Zum Inhalt
© pexels/ali pazani

„Soziale Medien bil­den nicht immer die Rea­li­tät ab“

Safer­inter­net hat wie­der die Social-Media-Favo­ri­ten von Öster­reichs Jugend ermit­telt. Whats­App, You­Tube und Insta­gram blei­ben meist­ge­nutzte Platt­for­men. App BeReal ist neuer Auf­stei­ger. Gam­ing Netz­werk Dis­cord verliert.

Der Jugend-Inter­net-Moni­tor ist eine von der Platt­form Safer­inter­net jähr­lich durch­ge­führte Erhe­bung zur Social-Media-Nut­zung von Öster­reichs Jugend­li­chen. Wel­che Sozia­len Netz­werke ste­hen bei den jun­gen Öster­rei­che­rIn­nen hoch im Kurs ? Wel­che Netz­werke wer­den am liebs­ten von Mäd­chen genutzt ? Wel­che haben bei Jungs die Nase vorne ? 

Staats­se­kre­tä­rin unter­streicht Not­wen­dig­keit umfas­sen­der Information
Die Erhe­bung wird vom Jugend­staats­se­kre­ta­riat im Bun­des­kanz­ler­amt unter­stützt und vom Insti­tut für Jugend­kul­tur­for­schung durch­ge­führt. 400 Jugend­li­che aus ganz Öster­reich im Alter von elf bis 17 Jah­ren nah­men an die­ser reprä­sen­ta­ti­ven Online-Befra­gung teil. „Die Stu­die zeigt ein­mal mehr, dass soziale Medien ein bedeu­ten­der Bestand­teil im Leben jun­ger Men­schen sind“, sagt Clau­dia Pla­kolm, Staats­se­kre­tä­rin für die Jugend in der Öster­rei­chi­schen Bundesregierung. 

„Es gilt daher auch auf­zu­zei­gen, dass soziale Medien nicht immer die Rea­li­tät abbil­den. Oft­mals wer­den nur die Son­nen­sei­ten des Lebens beleuch­tet, aber auch die absicht­li­che Ver­brei­tung von Falsch­in­for­ma­tio­nen nimmt stän­dig zu. Wir wir­ken dem ent­ge­gen und stel­len gemein­sam mit Safer­inter­net ein umfas­sen­des Ser­vice-Paket für Jugend­li­che, Eltern, Leh­rer und Ver­eine bereit“, erläu­tert Clau­dia Plakolm.

Whats­App und Snap­chat und TikTok
An der Spitze der belieb­tes­ten Inter­net­platt­for­men öster­rei­chi­scher Jugend­li­cher lie­gen auch in die­sem Jahr Whats­App (Nut­zung ins­ge­samt 96 Pro­zent, davon 91 Pro­zent täg­lich), You­Tube (94 und 59) und Insta­gram (ins­ge­samt 75 und davon 71 Pro­zent täglich). 

Die Foto-Sha­ring-App Snap­chat (ins­ge­samt 69 und davon 76 Pro­zent täg­lich) und die Video-App Tik­Tok (68 und davon 80 Pro­zent täg­lich) befin­den sich prak­tisch auf dem­sel­ben Niveau wie im Vor­jahr. Snap­chat hat jedoch im Jah­res­ver­gleich mit plus neun Pro­zent­punk­ten den stärks­ten Zuwachs bei der täg­li­chen Nut­zung verzeichnet.

Dis­cord und Pin­te­rest und Telegram
Aus den Top sechs her­aus­ge­fal­len ist die bei Game­rIn­nen beliebte Chat-Platt­form Dis­cord mit einer Nut­zung von ins­ge­samt 34 Pro­zent und einem Ver­lust von 12 Pro­zent im Jah­res­ver­gleich. Die digi­tale Pinn­wand Pin­te­rest (ins­ge­samt 39 Pro­zent und davon täg­lich 16 Pro­zent) hat Dis­cord die­ses Jahr überholt. 

