
„So entsteht eine intelligent vernetzte digitale Assistenz“
Von Sprachmodellen zur Agentic World und wie damit neue industrielle Wertschöpfung ermöglicht wird. CANCOM Austria entwickelt die nächste Ausbaustufe einer intelligent automatisierten Betriebsführung.
Künstliche Intelligenz hat sich in kürzester Zeit von einer experimentellen Technologie zu einem produktiven Werkzeug entwickelt. Durch Sprachmodelle wurde Künstliche Intelligenz erstmals für die breite Öffentlichkeit greifbar. Erstmals war eine natürliche Interaktion zwischen Mensch und Maschine möglich – direkt, intuitiv und produktiv.
Aus Sprachmodellen werden kontextbewusste Assistenten
Aus Sprachmodellen wurden kontextbewusste Assistenten, die sich zudem mit firmeninternen Dokumenten und Wissen anreichern lassen. Sie verstehen Gesprächsverläufe und Zusammenhänge, können Arbeitsprozesse begleiten und internes Wissen nutzen – beinahe wie ein virtueller Kollege.
Nun beginnt die nächste Evolutionsstufe : die Agentic AI. Es entstehen eigenständig handelnde Agenten, die Abläufe unter anderem in Produktion, Logistik und Instandhaltung aktiv mitsteuern. Agentic AI verknüpft spezialisierte Systeme, stimmt Entscheidungen ab und setzt sie innerhalb eines definierten Rahmens um. Das verändert Organisation und Wertschöpfung – pragmatisch dort, wo heute Zeitdruck, Medienbrüche und Informationsinseln bremsen.
Agentic AI gestaltet Prozesse zunehmend autonom
Agentic AI handelt nicht mehr nur reaktiv, sondern trifft Entscheidungen, plant Schritte und gestaltet Prozesse zunehmend autonom – ein Schlüssel zu Effizienz und Zuverlässigkeit in Unternehmen. „Gerade in der Instandhaltung sieht man den Effekt sofort : Agenten erkennen Anomalien früh, koordinieren Maßnahmen über Systeme hinweg und entlasten Menschen von Routine – bevor Stillstände entstehen“, sagt Florian Wokurek, Business & Digital Solution Consultant bei CANCOM Austria.
Ein Teil der Agentic World könnte in einem produzierenden Unternehmen wie folgt aussehen : Der Maintainer-Agent überwacht Maschinenzustände, erkennt Anomalien und plant Wartungen so, dass der laufende Betrieb möglichst ungestört bleibt. Wird eine Anomalie erkannt, geht der Agent auf Fehlersuche, prüft Produktionspläne, sucht freie Wartungsfenster und stimmt sich mit anderen Systemen ab. Dabei kommuniziert er mit dem Supply-Agent, der die Verfügbarkeit benötigter Ersatzteile prüft, eine Bestellung für das benötigte Ersatzteil auslöst und die richtige Versandart wählt.
Ein vernetztes System digitaler Kollegen
Parallel überwacht ein zentraler Planungs-Agent Wartungszeiten, Materialverfügbarkeit und Auftragslage, erstellt daraus laufend aktualisierte Produktionspläne und gleicht diese mit neuen Kundenanfragen ab. Dafür kommuniziert er auch mit dem Angebots-Agent, der eingehende Kundenanfragen verarbeitet, automatisiert Angebote auf Grund der Daten aus dem ERP-System erstellt und diese auch versendet.
Wo notwendig oder vorgeschrieben, bleibt der Mensch in der Schleife, zum Beispiel für zusätzliche manuelle Prüfungen oder Freigaben. „Auf diese Weise entsteht ein vernetztes System digitaler Kollegen, das eigenständig denkt, handelt und kommuniziert – und dennoch den Menschen als übergeordnete Instanz einbindet“, so Wokurek von CANCOM Austria.
Zentraler Data Hub stellt strukturierte Daten in Echtzeit bereit
Damit Agenten wirksam werden, brauchen sie Zugriff auf hochwertige, kontextualisierte Daten – von Maschinen und Sensorik über ERP bis zu Dokumenten. Ein zentraler Data Hub bündelt diese Informationen und stellt sie strukturiert in Echtzeit bereit. „Die Qualität der Entscheidungen folgt der Qualität der Daten – dieser Grundsatz gilt in der Agentenwelt mehr denn je“, betont Florian Wokurek.
Offene Standards wie das Model Context Protocol (MCP) vereinfachen künftig den Datenaustausch und gehen dabei noch einen Schritt weiter : Sie ermöglichen, dass Agenten verstehen, wie sie mit Systemen, Schnittstellen und Tools interagieren können – sicher, modular und ohne komplexe Integrationen. „Das schafft eine offene, modulare Struktur, in der Agenten zusammenarbeiten, voneinander lernen und sich spezialisieren können – die Basis einer produktiven Agentic World“, ergänzt Wokurek.
Vom Aufbau solider Datenstrukturen bis zu autonomen Agenten
Die Entwicklung hin zu Agentic AI folgt einem evolutionären Pfad – vom Aufbau solider Datenstrukturen über Assistenzsysteme bis hin zu autonomen Agenten, die Entscheidungen treffen und Prozesse steuern. Am Ziel steht eine vernetzte Agentic World, in der spezialisierte Agenten kooperieren, voneinander lernen und gemeinsam ein intelligentes Ökosystem bilden.
„Agentic AI ist kein Produkt, das einfach implementiert werden kann, sondern vielmehr ein Reifegrad, den es zu erreichen gilt. Wer heute beginnt, seine Datenlandschaft zu modernisieren und Systeme zu vernetzen, legt den Grundstein für die Agentic World von morgen“, unterstreicht Florian Wokurek, Business & Digital Solution Consultant bei CANCOM Austria. (red/czaak)