Zum Inhalt
© pexels/mart productions

Star­ker Rück­gang des pri­va­ten Geldvermögens

Glo­ba­les Geld­ver­mö­gen der pri­va­ten Haus­halte fiel 2022 um 2,7 Pro­zent. Stärks­ter Rück­gang seit Finanz­krise. Zuwachs pri­va­ter Ver­schul­dung redu­ziert sich deut­lich, so der neue „Glo­bal Wealth Report“ der Alli­anz Versicherung. 

Nach­dem das glo­bale Geld­ver­mö­gen bis 2021 drei Jahre in Folge zwei­stel­lig gewach­sen war, brachte das Jahr 2022 die erwar­tete Zäsur. Die geo­po­li­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen Russ­land und der Ukraine hat den Post-Corona-Auf­schwung abge­würgt, eine hohe Infla­tion gebracht und Wirt­schaft wie Märkte sowie Men­schen unter Druck gesetzt. Die Ver­mö­gens­preise fie­len auf brei­ter Front. 

Das Ergeb­nis war ein mas­si­ver Rück­gang des glo­ba­len Geld­ver­mö­gens der pri­va­ten Haus­halte (Anm. um ‑2,7 Pro­zent), der stärkste Rück­gang seit der Glo­ba­len Finanz­krise (GFC) 2008. Diese Ergeb­nisse zeigt die vier­zehnte Aus­gabe des „Glo­bal Wealth Report“ der Alli­anz Ver­si­che­rung, wo das Geld­ver­mö­gen und die Ver­schul­dung pri­va­ter Haus­halte in fast 60 Län­dern ana­ly­siert wird.

Kapi­tal­markt braucht Finanzbildung
„Hier­zu­lande sehen wir in nahezu allen Berei­chen Ver­mö­gens­ver­luste, was ange­sichts der hohen Infla­tion keine Über­ra­schung ist. Inter­es­sant ist aber, dass öster­rei­chi­sche Sparer:innen fri­sches Geld erst­mals seit zwölf Jah­ren wie­der mehr in Kapi­tal­an­la­gen als Bank­ein­la­gen inves­tie­ren“, sagt Rémi Vrignaud, CEO von Alli­anz Öster­reich. Zufüh­run­gen zu Bank­ein­la­gen wur­den redu­ziert, die Erspar­nisse redu­zier­ten sich ins­ge­samt um 32 Pro­zent auf 16,4 Mrd. Euro. Wert­pa­piere dage­gen wur­den um 15 Pro­zent höher dotiert. 

Kapi­tal­markt­pro­dukte an den fri­schen Erspar­nis­sen lagen in Öster­reich damit bei knapp 11 Mrd. Euro. „Fun­dier­tes Finanz­wis­sen ist für Pri­vat­per­so­nen wie für Unter­neh­men glei­cher­ma­ßen von gro­ßer Bedeu­tung“, so Vrignaud. „Gerade die Ver­si­che­rungs­bran­che ver­fügt über wert­volle Kennt­nisse, wie mit finan­zi­el­len Risi­ken umge­gan­gen und lang­fris­tig Wert geschaf­fen wer­den kann.“

In Öster­reich Ver­mö­gen pro Kopf durch­schnitt­lich 65.330 Euro
In Öster­reich gibt es den Anga­ben zufolge ein Netto-Geld­ver­mö­gen pro Kopf in Höhe von Euro 65.330. Im Ver­gleich zum Jahr vor der Pan­de­mie 2019 ist das Geld­ver­mö­gen immer noch um über neun Pro­zent höher – aller­dings nur nomi­nal. Infla­ti­ons­be­rei­nigt sind die öster­rei­chi­schen Spa­rer „ärmer“ als vor der Pan­de­mie. Ihr Ver­mö­gen hat 3,3 Pro­zent an Kauf­kraft verloren.
Bei den Anla­ge­for­men unter­schei­den sich die Wachs­tums­ra­ten deut­lich. Wäh­rend Wert­pa­piere (- 7,3 Pro­zent) und Versicherungen/​Pensionen (-4,6) starke Rück­gänge ver­zeich­ne­ten, zeig­ten Bank­ein­la­gen mit + 6,0 ein robus­tes Wachs­tum. Ins­ge­samt gin­gen Finanz­an­la­gen im Wert von Euro 6,6 Bil­lio­nen ver­lo­ren, das gesamte Geld­ver­mö­gen belief sich Ende 2022 auf Euro 233 Billionen.
Am stärks­ten war der Rück­gang in Nord­ame­rika (- 6,2 Pro­zent), gefolgt von West­eu­ropa (- 4,8). Asien hin­ge­gen ver­zeich­nete (mit Aus­nahme Japans) noch rela­tiv starke Wachs­tums­ra­ten. Auch in China wuchs das Geld­ver­mö­gen mit einem Plus von 6,9 Pro­zent kräf­tig. Ver­gli­chen mit dem Vor­jahr (+ 13,3 ) und dem lang­fris­ti­gen Durch­schnitt der letz­ten 20 Jahre (+15,9 Pro­zent) war dies jedoch eine eher ent­täu­schende Ent­wick­lung, die mit den wie­der­hol­ten Lock­downs begrün­det wird.

