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© Pexels.com/Mikechie Esparagoza

Treib­haus­gase als Her­aus­for­de­rung für Sprunginnovation

CO2 lang­an­hal­tend der Atmo­sphäre ent­zie­hen und wirt­schaft­lich in Pro­duk­ten bin­den als aktu­el­ler Bewerbs­fo­kus von SPRIND. Deut­sches Zen­trum für Sprung­in­no­va­tion posi­tio­niert sich ein­mal mehr auch als inter­na­tio­nale Vorzeigeeinrichtung.

„Die Mensch­heit hat seit der indus­tri­el­len Revo­lu­tion gigan­ti­sche Men­gen Koh­len­stoff in Form von Öl, Kohle oder Erd­gas geför­dert und ver­brannt. Die dabei frei­ge­setz­ten Treib­haus­gase ver­än­dern das Leben der Men­schen und den Glo­bus in dra­ma­ti­scher Weise. Wet­ter­ex­treme und ihre Aus­wir­kun­gen wie Dür­ren, Über­flu­tun­gen oder Wald­brände neh­men kon­ti­nu­ier­lich zu und sie zer­stö­ren Exis­tenz­grund­la­gen, bedro­hen die Gesund­heit und das Leben der Menschen.“ 

Und : „Die glo­bale Erwär­mung muss daher auf unter zwei Grad Cel­sius gegen­über dem Niveau vor Beginn der Indus­tria­li­sie­rung begrenzt wer­den. Län­der wie Deutsch­land haben ent­spre­chend Ziele und Schritte defi­niert, wie sie Emis­sion von Treib­haus­ga­sen in den nächs­ten Jah­ren redu­zie­ren wol­len. Inno­va­to­ren aus aller Welt haben bereits gezeigt, dass das tech­nisch-metho­disch mög­lich ist. Diese Metho­den sind aber oft­mals sehr teuer, sehr ener­gie­in­ten­siv und ins­be­son­dere nur begrenzt skalierbar.“

Direct Air Cap­ture, Bio­en­er­gie mit CO2-Abschei­dung oder Ver­ar­bei­tung orga­ni­scher Stoffe
Diese ein­gangs ange­führte Situa­tion (Anm. d. Red.: und Beschrei­bung) ist die inhalt­li­che Aus­gangs­ba­sis einer aktu­el­len Pro­gramm­li­nie von SPRIND. Das deut­sche Zen­trum für Sprung­in­no­va­tion hat Anfang des heu­ri­gen Jah­res ein­ge­la­den, um Lösun­gen zu ent­wi­ckeln, die CO2 lang­fris­tig aus der Atmo­sphäre ent­fer­nen, ska­lier­bar sind — und in einem wirt­schaft­li­chen Geschäfts­mo­dell umge­setzt wer­den kön­nen. Auf wel­cher tech­no­lo­gi­schen Grund­lage das CO2 der Atmo­sphäre ent­nom­men wird, bestim­men die teil­neh­men­den Teams dabei selbst. 

„Ob via Direct Air Cap­ture, Bio­en­er­gie mit CO2-Abschei­dung, Ver­ar­bei­tung orga­ni­scher Stoffe o. ä. — sie demons­trie­ren, wie sie das CO2 der Atmo­sphäre in Roh­stoffe oder Pro­dukte ver­wan­deln, die den Koh­len­stoff über Jahr­zehnte bin­den ; und wie ihre Lösung den gesam­ten Pro­zess von der CO2-Abschei­dung bis hin zum pro­du­zier­ten Roh­stoff oder Pro­dukt wirt­schaft­lich macht und zudem ska­lier­bar ist“, so SPRIND.

SPRIND als bei­spiels­ge­ben­der Innovationstreiber
SPRIND beglei­tet und för­dert die Pro­jekte indi­vi­du­ell, dazu gehört sowohl die finan­zi­elle Unter­stüt­zung als auch eine indi­vi­du­elle Betreu­ung durch einen soge­nann­ten Chall­enge Coach, der selbst schon Inno­va­tio­nen mit hohem Wir­kungs­grad umge­setzt hat. Im ers­ten Jahr der „Chall­enge“ finan­ziert das deut­sche Inno­va­ti­ons­zen­trum die Arbeit der Teams mit bis zu Euro 600.000. Im wei­te­ren Ver­lauf kann diese Finan­zie­rung höher ausfallen. 

