
Topfit durch den Schulalltag
Sportwissenschaftler analysieren gemeinsam mit Wiener Schülern deren körperliche Leistungsfähigkeit.
Da sich gesundheitsrelevante Einstellungen und Verhaltensmuster bereits in jungen Jahren herausbilden, ist es wichtig, schon in diesem Alter den Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Gesundheitsfaktoren wie Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychischem Stress, orthopädischen Beschwerden und Infektanfälligkeit zu betonen.
Das Projekt „Körperliche Aktivität macht Schule“, das im Rahmen von „Sparkling Science“ (siehe Kasten unten) vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung gefördert wird, wurde im vergangenen Schuljahr gestartet. Ziel der ersten Projektphase war es, einerseits das generelle Aktivitätsverhalten der Schüler des Gymnasiums Maroltingergasse (Wien 16) zu erheben und dieses andererseits mit ausgewählten sportmotorischen und sportmedizinischen Parametern in Zusammenhang zu bringen. Eine Besonderheit des Gymnasiums Maroltingergasse ist, dass es dort neben Regelklassen auch Leistungssportklassen gibt.
Bessere Leistungsfähigkeit
Eine Schüler-Gruppe untersuchte gemeinsam mit den Wissenschaftlern am Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport im Laufe des Schuljahres insgesamt 343 Schüler im Alter von zehn bis 18 Jahren (201 Schüler aus den Regelklassen, 142 Schüler aus den Leistungssportklassen).
Zunächst wurde der Status quo der sportmotorischen und sportmedizinischen Fähigkeiten erhoben, der den einzelnen Schülern zusammen mit einer individuell erstellten Broschüre zur Verbesserung oder zum Erhalt dieser Fähigkeiten zur Verfügung gestellt wurde. Die Ergebnisse wurden in Workshops ausgewertet. Projektkoordinatorin Barbara Wessner : „Zusammengefasst konnten wir bestätigen, dass das erhöhte Trainingsniveau der Leistungssportschüler zu einer verbesserten körperlichen Leistungsfähigkeit führt.“
Heuer soll eine sogenannte „Interventionsstudie“ durchgeführt werden. Dazu hat sich eine Klasse bereit erklärt, dreimal pro Woche eine Unterrichtsstunde lang zu radeln – und dies sechs Monate. Eine Parallelklasse dient als Kontrolle. Aufgezeichnet werden sollen die sportliche Leistungsfähigkeit, aber auch die Infektionsanfälligkeit und der Immunstatus der Schüler, da unter anderem die Frage geklärt werden soll, ob eine erhöhte sportliche Aktivität das Immunsystem stärkt.