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Sicher­heits­ri­siko Mitarbeitende

Secu­rity-Hand­lungs­be­darf. Tau­sende genutzte Dienste außer­halb der betrieb­li­chen IT-Land­schaft. Die Schat­ten-IT mit Cloud-Diens­ten, Soft­ware-Anwen­dun­gen, Social-Media & Co. stel­len Unter­neh­men vor immer grö­ßere Her­aus­for­de­run­gen beim Thema Sicher­heit. Eine gemein­same Stu­die von EY und Risi­ko­mo­ni­tor zeigt die aktu­el­len Entwicklungen.

Mit­ar­bei­tende regis­trie­ren sich bei Cloud-Diens­ten, Platt­for­men oder Soft­ware-Anwen­dun­gen, um schnel­ler zusam­men­zu­ar­bei­ten, Dateien aus­zu­tau­schen oder Pro­jekte umzu­set­zen. Viele die­ser Werk­zeuge wer­den jedoch genutzt, ohne dass sie zen­tral erfasst oder ver­wal­tet wer­den. Die­ses Phä­no­men wird auch als Schat­ten-IT bezeichnet.

Eine gemein­same Stu­die von EY Öster­reich und Risi­ko­mo­ni­tor zeigt nun erst­mals, wie groß die­ses oft unsicht­bare Risiko in Öster­reich tat­säch­lich ist. Die Ana­lyse iden­ti­fi­ziert Anga­ben zufolge mehr als 1,3 Mil­lio­nen Fir­men-Mail-Adres­sen in 944 Daten­quel­len bzw. Daten­lecks exter­ner Dienste und macht deut­lich, wie groß die Lücke zwi­schen offi­zi­ell ver­wal­te­ter IT und tat­säch­lich genutz­ten Anwen­dun­gen vie­ler­orts schon gewor­den ist.

Unter­neh­men ver­lie­ren zuneh­mend den Überblick

Bei den gefun­de­nen Vor­fäl­len ent­fal­len 1,1 Mil­lio­nen die­ser „Fin­dinge“ auf 37 beson­ders häu­fig genutzte Anbie­ter, das ergibt einen Wert von fast 90 Pro­zent. Die Ergeb­nisse beleuch­ten, wel­che exter­nen Dienste mit beruf­li­chen E‑Mail-Adres­sen genutzt wur­den und spä­ter in öffent­lich bekann­ten Daten­lecks auf­ge­taucht sind. Zu den am häu­figs­ten iden­ti­fi­zier­ten Platt­for­men zäh­len Adobe, Drop­box sowie ver­schie­dene Mar­ke­ting- und Datendienste. 

Die Daten zei­gen nicht, dass diese Anwen­dun­gen grund­sätz­lich pro­ble­ma­tisch sind. Sie ver­deut­li­chen jedoch, wie groß die Zahl jener Werk­zeuge ist, die außer­halb eta­blier­ter IT- und Beschaf­fungs­pro­zesse genutzt wer­den. Beson­ders bemer­kens­wert: Bei fast neun von zehn der am häu­figs­ten genutz­ten exter­nen Dienste fan­den sich keine Hin­weise dar­auf, dass diese offi­zi­ell ein­ge­führt oder zen­tral ver­wal­tet wer­den. Mit­ar­bei­tende nut­zen diese Anwen­dun­gen somit offen­bar außer­halb der übli­chen Governance‑, Sicher­heits- und Freigabeprozesse.

Schat­ten-IT ist vor allem ein Transparenzproblem

„Viele Unter­neh­men inves­tie­ren viel in ihre IT-Sicher­heit, haben aber den­noch kei­nen voll­stän­di­gen Über­blick über die tat­säch­lich genutz­ten Anwen­dun­gen. Genau diese Lücke macht Schat­ten-IT so rele­vant. Das Risiko ent­steht nicht nur durch die Tech­no­lo­gie selbst, son­dern vor allem durch feh­lende Trans­pa­renz“, sagt Robert Pöl­zel­bauer, Senior Mana­ger bei EY Österreich.

Die Stu­di­en­ergeb­nisse zei­gen, dass Schat­ten-IT in den meis­ten Fäl­len nicht aus Nach­läs­sig­keit oder vor­sätz­li­chem Fehl­ver­hal­ten ent­steht. Mit­ar­bei­tende suchen nach prag­ma­ti­schen Lösun­gen für ihren Arbeits­all­tag und grei­fen des­halb auf zusätz­li­che Anwen­dun­gen zurück, die ihre Arbeit erleich­tern. Dadurch ent­ste­hen jedoch par­al­lele Tool-Land­schaf­ten, über die Unter­neh­men oft nur begrenzte Infor­ma­tio­nen haben. 

