Zum Inhalt
© Pexels.com/meo

„Spit­zen­me­di­zin in allen neu­ro­lo­gi­schen Bereichen“

Die renom­mierte Uni­kli­nik für Neu­ro­lo­gie an Med­Uni-Inns­bruck hat mit Ste­fan Kiechl neuen Direk­tor. Der Experte für Epi­de­mio­loge und Schlag­an­fall will medi­zi­ni­sches Spek­trum noch aus­bauen und beson­ders Akzente im Bereich der Demenz setzen.

In der kli­ni­schen Ver­sor­gung neu­ro­lo­gi­scher Krank­heits­fälle ist die Inns­bru­cker Univ.-Klinik für Neu­ro­lo­gie das Zen­trum für West­ös­ter­reich. Bei­spiele für kom­plexe Behand­lun­gen sind die Par­kin­son- und Epi­lep­sie­chir­ur­gie sowie die Kathe­der­be­hand­lung des schwe­ren Schlag­an­falls. Pro Jahr wer­den rund 6.000 Pati­en­tIn­nen sta­tio­när und rund 50.000 ambu­lant betreut. Die spit­zen­me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung betrifft neu­ro­lo­gi­sche Fach­ge­biete wie etwa Schlaf­me­di­zin, neu­ro­lo­gi­sche Inten­siv­me­di­zin und Neu­roon­ko­lo­gie und damit Berei­che, die nur an weni­gen Kli­ni­ken in Öster­reich rea­li­siert sind. 

„In all die­sen Kern­be­rei­chen bie­ten wir den höchs­ten Stan­dard – ein Allein­stel­lungs­merk­mal in Öster­reich, das es zu hal­ten gilt“, so Ste­fan Kiechl, seit letz­ten Okto­ber neuer Kli­nik­di­rek­tor. „Wir haben mit Ste­fan Kiechl einen erfah­re­nen Kli­ni­ker und hoch­kom­pe­ti­ti­ven Wis­sen­schaf­ter gewon­nen, der mit sei­nem Team unse­ren auch inter­na­tio­nal hoch ange­se­he­nen neu­ro­wis­sen­schaft­li­chen Schwer­punkt nach­hal­tig wei­ter­ent­wi­ckeln wird“, so Wolf­gang Fleisch­ha­cker, Rek­tor der Med­Uni Inns­bruck. „Die Neu­ro­lo­gie ist eine unse­rer Kli­ni­ken, die weit über Öster­reich und Europa hin­aus einen exzel­len­ten Ruf genießt. Ich bin über­zeugt, dass Kiechl die­ses Renom­mee noch wei­ter ver­grö­ßern wird“, betont auch Alex­an­dra Kof­ler, Ärzt­li­che Direk­to­rin der Kli­nik Innsbruck.
 
Inten­si­vie­rung Schlag­an­fall-Nach­sorge und Demenzbehandlung
Ein Schwer­punkt im Tätig­keits­be­reich der Uni­kli­nik ist die Behand­lung und Erfor­schung von Gefäß­er­kran­kun­gen und des Schlag­an­falls. Rund 25.000 Öster­rei­che­rIn­nen erlei­den pro Jahr einen Schlag­an­fall – Ten­denz deut­lich stei­gend. „Die Mor­ta­li­täts­rate ist beim Schlag­an­fall dank ver­bes­ser­ter Akut­ver­sor­gung in spe­zi­el­len Schlag­an­fall­ein­hei­ten welt­weit erheb­lich gesun­ken und die Wahr­schein­lich­keit einer Hei­lung hat deut­lich zuge­nom­men“, erläu­tert Kiechl, der auch die erfolg­rei­che Imple­men­tie­rung des Tiro­ler Schlag­an­fall­pfa­des ver­ant­wor­tet und künf­tig vor allem auf die Inten­si­vie­rung der Schlag­an­fall-Nach­sorge set­zen will. 

Eine wei­tere Krank­heit des Alters ist die Demenz. In Öster­reich sind rund 100.000 vor­wie­gend ältere Men­schen von die­ser Erkran­kung betrof­fen und in den nächs­ten 30 Jah­ren soll sich diese Zahl demo­gra­phisch bedingt mehr als ver­dop­peln. Für den Groß­teil der Demen­zen ist die Alz­hei­mer-Krank­heit ver­ant­wort­lich, gefolgt von der soge­nann­ten vas­ku­lä­ren Demenz. Neu­ro­lo­gi­sche und inter­nis­ti­sche Erkran­kun­gen sowie die chro­ni­sche Ein­nahme von Medi­ka­men­ten kön­nen eben­falls zu Beein­träch­ti­gun­gen des Gedächt­nis­ses füh­ren. „Der Fach­be­reich Demenz hat an unse­rer Kli­nik gro­ßes Poten­zial. Hier wird das Team per­so­nell auf­ge­rüs­tet, um die For­schung mit Behand­lungs­stu­dien sowie die Ver­sor­gung for­cie­ren zu kön­nen“, so Kiechl zu wei­te­ren Vor­ha­ben an der Klinik.
 
Exzel­lente Wis­sen­schaft für spit­zen­me­di­zi­ni­sche Versorgung
In der Inns­bruck Neu­ro­lo­gie gibt es aber auch noch auf ande­ren Gebie­ten her­aus­ra­gende Exper­ti­sen und dazu zählt etwa der Bereich auto­nome Ner­ven­sys­teme. Die Inns­bru­cker sind hier mit einem umfas­sen­den Funk­ti­ons­la­bor und ent­spre­chen­der Fach­ex­per­tise in der Neu­rou­ro­lo­gie eu-weit füh­rend. „Wir wer­den auch das Thema Kopf­schmerz for­cie­ren und haben hier etwa schon eine eigene Sprech­stunde nur für Kopf- und Gesichts­schmerz ein­ge­rich­tet“, unter­streicht Kiechl ein wei­te­res rele­van­tes Thema.
 
