
Sicherheitspolitische wie wirtschaftliche Unabhängigkeit
Mittelständischer Unternehmensverband in Deutschland startet eigene Sicherheitsinitiative. Wirtschaft, Forschung und Politik bündeln Interessen. Weitere Unternehmensverbände sollen folgen.
Mitteldeutsche Unternehmen ergreifen die Initiative im Kontext mit den stark veränderten sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen : Nach seiner Gründung im September geht das neue Mitteldeutsche Institut für Sicherheitsindustrie (MISI) nun in die Umsetzung. Die aktuelle hochrangig besetzte Gründungsveranstaltung markiert dabei den operativen Start.
Rund 120 Vertreter aus Bundeswehr, Forschung, Industrie und Politik diskutierten in Leipzig neue Rollen für die gerade laufende sicherheitspolitische Zeitenwende. SACHSENMETALL, der Unternehmensverband der Metall- und Elektroindustrie Sachsen ist bei Startveranstaltung nun ebenfalls als zentraler Partner mit an Bord.
Verlässlicher Partner für Bundesregierung, Bundeswehr und Industrie
Ziel des MISI ist es, Mitteldeutschland als leistungsfähigen Standort der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft sichtbar zu machen, und das sowohl mit einem nationalen wie auch europäisch internationalen Fokus. Die Region soll künftig stärker auf der Karte der deutschen und europäischen Verteidigungswirtschaft erscheinen. Gleichzeitig will das Institut regionale Wertschöpfung erhöhen und Unternehmen Marktzugänge erleichtern. Als parallele Aktivität bündelt das MISI nun zahlreiche Zulieferer, technologieorientierte Mittelständler, Verbände und Forschungseinrichtungen unter dem neuen gemeinsamen Dach.
Beim aktuellen Treffen diskutierten führende Stimmen aus Verteidigung, Wissenschaft und Industrie die zahlreichen neuen Herausforderungen. Vertreten waren etwa Andreas Hoppe, (Generalleutnant a.D. der Bundeswehr), Stefan Bayer (German Institute for Defence and Strategic Studies, GIDS), Ronald Gerschewski (WELP Holding/IndiKar) sowie Vertreter des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) und viele regionale Zulieferbetriebe.
Plattform für Marktzugang, Innovation und regionale Resilienz
„Die Zeitenwende bedeutet nicht nur höhere Verteidigungsbudgets – sie verlangt vor allem neue industrielle Antworten. Mitteldeutschland bringt genau die richtigen Stärken mit in Bereichen wie Maschinenbau, Mikroelektronik, Sensorik, Software und dazu eine starke Forschungslandschaft“, sagt Jens Lehmann, Mitglied des Deutschen Bundestages und Initiator des MISI. „Unsere Unternehmen sind flexibel, innovationsstark und bereit, Verantwortung zu übernehmen. Damit kann die Region einen substanziellen Beitrag zur Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas leisten“, unterstreicht Lehmann.
Das MISI versteht sich als zentrale Plattform der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft in Mitteldeutschland. Im Fokus stehen transparente Beschaffungswege, Technologietransfer, Dual-Use-Potenziale, regionale Zulieferketten und die Unterstützung von Unternehmensansiedlungen. Als Leitprinzip verfolgt das Institut den Ansatz von „Sustainable Defence“: Darunter versteht man die Verbindung von Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Resilienz als Antwort auf Modernisierungsrückstände und gestiegenen Sicherheitsanforderungen.
Operativer Start zahlreicher Projekte und Strategien
Mit der Veranstaltung startet das MISI in seine Arbeit und plant u.a. die folgenden Projekte : Marktzugang erleichtern mit mehr Transparenz über Beschaffungswege und Anforderungen sowie zielgerichtete Formate, die den Zugang zu Beschaffungsprozessen erleichtern. Nächster Punkt ist die Stärkung von Innovation mit dem Aufbau eines Dual-Use-Innovation-Hubs, der Bundeswehr, Industrie, Start-Ups, Hochschulen und Fraunhofer vernetzt. Inkludiert ist auch Vernetzung mit anderen Institutionen wie etwa Cyber Innovation Hub, Cyberagentur, SPRIND sowie European Defense Fund (EDF), ASAP und Horizon Europe (EU Forschungsprogrammlinie).
Eine zentrale Zielsetzung ist auch die Stärkung von regionaler Wertschöpfung mit einem Ausbau regionaler Zulieferketten und der Unterstützung von Ansiedlungen. Gesondertes Augenmerk gilt einer eigenen Standort- und Industriekarte, die bis Oktober 2026 fertig sein soll. Dazu passend dann noch das Projekt „Schaufenster Sicherheitsindustrie“, das bis April 2026 finalisiert sein soll. Alle diese Projekte werden von unterschiedlichen und jeweils thematisch zielgerichteten sowie die Akteure vernetzenden Veranstaltungsformaten begleitet. (red/czaak)
Anm. der Redaktion : die beigefügten Web-Links sind weitere Verbände Mittelständischer Unternehmen in Deutschland ; Die Webseite des MISI selbst ist gerade im Entstehen.