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Umfang­rei­che Aus­wei­tung der Forschungsstrategie

Land Nie­der­ös­ter­reich setzt mit Pro­jekt „Zyklo­tron“ wei­te­ren For­schungs­schwer­punkt bei Krebs­er­kran­kun­gen. Wei­tere neue Initia­ti­ven des Lan­des betref­fen aktu­elle Wis­sen­schafts­the­men und eine eigene Pro­gramm­li­nie für Kul­tur und Kunst gemein­sam mit dem Kulturministerium.

Wis­sen­schaft ist nicht Selbst­zweck, sie soll und muss den Men­schen die­nen. So lau­tete das Motto beim neuen For­schungs- und Gesund­heits­pro­jekt „Zyklo­tron“ im nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Wie­ner Neu­stadt. Dabei geht es um einen Teil­chen­be­schleu­ni­ger zur Pro­duk­tion soge­nann­ter Radio­nu­klide für die Krebs-Dia­gnos­tik. Die Her­aus­for­de­rung liegt dabei in Ver­füg­bar­keit und Halt­bar­keit die­ser Radio­nu­klide. Hier will Nie­der­ös­ter­reich nun einen Schwer­punkt setzen. 

Errich­tung und ope­ra­tive Betriebs­füh­rung pas­siert über das Kon­sor­tium aus Lan­des­ge­sund­heits­agen­tur, Med­Aus­tron und Fach­hoch­schule Wie­ner Neu­stadt. Das Betriebs­mo­dell beruht auf For­schung, Pro­duk­tion und Ver­trieb die­ser Radio­nu­kli­den an Dritte. „Mit dem Zyklo­tron set­zen wir einen Mei­len­stein in Dia­gnos­tik und The­ra­pie. Es wird nun mög­lich sein, Tumore und Meta­sta­sen sicht­bar zu machen sowie schnel­ler fest­stel­len zu kön­nen, ob gewisse The­ra­pien grei­fen“, erklärt Johanna Mikl-Leit­ner, Nie­der­ös­ter­reichs Landeschefin. 

Jähr­lich 115 Mil­lio­nen für Wis­sen­schaft und For­schung in Niederösterreich
Vom Bud­get her hat das Land einen Eigen­ka­pi­tal­zu­schuss von 500.000 Euro sowie eine Haf­tungs­über­nahme von 13,3 Mil­lio­nen Euro beschlos­sen. 2022 soll mit der Errich­tung des Zyklo­tron begon­nen wer­den, der Pro­duk­ti­ons­start ist für 2025 vor­ge­se­hen. Aktu­ell wer­den im Wie­ner Neu­städ­ter Med­Aus­tron jähr­lich über 1.000 Pati­en­ten behan­delt, im heu­ri­gen Jahr 2021 waren es bis dato 400. Das Med­Aus­tron gilt gemein­sam mit dem Klos­ter­neu­bur­ger Insti­tut for Sci­ence & Tech­no­logy Aus­tria (ISTA) auch inter­na­tio­nal als Vorzeigeprojekt.

Öster­reichs größ­tes Bun­des­land liegt mit Aus­ga­ben von jähr­lich 115 Mil­lio­nen Euro in den Berei­chen Wis­sen­schaft und For­schung gemein­sam mit Ober­ös­ter­reich und Wien an der natio­na­len Spitze. Im Rah­men der kürz­lich beschlos­se­nen neuen FTI-Stra­te­gie 2027 wer­den nun wei­tere 8,4 Mil­lio­nen Euro für inno­va­tive For­schungs­pro­jekte ver­ge­ben. Part­ner­schaf­ten, Dis­ser­ta­tio­nen, Ange­wandte Pro­jekte, Infra­struk­tur und Umwelt sind hier die the­ma­ti­schen Schwerpunkte.

Wett­be­werb um die bes­ten Ideen
Bei der För­der­ver­gabe in Form soge­nann­ter kom­pe­ti­ti­ver För­der­instru­mente ori­en­tiert sich Nie­der­ös­ter­reich an inter­na­tio­na­len Best-Prac­tice-Bei­spie­len und an der eige­nen umfas­sen­den Wis­sen­schafts-Befra­gung aus dem Vor­jahr. „Wir sind von den kom­pe­ti­ti­ven För­der­instru­men­ten über­zeugt, denn ein Wett­be­werb um die bes­ten Ideen führt zu einer qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen For­schung“, unter­streicht Johanna Mikl-Leitner.

Im Laufe des heu­ri­gen Jah­res wer­den nun fol­gende Calls aus­ge­schrie­ben : FTI-Part­ner­schaf­ten mit 1,7 Mil­lio­nen Euro, FTI-Dis­ser­ta­tio­nen mit 1 Mil­lion und FTI-Pro­jekte in der ange­wand­ten For­schung mit 1,2 Mil­lio­nen. Beim Call FTI-Infra­struk­tu­ren mit 1,25 Mil­lio­nen Euro geht es um die The­men Umwelt, Klima und Ressourcen.