Kiechl selbst schloss sein Medi­zin-Stu­dium in Inns­bruck 1990 mit Aus­zeich­nung (Anm. sub aus­pi­ciis) ab. Nach der Aus­bil­dung zum Fach­arzt für Neu­ro­lo­gie und Psych­ia­trie sowie einem Post­gra­duate für Epi­de­mio­lo­gie und Bio­sta­tis­tik, lei­tete der ver­hei­ra­tete Vater zweier Töch­ter gemein­sam mit Johann Wil­leit die Schlag­an­fall­ein­heit und Neu­ro­vas­ku­läre Arbeits­gruppe an der Med­Uni-Inns­bruck. Die Eta­blie­rung des Tiro­ler Schlag­an­fall­pfa­des war neben vie­len Publi­ka­tio­nen zum Thema Gefäß­er­kran­kun­gen auch aus­schlag­ge­bend für Aus­zeich­nun­gen wie den Tiro­ler Wis­sen­schafts­preis oder den ESO Rese­arch Excel­lence Award. Das weg­wei­sende Pro­jekt des Tiro­ler Schlag­an­fall­pfa­des war zudem Thema im inter­na­tio­nal renom­mier­ten Fach­jour­nal The Lan­cet Neurology.

Autor: red/czaak
27.01.2020

Weitere aktuelle Artikel

Stu­die der Karl Land­stei­ner Pri­vat­uni­ver­si­tät zeigt das bis dato uner­kannte Über­dau­ern von Darm­vi­ren in Was­ser­a­mö­ben. Die For­scher for­dern eine sofor­tige Neu­be­ur­tei­lung von Regeln und Unter­su­chun­gen zur Wassersicherheit. Wich­tige Aus­lö­ser vira­ler Magen-Darm-Erkran­kun­gen kön­nen über län­gere Zeit in frei­le­ben­den Amö­ben über­dau­ern, die in natür­li­chen und tech­ni­schen Was­ser­sys­te­men weit ver­brei­tet sind. Dies ist das Ergeb­nis einer Stu­die der […]
Die Che­mi­sche Indus­trie kämpft schon län­ger mit enor­men Belas­tun­gen. Nun sol­len wei­tere hin­zu­kom­men und gleich­zei­tig wer­den (nur) die­ser Bran­che Kom­pen­sa­tio­nen ver­wehrt. Eco­nomy hat das nach­fol­gende Schrei­ben von stand­ort-rele­van­ten Che­mie-Unter­neh­men an die Bun­des­re­gie­rung erreicht. Zum bes­se­ren Ver­ständ­nis des offe­nen Brie­fes an die Öster­rei­chi­sche Bun­des­re­gie­rung eine kurze Erläu­te­rung der aktu­el­len Situa­tion : Auf Grund der bevor­ste­hen­den Ver­schär­fun­gen bei […]
Wie­ner Neu­stadt baut Rolle als euro­päi­sches Kom­pe­tenz­zen­trum für Sicher­heit aus. Geo­po­li­ti­sche Lage ver­deut­licht Not­wen­dig­keit einer unab­hän­gi­gen Sicher­heits­stra­te­gie. Land Nie­der­ös­ter­reich betont und unter­stützt Stand­ort mit inter­na­tio­na­ler Ausrichtung. Wie­ner Neu­stadt erwei­tert seine Bedeu­tung als euro­päi­sches Kom­pe­tenz­zen­trum für Sicher­heit. Dies pas­siert auch im Lichte neuer inter­na­tio­na­ler Ent­wick­lun­gen. Im Kon­text mit den aktu­el­len geo­po­li­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen setzt die EU einen […]
Neues Ver­fah­ren holt CO2 mit weni­ger Ener­gie aus der Luft. Anlage Aus­trian Pilot Unit 1 wird nun von Start-Ups DAClab (US) und DAC­worx (A) sowie von TU Wien weiterentwickelt.  Nicht weni­ger als ein Game­ch­an­ger für die CO2-Abschei­dung soll es Anga­ben zufolge wer­den : Der neu­ent­wi­ckelte Pro­to­typ in Größe eines Last­wa­gen­con­tai­ners holt pro Jahr 50 Ton­nen CO2 aus der […]
Nach­hal­tige Kreis­lauf­wirt­schaft und Alu­mi­ni­um­re­cy­cling über digi­tale Platt­form. Das von Leicht­me­tall­kom­pe­tenz­zen­trum Rans­ho­fen gelei­tete EU-Pro­jekt RecAL erhält ÖGUT-Aus­zeich­nung. CAN­COM Aus­tria ist Technologiepartner. Das vom LKR Leicht­me­tall­kom­pe­tenz­zen­trum Rans­ho­fen des Aus­trian Insti­tute of Tech­no­logy (AIT) gelei­tete euro­päi­sche For­schungs­pro­jekt RecAL (Recy­cling Tech­no­lo­gies For Cir­cu­lar ALu­mi­nium) wurde soeben mit dem ÖGUT-Umwelt­preis 2025 in der Kate­go­rie „Mit For­schung & Inno­va­tion zur Kreis­lauf­wirt­schaft“ aus­ge­zeich­net. „Die Öster­rei­chi­sche Gesell­schaft […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram