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Soziale Kon­takte im Gehirn

Das soziale Ver­hal­ten von Faden­wür­mern basiert auf direk­ten Kanä­len zwi­schen Gehirn­zel­len. Wer­den diese unter­bro­chen, ver­hal­ten sich die Wür­mer, als ob sie alleine wären.

Direkte Kanäle zwi­schen den Gehirn­zel­len sind für sozia­les Ver­hal­ten nötig, fand ein For­scher­team mit öster­rei­chi­scher Betei­li­gung bei Faden­wür­mern her­aus. Sind diese Ver­bin­dun­gen gekappt, ver­hal­ten sich die Tiere so, als ob sie alleine auf der Welt wären, erklärte Manuel Zim­mer vom Insti­tut für Mole­ku­lare Patho­lo­gie (IMP) in Wien.
Die Wür­mer (Cae­nor­hab­di­tis ele­gans) rot­ten sich in der Natur gerne zu gan­zen Klum­pen zusam­men. Dazu seien jedoch ver­schie­dene Sin­nes­ein­drü­cke wich­tig. Die Tiere kön­nen ein­an­der zum Bei­spiel gut rie­chen, oder sich an der loka­len Sau­er­stoff­kon­zen­tra­tion ori­en­tie­ren. Wo sich viele Wür­mer tref­fen, ist sie näm­lich ein wenig niedriger.

Ver­bin­dungs­schal­ter
Es war schon bekannt, dass eine zen­trale Ner­ven­zelle, das Inter­neu­ron RMG, sol­che Sin­nes­ein­drü­cke ver­ar­bei­tet und sozia­les Ver­hal­ten aus­löst. Das Team um Cor­ne­lia Barg­mann von der Rocke­fel­ler Uni­ver­si­tät in New York (USA) hat nun her­aus­ge­fun­den, dass dies über direkte Ver­bin­dungs­ka­näle zwi­schen ein­zel­nen Sin­nes-Ner­ven­zel­len und der Zen­tral­stelle RMG geschieht.
„Ner­ven­zel­len im Gehirn kön­nen über ver­schie­dene Wege kom­mu­ni­zie­ren“, erklärte Zim­mer. Einer­seits indem sie Boten­stoffe aus­sen­den, die von ande­ren Gehirn­zel­len emp­fan­gen wer­den, aber auch über bestimmte Kanäle, durch die sie gela­dene Teil­chen (Ionen) schicken.
Die For­scher haben nun eine Methode ent­wi­ckelt, um diese Über­tra­gung gezielt an- und aus­zu­schal­ten. Damit konn­ten sie zei­gen, dass die zen­trale Ner­ven­zelle RMG und die ande­ren Sin­nes-Ner­ven­zel­len über sol­che direk­ten Kanäle kom­mu­ni­zie­ren. Ist diese Ver­bin­dung näm­lich gekappt, ist das soziale Ver­hal­ten der Wür­mer aus­ge­schal­tet. „Sie begin­nen ein­an­der zu igno­rie­ren, und ver­hal­ten sich so, als ob sie ganz alleine wären“, sagte Zimmer. 

Autor: APA-Science/red/stem
24.02.2017

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