Starke Abhän­gig­keit von US-Anbietern

Sie wis­sen nicht immer, wo Daten gespei­chert wer­den, wel­che exter­nen Anbie­ter dar­auf zugrei­fen kön­nen oder ob bestehende Sicher­heits- und Com­pli­ance-Vor­ga­ben ein­ge­hal­ten wer­den. „Die Ergeb­nisse zei­gen, dass es eine deut­li­che Dif­fe­renz zwi­schen offi­zi­el­ler IT und tat­säch­li­cher Nut­zung gibt. Mit­ar­bei­tende ver­wen­den oft zusätz­li­che Tools, um effi­zi­en­ter zu arbei­ten. Unter­neh­men soll­ten diese Rea­li­tät nicht igno­rie­ren, son­dern sicht­bar machen und aktiv steu­ern“, so Manuel Löw-Beer, Geschäfts­füh­rer von Risikomonitor.

Die Ana­lyse zeigt außer­dem eine klare geo­gra­fi­sche Kon­zen­tra­tion. Gut 70 Pro­zent der iden­ti­fi­zier­ten Schat­ten-IT-Tref­fer ent­fal­len auf US-Unter­neh­men. Dahin­ter fol­gen mit deut­li­chem Abstand Anbie­ter aus Bel­gien, Bra­si­lien, Frank­reich und Deutsch­land. Die Ergeb­nisse ver­deut­li­chen damit auch große Abhän­gig­kei­ten und eine zuneh­mende Gover­nance- und Com­pli­ance-Dimen­sion. Wer­den Unter­neh­mens­da­ten über Dienste ver­ar­bei­tet, die außer­halb der offi­zi­ell frei­ge­ge­be­nen IT-Land­schaft lie­gen, erschwert dies den Über­blick über Daten­flüsse, Zugriffs­rechte und regu­la­to­ri­sche Anforderungen.

Alte Sys­teme und ver­ges­sene Domains erhö­hen die Angriffsfläche

Schat­ten-IT zeigt sich nicht nur bei Soft­ware, son­dern auch in der digi­ta­len Infra­struk­tur. Die Stu­die iden­ti­fi­ziert ins­ge­samt 16,7 Mil­lio­nen Sub­do­mains bei öster­rei­chi­schen Unter­neh­men. Knapp 3.000 Fir­men betrei­ben mehr als 100 Sub­do­mains. Gleich­zei­tig fan­den die Ana­lys­ten mehr als 806.000 Domains, die aktu­ell nicht aktiv genutzt wer­den. Sol­che digi­ta­len Alt­las­ten ent­ste­hen häu­fig nach Pro­jekt­ab­schlüs­sen, Sys­tem­wech­seln oder orga­ni­sa­to­ri­schen Veränderungen. 

Wer­den diese Alt­las­ten nicht regel­mä­ßig über­prüft, kön­nen sie für Phis­hing-Angriffe, Mar­ken­miss­brauch oder andere betrü­ge­ri­sche Akti­vi­tä­ten genutzt wer­den. „Gerade diese Kom­bi­na­tion aus unüber­sicht­li­chen Anwen­dun­gen und ver­ges­se­ner Infra­struk­tur erhöht die Kom­ple­xi­tät für Unter­neh­men deut­lich“, unter­streicht Pöl­zel­bauer von EY Österreich.

Iden­ti­täts­ma­nage­ment mit trans­pa­ren­ten Frei­ga­be­pro­zes­sen und ein zen­tra­ler Über­blick der Anwendungen

EY Öster­reich und Risi­ko­mo­ni­tor emp­feh­len Unter­neh­men, die tat­säch­li­che Nut­zung von Anwen­dun­gen regel­mä­ßig zu über­prü­fen und stär­ker in bestehende Sicher­heits- und Gover­nance-Pro­zesse ein­zu­bin­den. Beson­ders wich­tig sind trans­pa­rente Frei­ga­be­pro­zesse, ein zen­tra­ler Über­blick über genutzte Anwen­dun­gen sowie die kon­se­quente Ein­bin­dung von Sin­gle-Sign-on- und Identitätsmanagement-Lösungen.

Ebenso soll­ten Unter­neh­men ihre digi­tale Infra­struk­tur regel­mä­ßig über­prü­fen, nicht mehr benö­tigte Domains und Sub­do­mains iden­ti­fi­zie­ren und kon­se­quent berei­ni­gen. So lässt sich die Angriffs­flä­che deut­lich redu­zie­ren. „Schat­ten-IT lässt sich nicht ein­fach ver­bie­ten. Erfolg­rei­che Unter­neh­men schaf­fen sichere und ein­fa­che Alter­na­ti­ven, inte­grie­ren häu­fig genutzte Anwen­dun­gen in bestehende Pro­zesse und sor­gen dafür, dass Mit­ar­bei­tende nicht auf inof­fi­zi­elle Lösun­gen aus­wei­chen müs­sen“, so Robert Pöl­zel­bauer, Senior Mana­ger bei EY Öster­reich. (red/​czaak)

Autor: red/czaak
19.09.2026

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