Autor: red/czaak
28.09.2023

Weitere aktuelle Artikel

Gekom­men, um zu blei­ben war und ist die Heim­ar­beit spä­tes­tens seit der Corona-Pan­de­mie. Chefs und Mit­ar­bei­tende debat­tie­ren seit­her, ob die Arbeit zu Hause genauso gut und vor allem dau­er­gleich pas­siert wie im Büro. Mei­nungs­for­scher von Inte­gral haben dazu nun im Auf­trag von Immo­bi­li­en­ren­dite AG eine umfas­sende Stu­die erstellt. Im Home-Office kann genauso gut und auch […]
Frauen bewei­sen täg­lich ihre Kom­pe­tenz in Manage­ment und Füh­rung von Unter­neh­men und Insti­tu­tio­nen. Die Agen­tur Him­mel­hoch hat anläss­lich des Welt­frau­en­ta­ges meh­rere weib­li­che Stim­men aus unter­schied­li­chen Bran­chen gesam­melt und sie um ihre Sicht­weise zu Gleich­be­rech­ti­gung, Rol­len­ver­ständ­nis und Arbeits­le­ben gebeten. Anläss­lich des Welt­frau­en­tags am 8. März geben Frauen aus ver­schie­de­nen wirt­schaft­li­chen und insti­tu­tio­nel­len Berei­chen Ein­bli­cke in ihre Erfah­run­gen […]
Nach Cyber­si­cher­heits­vor­ga­ben im Rah­men der neuen NIS-2-Richt­li­nie nun auch Start des neuen Resi­li­enz-Geset­zes für kri­ti­sche Ein­rich­tun­gen. Regu­la­rien betref­fen elf zen­trale Sek­to­ren. Fokus auf Absi­che­rung gegen phy­si­sche Bedro­hun­gen und Betriebs­kon­ti­nui­tät in Krisenfällen. Schon die geo­po­li­ti­schen Kriegs­er­eig­nisse rund um die Ukraine schär­fen das Bewusst­sein für die Absi­che­rung von kri­ti­scher Infra­struk­tur und ihre ver­ant­wort­li­chen Betrei­ber. Jetzt unter­streicht der […]
Kunst­messe WIKAM zeigt im Wie­ner Palais Fers­tel vom 28. Februar bis 8. März zahl­rei­che Son­der­aus­stel­lun­gen. Neben bekann­ten Namen wie Rai­ner, Jung­wirth und Walde bei Gale­rie Frel­ler oder Alfred Korn­ber­ger bei Gale­rie Czaak, prä­sen­tie­ren 26 natio­nale und inter­na­tio­nale Gale­rien einen Schwer­punkt auf Zeit­ge­nös­si­sche Male­rei und moderne Kunst. Die Kunst­messe WIKAM im Wie­ner Palais Fers­tel ist seit […]
Arbei­ter­kam­mer for­dert Ver­bot von sucht­för­dern­den Funk­tio­nen auf Social Media Platt­for­men nach aktu­el­len Stu­di­en­ergeb­nis­sen zu Addic­tive Design bei Tik­Tok und Insta­gram. Wei­tere For­de­rung betrifft Über­prü­fung Alters­fest­stel­lung und Sam­meln von sen­si­blen Daten. Eine neue Stu­die des Insti­tuts für Höhere Stu­dien (IHS) im Auf­trag der Arbei­ter­kam­mer (AK) hat kürz­lich Apps der Social Media Platt­for­men Tik­Tok und Insta­gram mit einem […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram