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Sicher­heit für auto­no­mes Fahren

Die FH St. Pöl­ten (NOe) ent­wi­ckelt neue Methode für siche­ren Infor­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen Fahr­zeu­gen mit­tels Funkdaten.

Neue tech­ni­sche Errun­gen­schaf­ten wie das Inter­net der Dinge (IoT) oder die direkte draht­lose Kom­mu­ni­ka­tion zwi­schen Objek­ten erhö­hen den Bedarf an effi­zi­en­ter Ver­schlüs­se­lung und Infor­ma­ti­ons­si­cher­heit. Ein Pro­jekt der FH St. Pöl­ten ent­wi­ckelt aktu­ell ein neues Ver­fah­ren zur Ver­schlüs­se­lung von Daten für den Bereich des auto­no­men Fah­rens und das Inter­net der Dinge. Die Tech­nik soll auch mit zukünf­ti­gen Tech­no­lo­gien noch sichere Kom­mu­ni­ka­tion ermöglichen.
 
Funk­da­ten statt mathe­ma­ti­scher Verfahren
Beim auto­no­men Fah­ren müs­sen Fahr­zeuge mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren, also Infor­ma­tio­nen und Daten aus­tau­schen. Mani­pu­lierte Kom­mu­ni­ka­tion ist hier nicht nur eine Frage der IT-Sicher­heit, sie kann Men­schen­le­ben gefähr­den. Ein wesent­li­cher Punkt in der Kom­mu­ni­ka­tion zwi­schen den Fahr­zeu­gen ist die sichere Ver­schlüs­se­lung der Information.
Neben den bis­her dafür ein­ge­setz­ten mathe­ma­ti­schen Ver­fah­ren, erfor­dert nun die digi­tale kabel­lose Kom­mu­ni­ka­tion mit sen­si­blen Daten mit Anwen­dun­gen im Bereich IoT oder dem auto­no­men Fah­ren neue Ver­fah­ren, die auch bei zukünf­ti­gen Tech­no­lo­gien wie etwa Quan­ten­com­pu­tering ent­spre­chende Sicher­heit gewähr­leis­ten. Das von der FH St. Pöl­ten durch­ge­führte Pro­jekt „KIF — Kryp­to­gra­fie mit Inte­gra­tion von Funk­mess­da­ten“ ent­wi­ckelte dafür nun einen neuen Ansatz, wo statt mathe­ma­ti­scher Ver­fah­ren zum Genie­ren der Schlüs­sel Funk­da­ten ver­wen­det werden.

Ver­schlüs­se­lung von Kommunikation
„Ver­kehrs­in­fra­struk­tur wird erfah­rungs­ge­mäß für min­des­tens 20 Jahre aus­ge­legt. In spä­tes­tens 15 Jah­ren wer­den Quan­ten­com­pu­ter mit aus­rei­chen­den Geschwin­dig­kei­ten für die prak­ti­sche Anwen­dung erwar­tet. Der­zei­tige Ver­fah­ren zur Objekt-/Da­ten-Authen­ti­fi­zie­rung und Daten­in­te­gri­täts­prü­fung sind dann aus Sicher­heits­grün­den nicht mehr ver­wend­bar. Daher suchen wir bereits jetzt nach einer quan­ten­com­pu­ter­si­che­ren Methode auf Basis phy­si­ka­li­scher Metho­den, die auch dann noch sicher ist“, erläu­tert Ernst Pil­ler, Lei­ter des Pro­jekts sowie des Insti­tuts für IT-Sicher­heits­for­schung der FH St. Pölten.
Basis der neuen Methode ist das Erzeu­gen und Ver­tei­len von kryp­to­gra­fi­schen Schlüs­seln auf Basis der Mes­sung von Funk­ka­nal­ei­gen­schaf­ten einer hoch­fre­quen­ten Funk­über­tra­gung : Bei bei­den Objek­ten (jeweils Sen­der und Emp­fän­ger), zum Bei­spiel Fahr­zeuge, wer­den Funk­si­gnale sowie reflek­tie­rende Echos des Signals und deren Ver­zö­ge­rung gemes­sen. „Die­ses Mus­ter aus Haupt­si­gnal und ver­zö­ger­ten Echos ist zufäl­lig und nur an den bei­den Emp­fän­ger­sei­ten gleich. Dar­aus las­sen sich Zufalls­da­ten erzeu­gen, die zum Gene­rie­ren des Schlüs­sels ver­wen­det wer­den und die von poten­ti­el­len Angrei­fern nicht abge­hört wer­den kön­nen“, erklärt Piller.
 
For­schungs­pro­jekt KIRAS des Bundes
Laut Pil­ler gibt es bereits ähn­li­che Ansätze, das Pro­jekt der FH St. Pöl­ten berück­sich­tigt aber einige spe­zi­fi­sche Fak­to­ren, die für das auto­nome Fah­ren gel­ten und die sichere Kom­mu­ni­ka­tion erschwe­ren : mög­li­che hohe Fahr­zeug­ge­schwin­dig­keit, schnell wech­selnde Fahr­zeuge, hohe Anzahl an Fahr­zeu­gen, meist sehr kurze Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zei­ten und Stö­run­gen aus dem Umfeld. Ziel ist ein kos­ten­güns­ti­ges Pro­dukt für den prak­ti­schen Einsatz.
Das gesamte For­schungs­pro­jekt inklu­sive des Pro­jek­tes KIF (Hoch­si­chere, lang­zei­tige Kryp­to­gra­fie für kabel­lose Kom­mu­ni­ka­tion mit Inte­gra­tion von Funk­mess­da­ten) wird vom Bun­des­mi­nis­te­rium für Ver­kehr, Inno­va­tion und Tech­no­lo­gie (BMVIT) im Rah­men des öster­rei­chi­schen För­der­pro­gramms für die Sicher­heits­for­schung KIRAS finan­ziert. Part­ner im Pro­jekt sind die Cryp­tas it-Secu­rity GmbH, das Bun­des­mi­nis­te­rium für Europa, Inte­gra­tion und Äuße­res (BMEIA), die ASFI­NAG und das Bun­des­mi­nis­te­rium für Lan­des­ver­tei­di­gung und Sport (BMLVS).

Autor: red/czaak
07.09.2018

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