Der Mes­sen­ger-Dienst Tele­gram ver­zeich­net ein Minus von sie­ben Pro­zent­punk­ten (ins­ge­samt nur 17 Pro­zent) und ist erst­ma­lig nicht ein­mal mehr unter den Top 14 ver­tre­ten. Das erste Mal ver­tre­ten ist hin­ge­gen die Instant-Foto-Platt­form BeReal, die rasch wächst und inzwi­schen von 18 Pro­zent der befrag­ten Jugend­li­chen genutzt wird, davon bereits von 71 Pro­zent täglich.

Große geschlech­ter­spe­zi­fi­sche Unter­schiede bei der Social-Media-Nutzung
Der aktu­elle Jugend-Inter­net-Moni­tor 2023 zeigt auch auf, dass es wei­ter­hin in vie­len Berei­chen große Nut­zungs­un­ter­schiede zwi­schen den Geschlech­tern gibt. Pin­te­rest ist wei­ter­hin bei der weib­li­chen Ziel­gruppe (58 Pro­zent) deut­lich belieb­ter als bei männ­li­chen Jugend­li­chen (21 Prozent).

Im Gegen­satz dazu wer­den die aus dem Gam­ing-Bereich stam­men­den Platt­for­men Twitch (Mäd­chen : 13, Jungs : 38 Pro­zent) und Dis­cord (Mäd­chen : 14, Jungs : 54) von wesent­lich mehr männ­li­chen Jugend­li­chen genutzt. Auch das Bild-Forum Red­dit (Mäd­chen : 9, Jungs : 30) ist vor allem bei männ­li­chen Jugend­li­chen beliebt. Aus­nahme bleibt dabei wei­ter­hin die Spie­le­platt­form Roblox, die gleich häu­fig genutzt wird (jeweils 21 Prozent). 

Musik- und Video­strea­ming mit Net­flix wei­ter­hin auf dem ers­ten Platz
Bereits zum drit­ten Mal wurde im Rah­men des Jugend-Inter­net-Moni­tors eben­falls erho­ben, wel­che und wie häu­fig Musik- und Video­strea­ming-Platt­for­men von Öster­reichs Jugend­li­chen genutzt wer­den. 75 Pro­zent der Jugend­li­chen nut­zen Net­flix, davon 38 Pro­zent täg­lich. Mit deut­li­chem Abstand fol­gen Ama­zon Prime Video (58, davon 19 Pro­zent täg­lich), Spo­tify (68 und 64), Sky (17 und 26), Apple Music (12 und 57)

Es fol­gen Sound­cloud (10 und 27) und Dazn (11 Pro­zent gesamt und davon 29 Pro­zent täg­lich). Mehr­fach­nen­nun­gen waren mög­lich. Bei den Strea­ming-Diens­ten Net­flix (Mäd­chen 80 und Jungs 70 Pro­zent) und Dis­ney+ (Mäd­chen 41 und Jungs 33 Pro­zent) zeigte sich im Rah­men der Erhe­bung, dass diese von deut­lich mehr weib­li­chen als männ­li­chen Jugend­li­chen genutzt werden.

Der Jugend-Inter­net-Moni­tor und Saferinternet
Der Jugend-Inter­net-Moni­tor ist eine jähr­lich durch­ge­führte reprä­sen­ta­tive Stu­die im Auf­trag von Safer­inter­net und erhebt, wie und wel­che Sozia­len Netz­werke und Online-Platt­for­men von Jugend­li­chen (11 – 17 Jahre) in Öster­reich genutzt wer­den und wel­che Ver­än­de­run­gen es in der Medi­en­nut­zung in die­ser Bevöl­ke­rungs­gruppe gibt.

Detail­in­for­ma­tio­nen zur aktu­el­len Stu­die und Erhe­bungs­da­ten zu wei­te­ren Online- und Social-Media-Platt­for­men wie Face­book, Red­dit & Co. fin­den sich unter www.jugendinternetmonitor.at (siehe auch Link). Unter www.saferinternet.at gibt es dann umfas­sende Ange­bote, Infor­ma­tio­nen und Tipps zur siche­ren und ver­ant­wor­tungs­vol­len Inter­net­nut­zung. Die umfas­sen­den Ser­vice­por­tale wer­den von Bun­des­kanz­ler­amt, BM Finan­zen, BM Bil­dung, der EU und wei­te­ren öster­rei­chi­schen Insti­tu­tio­nen unterstützt. 