Neue Gesell­schaft für For­schungs­för­de­rung Niederösterreich
Pro­jekte in der Grund­la­gen­for­schung wer­den im Rah­men der FTI-Calls „Public Health“ (1,5 Mil­lio­nen Euro) und „Gesell­schaft­li­cher Zusam­men­halt im Wan­del“ (1,5 Mil­lio­nen) unter­stützt. Bei die­sen bei­den Schie­nen wird es höhere För­der­sum­men geben, wenn soge­nannte Citi­zen-Sci­ence-Ele­mente in das For­schungs­pro­jekt ein­flie­ßen und dafür ste­hen ins­ge­samt 300.000 Euro zur Verfügung. 

Die Abwick­lung der För­der­instru­mente wird von der neuen Gesell­schaft für For­schungs­för­de­rung Nie­der­ös­ter­reich (GFF) über­nom­men, wel­che die bis­he­rige NÖ For­schungs- und Bil­dungs­ge­sell­schaft (NFB) ersetzt. Erfolg­rei­che Bei­spiele für den kom­pe­ti­ti­ven För­der­mo­dus sind etwa die For­sche­rIn­nen Clau­dia Gus­en­bauer vom Insti­tut für Holz­tech­no­lo­gie und Nach­wach­sende Roh­stoffe am BOKU-Stand­ort Tulln und Brian Hor­sak vom Depart­ment Gesund­heit der FH St. Pölten. 

Eine Art Rück­gabe an die Gesellschaft
Gus­en­bau­ers Dis­ser­ta­tion wurde beim Sci­ence Call Dis­ser­ta­tio­nen geför­dert. Nun hat sie eine Fix­an­stel­lung am Stand­ort erhal­ten. „Für diese Posi­tion war ein Dok­to­rat nötigt und das wurde mir durch die Unter­stüt­zung des Lan­des Nie­der­ös­ter­reich ermög­licht“, so Clau­dia Gus­en­bauer. Brian Hor­sak erhielt für seine Pro­jekte im Bereich Bio­me­cha­nik, Reha­bi­li­ta­tion und Digi­ta­li­sie­rung meh­rere För­de­run­gen über die Calls der NFB.

„Möchte man sich als Jung­for­scher in einem Fach­ge­biet eta­blie­ren, so muss man sich über meh­rere Jahre mit einem For­schungs­thema beschäf­ti­gen. Erst das bringt die nötige Tiefe und die Mög­lich­keit einer Art Rück­gabe an die Gesell­schaft. Dank der För­de­rung des Lan­des Nie­der­ös­ter­reich betrei­ben wir heute rele­vante For­schung für den medi­zi­ni­schen All­tag in der Bewe­gungs­ana­lyse und Reha­bi­li­ta­tion. Dafür bin ich sehr dank­bar und zugleich auch sehr stolz dar­auf“, betont Horsak. 

Kunst und Kul­tur im digi­ta­len Raum
In einer wei­te­ren För­der­ak­tion gemein­sam mit dem Bun­des­mi­nis­te­rium für Kunst, Kul­tur, öffent­li­chen Dienst und Sport (BMKÖS) ver­gibt das Land Nie­der­ös­ter­reich unter dem Titel „Kunst und Kul­tur im digi­ta­len Raum – Call 2021“ För­de­run­gen für inno­va­tive, digi­tale Pro­jekte. Die neue Aus­schrei­bung soll digi­tale Inno­va­tio­nen der künst­le­ri­schen Pro­duk­tion, der Wis­sens- und Kul­tur­ver­mitt­lung sowie der Kom­mu­ni­ka­tion mit dem Publi­kum ermöglichen. 

Die Band­breite der för­der­ba­ren For­mate ist bewusst weit gefasst, um der indi­vi­du­el­len Inno­va­ti­ons­kraft aus­rei­chend Ent­fal­tungs­mög­lich­kei­ten zu bie­ten. „Es ist wich­tig, dass auch die Kunst­szene aktiv am Digi­ta­li­sie­rungs­pro­zess teil­nimmt und das Kul­tur­le­ben auf ver­än­derte All­tags­prak­ti­ken, Teil­ha­be­mög­lich­kei­ten und Nut­zungs­wei­sen der Gesell­schaft ein­geht. Die erfreu­li­che Koope­ra­tion mit dem Bund ist ein bei­spiel­ge­ben­des Pro­jekt zur Wei­ter­ent­wick­lung der Kul­tur­land­schaft“, so Lan­des­haupt­frau Johanna Mikl-Leitner. 

Für den aktu­el­len „Call 2021“ ste­hen ins­ge­samt 2,5 Mil­lio­nen Euro zur Ver­fü­gung. Die Ein­rei­chung der Anträge erfolgt bei den Bun­des­län­dern. Die Pro­jekte wer­den je zur Hälfte vom jewei­li­gen Bun­des­land und vom Bund geför­dert und auch so auf­ge­teilt aus­be­zahlt. Eigen- und/​oder Dritt­mit­tel sind aus­drück­lich erwünscht. Das För­der­pro­gramm rich­tet sich an Ein­zel­künst­le­rIn­nen sowie Kunst- und Kul­tur­ein­rich­tun­gen aller Spar­ten. Die Ein­reich­frist läuft bis 31. Juli 2021, der Pro­jekt­zeit­raum von 1. Okto­ber 2021 bis 31. Dezem­ber 2022. 

Autor: red/mich/czaak
27.05.2021

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