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Stärkste Umsatz­zu­wächse für Deut­sche Autoindustrie

Neuer Höchst­stand bei Umsatz für Deut­sche Auto­mo­bil­bran­che. SUV-Boom bringt im zwei­ten Quar­tal ers­ten Platz vor Fran­zo­sen. Unter­schied­li­che Ergeb­nisse bei Gewinn und Absatz. Deut­sche und Japa­ner im Plus, USA und Frank­reich im Minus. Han­dels­kon­flikt mit China sowie Brexit wei­ter belas­tend, so eine aktu­elle Ana­lyse von EY.

In der welt­wei­ten Auto­mo­bil­bran­che ergibt das zweite Quar­tal des heu­ri­gen Jah­res unter­schied­li­che Ergeb­nisse. Beim Umsatz konnte die Mehr­zahl der Unter­neh­men Dank des SUV-Booms zule­gen. In Summe ergibt sich hier mit einer Stei­ge­rung von 1,3 Pro­zent ein neuer Höchst­stand. Das stärkste Wachs­tum schaff­ten die deut­schen Her­stel­ler (plus 5,2 Pro­zent) vor den fran­zö­si­schen Kon­zer­nen (+ 4,7). Rück­läu­fig war der Umsatz der US-Unter­neh­men (minus 3) und der Japa­ner (- 1,3 Pro­zent). Welt­wei­ter Sie­ger beim Umsatz war im zwei­ten Quar­tal Volks­wa­gen vor Toyota.

Hohe Zukunfts­in­ves­ti­tio­nen belas­ten Gewinne
Beim Gesamt­ge­winn zeigt sich ver­gleichs­weise ein dif­fe­ren­zier­tes Ergeb­nis. Bei den 16 größ­ten Auto­kon­zer­nen zusam­men­ge­rech­net war der Gewinn rück­läu­fig. Bei den Absatz­zah­len ergibt sich welt­weit bzw. für alle wich­ti­gen Märkte gerech­net ein Minus von fünf Pro­zent. Deut­sche Kon­zerne wie etwa BMW und Japa­ner wie Mitsu­bi­shi, Honda und Toyota ver­zeich­nen jedoch auch hier ein Plus. Das unterm Strich nega­tive Ergeb­nis ver­ur­sa­chen die US-Her­stel­ler mit minus neun Pro­zent und die Fran­zo­sen mit minus zehn Pro­zent. Im Ran­king der absatz­stärks­ten Auto­kon­zerne lag Toyota leicht vor Volkswagen.
Das sind Ergeb­nisse einer Ana­lyse der Finanz­kenn­zah­len der 16 größ­ten Auto­kon­zerne der Welt, wel­che die Prü­fungs- und Bera­tungs­or­ga­ni­sa­tion EY quar­tals­weise erstellt. „Alle gro­ßen Absatz­märkte schrump­fen und das führt zu einem stär­ke­ren Preis­druck und zu rück­läu­fi­gen Mar­gen. Hinzu kom­men hohe Inves­ti­tio­nen in Berei­chen wie Auto­no­mes Fah­ren und Elek­tro­mo­bi­li­tät“, erläu­tert Ger­hard Schwartz, Part­ner und Sec­tor Lea­der Indus­trial Pro­ducts bei EY Österreich.

Große Her­aus­for­de­run­gen und die Beliebt­heit Deut­scher Automarken
Die ech­ten Her­aus­for­de­run­gen lägen aber noch vor der Bran­che : „Stren­gere Emis­si­ons­grenz­werte und der Vor­marsch der Elek­tro­mo­bi­li­tät füh­ren zu gro­ßen Umbrü­chen. Für die Ent­wick­lung und Ein­füh­rung ver­brauchs­är­me­rer Moto­ren, neuer Elek­tro­au­tos und neuer Mobi­li­täts­dienst­leis­tun­gen wer­den in den kom­men­den Jah­ren enorme Inves­ti­tio­nen nötig sein“, betont Schwartz. Daher gehe der Trend hin zu mehr Koope­ra­tio­nen und umfang­rei­chen Part­ner­schaf­ten : „Nur so las­sen sich die enor­men Kos­ten und Risi­ken bei den Zukunfts­in­ves­ti­tio­nen in den Griff zu bekom­men. In jedem Fall ste­hen wir am Anfang eines Ausleseprozesses.“ 

Unge­ach­tet der aktu­ell ins­ge­samt schwa­chen Gewinn­si­tua­tion der deut­schen Auto­mo­bil-Kon­zerne erfreuen sich deren Pro­dukte jedoch welt­weit wei­ter gro­ßer Beliebt­heit : das Absatz­mi­nus hielt sich mit zwei Pro­zent in Gren­zen – gerade im Ver­gleich zur Kon­kur­renz aus den USA und Frank­reich. Der Rück­gang sei zudem teil­weise auf die man­gelnde Ver­füg­bar­keit von Model­len und anste­hende Modell­wech­sel zurück­zu­füh­ren, sodass „im zwei­ten Halb­jahr durch­aus wie­der ein Absatz­plus mög­lich sei“, erwar­tet Schwartz. 

Berei­nigte Alt­las­ten und Gewinn­stei­ge­rung ver­sus China:USA und Brexit
Der EY-Experte betont zudem, dass ins­be­son­dere Ein­mal­ef­fekte für die schwa­che Gewinn­ent­wick­lung im zwei­ten Quar­tal ver­ant­wort­lich waren : „Die deut­schen Kon­zerne haben zuletzt in gro­ßem Stil Alt­las­ten aus der Bilanz geräumt. The­men wie Die­sel­krise, Kar­tell­vor­würfe oder Rück­rufe wegen defek­ter Air­bags haben in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu erheb­li­chen Gewinn­ein­bu­ßen geführt. Das Groß­rei­ne­ma­chen könnte nun aber den Weg frei machen für stei­gende Gewinne, spä­tes­tens im kom­men­den Geschäfts­jahr. Denn ope­ra­tiv läuft es bei den Unter­neh­men gut – sie gewin­nen welt­weit Markt­an­teile, kom­men bei der Elek­tri­fi­zie­rung der Modell­pa­lette voran und die har­ten Spar­maß­nah­men wer­den auch die Kos­ten wie­der senken.“

Einen Strich durch die Rech­nung könnte aller­dings die unsi­chere poli­ti­sche Lage machen. Schwartz nennt hier den Brexit und China, wo die deut­schen Auto­kon­zerne trotz der aktu­el­len Markt­schwä­che der­zeit immer noch gut unter­wegs sind. „Wenn der Han­dels­streit mit den USA aber wei­ter eska­liert, wird das auch die deut­sche Auto­in­dus­trie ver­stärkt zu spü­ren bekom­men“, so der EY-Experte Schwartz abschließend.

Autor: red/czaak
09.09.2019

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