Zum Inhalt
© pexels/lisa fotios

Trink­was­ser ohne Gift­stoff Glyphosat

Sau­be­res Trink­was­ser ist für Mensch und Tier essen­ti­ell. Ein inter­na­tio­na­les For­schungs­team beschäf­tigt sich mit der Befrei­ung von Schad­stof­fen aus dem Grundwasser.

Ver­un­rei­nig­tes Trink­was­ser ist eine große Gefahr für die Gesund­heit. Schad­stoffe aus der Land­wirt­schaft wie Pes­ti­zide, Her­bi­zide, Hor­mone oder Medi­ka­mente und andere che­mi­sche Ver­bin­dun­gen kön­nen mit den der­zeit zur Ver­fü­gung ste­hen­den Metho­den jedoch nicht voll­stän­dig aus dem Grund­was­ser ent­fernt wer­den. Gleich­zei­tig nimmt die Ver­un­rei­ni­gung durch diese Stoffe ste­tig zu. 

Ent­wick­lung von metall­or­ga­ni­schen Gerüs­ten (MOFs)
Ein aktu­el­les Bei­spiel dafür ist Gly­pho­sat, das welt­weit zur Unkraut­be­kämp­fung ein­ge­setzt wird und poten­zi­elle Gefah­ren für Mensch und Umwelt birgt. Ein For­schungs­team vom Insti­tut für Mate­ri­al­che­mie an der TU Wien hat nun soge­nannte metall­or­ga­ni­sche Gerüste (MOFs) ent­wi­ckelt mit denen sich das Her­bi­zid Gly­pho­sat selek­tiv und effi­zi­ent aus dem Grund­was­ser ent­fer­nen lässt. 

MOFs bestehen aus win­zi­gen Metall­oxid­clus­tern, die durch orga­ni­sche Mole­küle zu einem hoch­po­rö­sen, schwamm­ar­ti­gen Netz­werk ver­bun­den sind. „In den Poren kön­nen viele Mole­küle adsor­biert wer­den und so kön­nen auch CO2, anor­ga­ni­sche Salze oder orga­ni­sche Schad­stoffe direkt aus der Luft oder Was­ser gebun­den wer­den“, erläu­tert Domi­nik Eder vom Forschungsteam.

Erfolg­rei­che Ent­fer­nung von Glyphosat
In Zusam­men­ar­beit mit For­schen­den der Uni­ver­sity of Nor­t­hern Bri­tish Colum­bia in Kanada unter­suchte das Team um Domi­nik Eder schließ­lich die Adsorp­tion von Gly­pho­sat aus Grund­was­ser. Bemer­kens­wer­ter­weise konnte das neue Mate­rial in nur 20 Pro­zent der Zeit drei­mal so viel Gly­pho­sat ent­fer­nen wie das der­zeit beste Adsorp­ti­ons­mit­tel. Durch die Ent­fer­nung der orga­ni­schen Bin­de­glie­der ent­ste­hen zudem neue Metallstellen.

Diese ermög­li­chen die Bil­dung von che­mi­schen Bin­dun­gen mit Gly­pho­sat — und dadurch eine schnel­lere Dif­fu­sion des Ziel­mo­le­küls. “Diese Bin­dun­gen sind stark genug, um Gly­pho­sat und ähn­li­che orga­ni­sche Ver­bin­dun­gen sehr schnell und effi­zi­ent zu adsor­bie­ren. Und sie sind schwach genug, um Gly­pho­sat mit einer ein­fa­chen Natri­um­chlo­rid-Salz­lö­sung wie­der zu ent­fer­nen, so dass diese MOFs mehr­fach ver­wen­det wer­den kön­nen”, erklärt Domi­nik Eder vom Insti­tut für Mate­ri­al­che­mie an der TU Wien.

Autor: red/mich/cc
28.04.2023

Weitere aktuelle Artikel

Men­schen hadern seit jeher mit der Ver­gäng­lich­keit des oder zumin­dest eines Lebens. Frü­her wurde der Jung­brun­nen gesucht, heute inves­tie­ren Mil­li­ar­däre in die Kon­trolle des Alterns und Auto­kra­ten las­sen medi­zi­ni­sche Wun­der­mit­tel erpro­ben. Eine His­to­ri­ke­rin der ÖAW ord­net nun die Sehn­sucht nach der Ver­län­ge­rung des irdi­schen Daseins ein.  Das soge­nannte Lon­ge­vity ist schon län­ger eine Art Trend. […]
TU Wien ent­wi­ckelt neues 3D-Druck-Ver­fah­ren zur Her­stel­lung von bio­lo­gi­schem Gewebe. Ein Anwen­dungs­ge­biet ist etwa die For­schung an Haut­krank­hei­ten. Neue Methode soll dabei auch die mehr­fach schwie­ri­gen Tier­ver­su­che ersetzen. Rund ein Vier­tel der euro­päi­schen Bevöl­ke­rung lei­det unter chro­nisch ent­zünd­li­chen Haut­krank­hei­ten wie Pso­ria­sis, Neu­ro­der­mi­tis oder Akne. The­ra­pien dafür zu erfor­schen ist oft schwie­rig. Die schon ein­mal ethisch […]
Metalle und Stahl­pro­dukte wer­den in gro­ßen Volu­mina für ver­schie­denste Erzeu­gun­gen benö­tigt. Roh­stoffe auf wenige Her­kunfts­ge­biete beschränkt. Her­stel­lung ener­gie­in­ten­siv und Recy­cling­quote nied­rig. Neues För­der­pro­gramm von SPRIND adres­siert neue Kreislaufmodelle. Kri­ti­sche Metalle sind zen­tra­ler Bestand­teil der ver­schie­dens­ten Her­stel­lungs­ver­fah­ren und betriebs­über­grei­fen­den Pro­duk­ti­ons­ket­ten. Die Anwen­dun­gen erstre­cken sich von High­tech-End­pro­duk­ten und erneu­er­ba­ren Ener­gie­tech­no­lo­gien über die Luft- und Raum­fahrt bis hin […]
Nie­der­ös­ter­rei­chi­sches Insti­tute of Sci­ence and Tech­no­logy Aus­tria (ISTA) erhält von Uber-Mit­be­grün­der Garett Camp Spende über fünf Mil­lio­nen Euro. Im Fokus ste­hen neue For­schun­gen zu KI im engen Kon­text mit den The­men men­schen­zen­trierte Ver­trau­ens­wür­dig­keit und gesell­schaft­li­ches Gemeinwohl.  Das Insti­tute of Sci­ence and Tech­no­logy Aus­tria (ISTA) in Klos­ter­neu­burg (NÖ) hat vom kana­di­schen Unter­neh­mer Gar­ret Camp, ein Mit­be­grün­der […]
Aku­tes Nie­ren­ver­sa­gen ver­hin­dert lebens­wich­tige Ent­gif­tung des Kör­pers. Ärzte der Med-Uni Inns­bruck ent­wi­ckeln für Nie­ren­er­satz­the­ra­pie neues extra­kor­po­ra­les Blut­rei­ni­gungs­ver­fah­ren gegen gefähr­li­che Übersäuerung. Die Niere ist ein lebens­wich­ti­ges Organ, das für die Ent­gif­tung von Stoff­wech­sel­pro­duk­ten und die Auf­recht­erhal­tung des Säure-Basen Haus­hal­tes ver­ant­wort­lich ist. Bei einem aku­ten Nie­ren­ver­sa­gen pas­siert (auch) eine schäd­li­che Über­säue­rung des Kör­pers. Die Behand­lung erfolgt dann mit­tels einer […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram