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Trag­bare Soft­ware für Human-Studien

Karl Land­stei­ner Pri­vat­uni arbei­tet an intel­li­gen­tem Arm­band für ver­bes­serte Daten­er­he­bun­gen bei psy­cho­lo­gi­schen Stu­dien. Smarte Weara­bles sol­len bis­he­rige feh­ler­an­fäl­lige Metho­den ersetzen.

Wis­sen­schaf­ter der Karl Land­stei­ner Pri­vat­uni­ver­si­tät in Krems ent­wi­ckeln eine Soft­ware für ein inno­va­ti­ves Weara­ble in Form eines intel­li­gen­ten Arm­ban­des zur Opti­mie­rung der Daten­ge­ne­rie­rung bei psy­cho­lo­gi­schen Stu­dien. Beson­ders zum Tra­gen kom­men sol­len die Vor­teile bei Stu­dien, wo es um die Selbst­er­fas­sung von All­tags­er­fah­run­gen und ‑emp­fin­dun­gen geht. 

Hier wer­den bis dato schrift­li­che Auf­zeich­nun­gen oder Smart­phones zur Daten­er­he­bung ein­ge­setzt (Anm. Expe­ri­ence Sam­pling Method/​ESM) und das kann erfah­rungs­ge­mäß zu ver­zerr­ten bis zu ganz fal­schen Ergeb­nis­sen füh­ren. Der Vor­teil der neuen Methode liegt in der raschen Ver­füg­bar­keit der Daten durch eine ver­gleichs­weise ein­fa­chere Bedien­bar­keit des Gerätes.

Uni­ver­selle Einsatzfähigkeit
„Will man etwa eine Stu­die zum Rauch­ver­hal­ten durch­füh­ren, wo Betei­ligte das akute Ver­lan­gen nach einer Ziga­rette mit­tels Smart­phone-App pro­to­kol­lie­ren, dann ver­geht denen die Lust am Rau­chen allein schon des­we­gen. Wie­viel ein­fa­cher wäre es da, nur einen Knopf am Hand­ge­lenk drü­cken zu müs­sen“, erläu­tert Ste­fan Stie­ger vom Depart­ment Psy­cho­lo­gie und Psy­cho­dy­na­mik der KLU Krems. Smart­phone raus und akti­vie­ren, App hoch­fah­ren, gefor­derte Akti­vi­tät aus­füh­ren, App run­ter­fah­ren, Phone aus und weg­ste­cken — diese bis­her prak­ti­zierte Erhe­bungs­me­thode greife ent­spre­chend akut in das Ver­hal­ten ein.

Für eine ein­fa­chere Hand­ha­bung ent­wi­ckeln Stie­ger und sein Team nun ein intel­li­gen­tes Weara­ble. „Es muss für wis­sen­schaft­li­che Zwe­cke uni­ver­sell ein­setz­bar sein, des­we­gen wird es eine Open-Source-Lösung sein. So kön­nen je nach Stu­di­en­pro­to­koll ver­schie­dene Funk­tio­nen pro­gram­miert wer­den“, so Stie­ger. Das Weara­ble müsse zudem „auto­nom agie­ren, darf nur einen gerin­gen Strom­ver­brauch auf­wei­sen und muss Daten unab­hän­gig von einem Netz­werk spei­chern sowie zudem güns­tig, wind‑, was­ser- und schlag­fest sein.“

Das Lachen als erfreu­li­ches Verhalten
Für die ers­ten Test­läufe greift Stie­ger nun „auf das Lachen als wahr­lich erfreu­li­ches Ver­hal­ten des Men­schen zurück“. Das Lachen ana­ly­sierte er bereits im Rah­men einer ESM-Stu­die, die Smart­phones zur Daten­er­he­bung nutzte. „Fast 30 Pro­zent der Teil­neh­mer klag­ten dar­über, dass sie ihre Smart­phones nicht immer und über­all dabei­hat­ten und fan­den es zudem stö­rend, diese in einer gesel­li­gen Gruppe her­aus­zu­ho­len, um das Lachen zu pro­to­kol­lie­ren“, erklärt Stie­ger. „Ein klei­ner Click auf ein dezen­tes Weara­ble am Hand­ge­lenk wäre da ein­fa­cher gewesen.“ 

Im neuen Test zum „Lachen im All­tag“ will Stie­ger nun beide Erhe­bungs­va­ri­an­ten direkt mit­ein­an­der ver­glei­chen. Ein Teil nutzt noch­mals Smart­phone-Apps in der ange­führ­ten Vari­ante und ein Teil die neuen Weara­bles. Laut Stie­ger soll die­ser Ver­gleich dann zei­gen, dass „die Weara­ble-Gruppe akku­ra­tere Daten lie­fert und die Art der Daten­er­he­bung das Ergeb­nis also beein­flusst.“ Das Team der KLU-Krems sucht für diese aktu­elle Stu­die noch inter­es­sierte Teil­neh­mer aus dem Groß­raum Krems an der Donau. Infos siehe Link. 

Autor: red/czaak
07.06.2019

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