Autor: red/czaak
27.03.2023

Weitere aktuelle Artikel

Die von Regie­rung beschlos­sene Sen­kung der Mehr­wert­steuer auf Lebens­mit­tel reicht nicht. Grund­be­dürf­nisse der Men­schen müs­sen ziel­ge­rich­te­ter abge­si­chert wer­den. Bei Han­dels­rie­sen braucht es mehr Preis­kon­trolle plus Zurück­hal­tung bei Gewinn­ma­xi­mie­rung, so Ana­lyse des Momentum-Instituts. Die öster­rei­chi­sche Bun­des­re­gie­rung und der Natio­nal­rat haben die Sen­kung der Mehr­wert­steuer auf aus­ge­wählte Lebens­mit­tel final abge­han­delt bzw. ver­ab­schie­det und kürz­lich hat auch der Bun­des­rat zuge­stimmt. Damit wird nun mit 1. Juli […]
Auf­tritt von Peter Thiel bei Wie­ner Fest­wo­chen nach ein­ge­hen­der Refle­xion unter­schied­li­cher Posi­tio­nen abge­sagt. Nach fun­dier­ter Erör­te­rung und Zustim­mung meh­re­rer Gre­mien im Vor­feld geben ver­laut­barte und ange­drohte Absa­gen ande­rer Künst­ler den Aus­schlag. Gan­zes Pro­ce­dere final nun Art eige­nes Festwochen-Stück. Die Wie­ner Fest­wo­chen rund um Inten­dant Milo Rau und Geschäfts­füh­re­rin Arte­mis Vakia­nis haben den für 7. Juni […]
US-Unter­neh­mer und liber­tä­rer Macht­theo­re­ti­ker Peter Thiel soll bei Wie­ner Fest­wo­chen auf­tre­ten. Kri­ti­ker wol­len ihm kein Podium geben und Fest­wo­chen­chef Milo Rau ent­wi­ckelt Gegen­stra­te­gie. Die ganze Chose beleuch­tet das klein­geis­tige Schre­ber­gärt­ne­rIn­nen­tum in Wien. Ein Kom­men­tar von Chris­tian Czaak. Die pein­lich-lächer­li­che Debatte um den Auf­tritt Peter Thiels bei den Wie­ner Fest­wo­chen offen­bart ein­mal mehr den beschränk­ten Hori­zont des […]
Digi­ta­ler Assis­tent für inklu­sive Mobi­li­tät. Men­schen mit Behin­de­rung sol­len ohne Bar­rie­ren mit öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln unter­wegs sein kön­nen. Ein Mobi­li­täts­pro­jekt der Uni­ver­sity of Applied Sci­en­ces St. Pöl­ten wird von der Fritz Schöggl Pri­vat­stif­tung gefördert. Ein neues Pro­jekt der Uni­ver­sity of Applied Sci­en­ces St. Pöl­ten (USTP) unter­sucht, wie Men­schen mit Behin­de­rung oder kör­per­li­cher Beein­träch­ti­gung bar­rie­re­freier mit öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln unter­wegs sein kön­nen. […]
Immer mehr Arbeit­neh­mer wol­len Job wech­seln. Ins­be­son­dere Gene­ra­tion Z betrof­fen. Mehr Geld, nega­ti­ves Arbeits­um­feld und bes­sere Work-Life-Balance als Haupt­gründe sowie ein aktu­ell begrenz­ter Arbeits­markt im Fokus einer neuen Stu­die von Rand­stad. Ermit­telt wur­den auch die belieb­tes­ten Arbeitgeber. Arbeits­märkte und unter­schied­li­che Zugänge und Sicht­wei­sen bei Arbeits­be­din­gun­gen sind natio­nal wie inter­na­tio­nal immer beson­ders rele­vante The­men. In Öster­reich naht […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram