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Stu­di­en­ab­brü­che sind oft schon durch Schul­erfah­run­gen vorprogrammiert

Wenn sich Stu­den­ten nicht zuge­hö­rig füh­len, steigt die Wahr­schein­lich­keit, dass sie ihr Stu­dium nicht abschließen.

Soge­nannte nicht-tra­di­tio­nelle Stu­den­ten bre­chen über­durch­schnitt­lich häu­fig ihre Aus­bil­dung ab. Als einen der Haupt­gründe machte die Bil­dungs­wis­sen­schaf­te­rin Erna Nairz-Wirth von der Wirt­schafts­uni­ver­si­tät (WU) in einer Stu­die feh­len­des Zuge­hö­rig­keits­ge­fühl aus. Schon in der Schule neh­men sie wahr, dass sie sozial schlech­ter gestellt sind als ihre Klas­sen­ka­me­ra­den. Nicht-tra­di­tio­nelle Stu­die­rende sind etwa jene mit Betreu­ungs­pflich­ten, Stu­den­ten, die einer Min­der­heit ange­hö­ren, die arbei­ten oder als erste in der Fami­lie stu­die­ren. Für ihre Stu­die haben Nairz-Wirth und ihre Co-Autoren zwölf Stu­di­en­ab­bre­cher, die in diese Gruppe fal­len, aus­führ­lich interviewt.

Weni­ger Selbstvertrauen
“Unsere Ergeb­nisse zei­gen, dass die Erfah­run­gen, die unsere Befrag­ten an der Uni gemacht haben, oft in Zusam­men­hang mit jenen, die sie zuvor in der Schule gemacht haben, ste­hen”, sagt Nairz-Wirth. Die Befrag­ten gaben an, bereits wäh­rend der Schul­zeit und teil­weise sogar im Kin­der­gar­ten das Gefühl ent­wi­ckelt zu haben, sozial schlech­ter gestellt zu sein. “Schü­le­rin­nen und Schü­ler aus sozial schlech­ter gestell­ten Milieus schlie­ßen die Schule oft mit wenig Selbst­ver­trauen und mit der man­geln­den Über­zeu­gung ab, sich an einer Uni­ver­si­tät ein pas­sen­des Netz­werk auf­bauen zu kön­nen, um erfolg­reich zu sein”, meint Nairz-Wirth.
Kom­men dann noch Leis­tungs­schwie­rig­kei­ten oder zusätz­li­che finan­zi­elle Hür­den dazu, könne das schon in der Schule ver­mit­telte man­gelnde Zuge­hö­rig­keits­ge­fühl zum Abbruch bei­tra­gen. Wei­te­res Pro­blem : Nicht-tra­di­tio­nelle Stu­die­rende scheuen oft den direk­ten Kon­takt zu Tuto­ren, Lek­to­ren und Professoren.

Autor: APA-Science/red/stem
16.03.2017

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