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Smart City Wien

Neue Ideen für das „Öko­sys­tem Stadt“: Wie müs­sen Infra­struk­tur, Ener­gie­ver­brauch und Mobi­li­tät in der Stadt der Zukunft aus­se­hen ? Gefragt ist mehr Effi­zi­enz von ste­tig kom­ple­xer wer­den­den Pro­zes­sen und Struk­tu­ren. In die „intel­li­gente“ Stadt zu inves­tie­ren, bie­tet nach­hal­tige Chancen. 

„Wer nicht an die Zukunft denkt, wird bald Sor­gen haben“, wusste bereits vor 2500 Jah­ren der kluge Kon­fu­zius. Was sind die Trends für die städ­ti­sche Ener­gie­ver­sor­gung der Zukunft ? Wie wird die Stadt der Zukunft mit Ener­gie ver­sorgt ? Wie wird Hei­zen und Küh­len im Wien des Jah­res 2030 funk­tio­nie­ren ? Wel­che Visio­nen bestehen für For­schung und Pra­xis ? Wel­che Tech­no­lo­gien wer­den im Bereich des Kli­ma­schut­zes ange­wen­det ? Wel­che Lösun­gen zum Ener­gie­spa­ren gibt es ? Wie wer­den erneu­er­bare Ener­gie­trä­ger ein­ge­setzt ? Und schließ­lich : Wie sieht die Zukunft des Städ­te­baus unter den heu­ti­gen Bedin­gun­gen einer immer stär­ke­ren Kom­mu­ni­ka­tion und Ver­net­zung aus ?
Mit die­sen und wei­te­ren Fra­gen beschäf­ti­gen sich viele schlaue Köpfe in Magis­tra­ten und Stadt­wer­ken, aber auch eine Reihe von Wis­sen­schaft­lern intensiv. 

Ener­gie­ver­sor­gung in Zukunft
Glo­bale Her­aus­for­de­run­gen wie Kli­ma­wan­del, Res­sour­cen­knapp­heit und Mobi­li­tät in einer zuneh­mend älter wer­den­den Gesell­schaft wer­den beson­ders Städte betref­fen und müs­sen dort genau beob­ach­tet und ana­ly­siert werden.
Die Basis die­ser Stadt­qua­li­tä­ten bil­den her­aus­ra­gende stra­te­gi­sche, tech­ni­sche und orga­ni­sa­to­ri­sche Lösun­gen in der kom­mu­na­len Infra­struk­tur, die stets dem Grund­ge­dan­ken der Nach­hal­tig­keit Rech­nung tra­gen. Dafür wur­den in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten von der Stadt Wien oder in ihrem Auf­trag Stra­te­gien und Tech­no­lo­gien ent­wi­ckelt, die lau­fend auf den neu­es­ten Stand gebracht wer­den. Viele die­ser in der Pra­xis erprob­ten Modelle sind weg­wei­send, höchst inno­va­tiv und unkon­ven­tio­nell. Tina Vienna – Urbane Tech­no­lo­gien und Stra­te­gien zeigt einen detail­lier­ten und umfas­sen­den Ein­blick in den Orga­nis­mus der Stadt. Weil es näm­lich doch nicht ganz so nor­mal ist, dass die Stadt so funk­tio­niert, wie sie funktioniert.
Die Frage, wie die Ener­gie­ver­sor­gung einer Stadt in Zukunft funk­tio­nie­ren wird, ist für alle Städte bedeut­sam, da diese Zen­tren immer wich­ti­ger wer­den – momen­tan zie­hen welt­weit 1,4 Mio. Men­schen pro Woche in eine Stadt. Wien, ver­sor­gungs­tech­nisch abhän­gig von der Ener­gie­quelle Gas, steht bis zum Jahr 2030 vor der Auf­gabe, 300.000 Men­schen mehr in das Ver­brauchs­netz ein­zu­bin­den. Auch künf­tig wird aus Wien keine Ener­gie­spar­ge­meinde wie Güs­sing, denn Exper­ten zufolge ist Aut­ar­kie kein Kon­zept der Zukunft. Viel­mehr seien Aus­tausch und Kom­mu­ni­ka­tion nötig, um Ener­giebedarf bei Über­schuss oder Eng­päs­sen aus­zu­glei­chen. EU-weit wird das Thema „Smart City“ im SET-Plan (Stra­te­gie­plan für Ener­gie­tech­no­lo­gie) dis­ku­tiert, wer­den Ener­gieeffizienzziele und Maß­nah­men festgelegt. 

Spit­zen­platz in Europa
Das Ener­gie­sys­tem Wiens wird künf­tig intel­li­gent gesteu­ert wer­den, das Thema ther­mi­sche Ener­gie­er­zeu­gung wird eine grö­ßere Rolle spie­len. Isa­bella Kos­sina, Geschäfts­füh­re­rin der Betei­li­gungs­ma­nage­ment GmbH der Wie­ner Stadt­werke, sieht Wien auf dem bes­ten Wege, zur Num­mer eins im Kli­ma­schutz Öster­reichs zu wer­den. Ein dich­tes Netz an U‑Bahnen, Stra­ßen­bah­nen und Bus­sen sorgt dafür, dass alle Wie­ner bequem und schnell fast über­all hin­kom­men. So konnte in den letz­ten Jah­ren der Anteil des öffent­li­chen Nah­ver­kehrs am gesam­ten Ver­kehrs­auf­kom­men (Modal Split) in Wien kon­ti­nu­ier­lich gestei­gert wer­den und erreichte 2009 35 Pro­zent. Die­ser Wert wird euro­pa­weit nur von Zürich über­trof­fen. Bri­gitte Bach, Lei­te­rin des Depart­ment Energy des AIT (Aus­trian Insti­tute of Tech­no­logy), hebt weni­ger CO2-Emis­sio­nen und mehr Umwelt­schutz­maß­nah­men her­vor. „Elek­tro­mo­bi­li­tät wird ein sehr wich­ti­ges Thema sein.“ Gemein­sam mit Part­nern aus Indus­trie und Wis­sen­schaft wie Tele­kom Aus­tria und der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien ent­wi­ckelt das For­schungs­zen­trum Tele­kom­mu­ni­ka­tion Wien (FTW) intel­li­gente Ver­kehrs­te­le­ma­tik­sys­teme. „Kon­ven­tio­nelle zel­lu­läre Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­teme sind nicht stark genug, um für Echt­zeit-Ver­kehrs­in­for­ma­ti­ons­sys­teme ein­ge­setzt zu wer­den. Neue koope­ra­tive Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­teme kön­nen bei die­sem Pro­blem Abhilfe schaf­fen und so bei unter­schied­li­chen Ver­kehrs­sze­na­rios wie Staus oder hohen Geschwin­dig­kei­ten ein­ge­setzt wer­den“, erklärt Tho­mas Zemen vom FTW und Pro­jekt­ma­na­ger von Cocom­int (Coöpe­ra­tive Com­mu­ni­ca­ti­ons for Traf­fic Telematics).

Autor:
25.06.2010

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