckeln mit Kol­le­gen aus Bris­tol und Zagreb ein neues quan­ten­ver­schlüs­sel­tes Netz­werk. Eine zen­trale Netz­ar­chi­tek­tur auf Pho­to­nen­ba­sis ermög­licht siche­ren Nach­rich­ten­ver­kehr mit unter­schied­li­chen For­ma­ten und redu­ziert zudem Kosten. 

Quan­ten­tech­no­lo­gie soll in Zukunft abso­lut abhör­si­chere Kom­mu­ni­ka­tion ermög­li­chen. Das funk­tio­niert mit­tels ver­schränk­ter Pho­to­nen­paare zwi­schen den Par­teien, die Nach­rich­ten aus­tau­schen möch­ten und damit lässt sich ein siche­rer, nicht „knack­ba­rer“ Schlüs­sel gene­rie­ren. Der­ar­tige Punkt­ver­bin­dun­gen wer­den heute bereits genutzt, bei der Ver­knüp­fung meh­re­rer Kom­mu­ni­ka­ti­ons­part­ner braucht es jedoch teu­ren Auf­wand bei der Hard­ware. For­scher aus Bris­tol (GB), Zagreb (HR) und der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten (ÖAW) haben nun ein Quan­ten­ver­schlüs­se­lungs­netz­werk mit einer zen­tra­li­sier­ten Archi­tek­tur gebaut, das weit­aus effi­zi­en­ter funk­tio­niert — und dar­über nun auch im renom­mier­ten Fach­jour­nal Sci­ence Advan­ces publiziert.

Pho­to­nen­paare aus zen­tra­ler Quelle
“Wir nut­zen eine zen­trale Quelle für ver­schränkte Pho­to­nen, mit der acht Netz­werk­teil­neh­mer über Glas­fa­sern ver­bun­den wer­den. Die Detek­to­ren der ein­zel­nen Teil­neh­mer waren für das Expe­ri­ment alle im sel­ben Raum, aber die Glas­fa­sern für den Aus­tausch der Pho­to­nen ver­lie­fen über meh­rere Kilo­me­ter durch ganz Bris­tol”, erklärt Sören Wen­ge­row­sky vom betei­lig­ten Insti­tut für Quan­ten­op­tik und Quan­ten­in­for­ma­tion der ÖAW. Die Quan­ten­ver­schlüs­se­lung im Netz­werk funk­tio­niert, indem die zen­trale Quelle ver­schränkte Pho­to­nen­paare erzeugt und dann sepa­riert an die Netz­werk­teil­neh­mer verteilt. 

Diese mes­sen, wann Pho­to­nen ein­tref­fen und ver­öf­fent­li­chen die Ankunfts­zei­ten. “Wenn zwei Netz­werk­teil­neh­mer kom­mu­ni­zie­ren wol­len, müs­sen sie gleich­zei­tig ein­ge­trof­fene Pho­to­nen fin­den. Die sind dann Teil eines ver­schränk­ten Paars und kön­nen zur Ver­schlüs­se­lung genutzt wer­den. Da wir ver­schie­dene Wel­len­län­gen nut­zen, kön­nen die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­part­ner sich auf die jeweils rele­vante Wel­len­länge kon­zen­trie­ren und die rest­li­chen Pho­to­nen igno­rie­ren. Das funk­tio­niert auch für meh­rere par­al­lele Ver­bin­dun­gen”, so Wengerowsky. 

Die eigent­li­che Kom­mu­ni­ka­tion pas­siert dabei nicht über das Quan­ten­netz­werk. Hier wird ledig­lich der unknack­bare Schlüs­sel gene­riert und die der­art ver­schlüs­selte Nach­richt kann dann auch über eine nor­male Inter­net­ver­bin­dung ver­schickt wer­den. Für opti­male Sicher­heit muss der Schlüs­sel aller­dings Bit für Bit genauso groß sein wie die Nach­richt, die über­mit­telt wer­den soll — egal ob es sich dabei um Text, Audio- oder Video­ma­te­rial handelt.

Cloud aus Quantencomputern
Der Schlüs­sel muss dabei nicht in Echt­zeit erstellt wer­den. Teil­neh­mer am Quan­ten­netz­werk kön­nen die Pho­to­nen, die den Schlüs­sel bil­den, auch auf Vor­rat hor­ten. “Wir haben das Netz­werk im Expe­ri­ment 17 Stun­den am Lau­fen gehal­ten und Daten­ra­ten zwi­schen fünf und 300 Bit pro Sekunde erreicht”, sagt Wen­ge­row­sky. Das rei­che jedoch noch nicht aus, um die sicherste Vari­ante der Ver­schlüs­se­lung für Daten­men­gen zu imple­men­tie­ren, wie sie im heu­ti­gen Inter­net hin- und her­ge­schickt wer­den. Es gibt aber tech­ni­sche Mög­lich­kei­ten, die Daten­rate zu ver­bes­sern und die neue Netz­werk­ar­chi­tek­tur zur Quan­ten­ver­schlüs­se­lung könnte ein wich­ti­ger Bau­stein für ein künf­ti­ges Quan­ten­in­ter­net sein. 

“Theo­re­tisch lässt sich die Zahl der Netz­werk­teil­neh­mer mit unse­rer Archi­tek­tur ein­fach hoch­ska­lie­ren, auch wenn das tech­nisch her­aus­for­dernd ist. Wir kön­nen unsere Methode auch mit Punkt­ver­bin­dun­gen und ande­ren Ver­fah­ren kom­bi­nie­ren, etwa um grö­ßere Distan­zen zu über­brü­cken“, erklärt Wen­ge­row­sky. „Ein künf­ti­ges Quan­ten­in­ter­net wird wohl auf einen Mix aus ver­schie­de­nen Archi­tek­tu­ren set­zen und eine zusätz­li­che Soft­ware­ebene für die Anmel­dung von Nut­zern soll unser Expe­ri­ment tra­di­tio­nel­len Netz­wer­ken ähn­li­cher machen“, so der ÖAW-For­scher. Und : „Eine wei­tere Anwen­dungs­mög­lich­keit wäre, Quan­ten­com­pu­ter zu Netz­wer­ken zusam­men­zu­schal­ten und so eine Cloud aus Quan­ten­com­pu­tern zu schaffen.“

Autor: red/mich/cc
07.09.2020

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