„Damit sich die Teams voll und ganz auf ihre Inno­va­tio­nen kon­zen­trie­ren kön­nen, finan­zie­ren wir schnell und unbü­ro­kra­tisch“, so SPRIND. Mit Ende April erfolgte nun aus über sech­zig Ein­rei­chun­gen die Aus­wahl von fünf Pro­jek­ten für den Start in die ope­ra­tive Bewerbs­phase. „Um den CO2-Gehalt der Atmo­sphäre künf­tig zu sta­bi­li­sie­ren und zu sen­ken, braucht es Sprung­in­no­va­tio­nen in unter­schied­lichs­ten Gebie­ten. Sonst ver­feh­len wir unsere Kli­ma­ziele. Die SPRIND-Chall­enge bie­tet eine groß­ar­tige Chance für einen Durch­bruch“, so Car­los Här­tel, CTO bei Climaworks. 

Die aus­ge­wähl­ten Projekte
Beim Pro­jekt „Car­bon-to-Con­rete“ wird natür­li­ches Gestein mit einem hohen Anteil an Oli­vin genutzt, das mit einem sehr hohen Seques­trie­rungs­po­ten­tial durch die Reak­tion mit CO2 Magne­si­um­kar­bo­nat bil­det, um dar­aus Beton her­zu­stel­len. Das Team von „Car­bon-to-Con­rete“ sind Gün­ter Bell­mann und Roland Bil­ling (beide OCS GmbH), Frank Bell­mann (Bau­haus Uni­ver­si­tät Wei­mar), Den­nys Dressel (Inge­nieur­büro Dressel) und Frank Czi­chos (Beton­werk Bad Lau­sick GmbH & Co. KG).

See­gras für Her­stel­lung lang­le­bi­ger Kunststoffe
Beim zwei­ten Pro­jekt „C‑Cause“ wird über das soge­nannte Seques­trie­ren von CO2 aus den Mee­ren und durch das Kul­ti­vie­ren von Sar­gas­sum See­gras und damit soll die Koh­len­stoff-Ver­sor­gungs­kette für das Her­stel­len von lang­le­bi­gen Kunst­stof­fen trans­for­miert wer­den. Das Team von „C‑Cause“ besteht aus Mar Fernán­dez-Mén­dez, Bela H. Buck und Vic­tor Sme­ta­cek (alle AWI), Jason Cole (Car­bon­wave), Fran­ziska Elmer,Richard Wills und Rus­sell Par­sons (alle Sea­fields sowie Ulf Rie­be­sel und Flo­rian Wein­ber­ger (beide Geomar).

Robi­ni­en­holz bei gro­ßen Infrastruktur-Bauprojekten
Beim drit­ten Pro­jekt „Robi­nia“ geht es um sehr wider­stands­fä­hi­ges Robi­ni­en­holz aus Rekul­ti­vie­rungs­ge­bie­ten und die nach­hal­tige Ver­wen­dung als Ersatz für CO2- inten­sive Infra­struk­tu­ren aus Beton und Stahl, etwa im Bereich von Brü­cken und Tür­men von Windkraftanlagen.
Jens Stand­fuß (Fraun­ho­fer IWS Dres­den), Dirk Bert­hold (Fraun­ho­fer WKI Braun­schweig), Michael Rös­ler (Leag Cott­bus) und Mat­thias Tre­mel (Strab Inge­nieur­holz­bau Herms­dorf GmbH) sind hier die Mit­glie­der des Projektteams.

CO2 Umwand­lung in syn­the­ti­sche Treibstoffe
Beim vier­ten Pro­jekt „ena­Dyne“ geht es um eine eigens ent­wi­ckelte Plasma-Kata­lyse-Tech­no­lo­gie, die es ermög­licht, CO2 zusam­men mit einem Was­ser­stoff­trä­ger in einem hoch­ef­fi­zi­en­ten Pro­zess in syn­the­ti­sche Treib­stoffe und che­mi­sche Grund­stoffe umzu­wan­deln. Das Pro­jekt­team sind Chris­tian Koch, Tors­ten Lorenz, Mar­tin Drö­ßi­ger und Phil­ipp Hahn (alle enaDyne).

Füll­ma­te­rial in funk­tio­nel­lem Beton und Geopolymeren
Und beim fünf­ten Pro­jekt „Carbo Cul­ture“ geht es um die Her­stel­lung von CO2-nega­ti­vem, lei­ten­dem Füll­ma­te­rial zur Anwen­dung in funk­tio­nel­lem Beton und Geo­po­ly­me­ren. Chris­to­pher Cars­tens, Tim Prei­sen­ham­mer, Risto Iko­nen und Dou­glas DuF­aux (alle Carbo Cul­ture) sowie Ashish Anan­drao Mohite (Hype­rion Robo­tics) sind hier das Projektteam.

Autor: red/czaak
31.05.2022

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