
Umsatzsteigerungen in schwierigem Umfeld
Kleine und mittelständische Unternehmen steigern über Amazon ihren Exportumsatz um dreißig Prozent. Die US-Plattform bietet Unternehmenskunden auch gesonderte Services im Bereich Logistik und Vertrieb und sorgt generell für mehr internationale Sichtbarkeit.
Im vergangenen Jahr haben mehr als 320 Steirische Unternehmen ihre Produkte über Amazon verkauft und einen Exportumsatz von über 90 Millionen Euro erzielt. Das ergibt ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2024. Insgesamt verkauften die steirischen KMU über Amazon rund eine Millionen Produkte ins Ausland. Im Ranking der Bundesländer ergibt das in Bezug auf den Exportumsatz den zweiten Platz nach der Bundeshauptstadt Wien.
Das Wachstum der Steirer liegt mit 30 Prozent weit über dem Bundesschnitt. Österreichweit betrug das Exportumsatzwachstum von über Amazon verkaufende KMU sechs Prozent. Im Kontext mit dem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld erscheinen diese Zahlen entsprechend bedeutsam, so die Analyse aus dem „KMU Impact Report“ von Amazon, der kürzlich gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich präsentiert wurde.
Reichweite, Logistik und KI-gestützte Tools vom traditionellen Familienbetrieb bis zum innovativen Start-Up
Die Erhebung zeigt auch bundesweit eine positive Entwicklung : Österreichische KMU erwirtschafteten 2025 insgesamt mehr als 730 Mio. Euro über Amazon und verkauften mehr als 20 Millionen Produkte in über 150 Länder und Gebiete. Die Exportumsätze stiegen um sechs Prozent auf 641 Mio. Euro. Österreichs Gesamtexporte gingen laut Statistik Austria um 0,5 Prozent zurück.
„Mit einem Exportwachstum von ca. 30 Prozent zeigen Steirische KMU, dass auch regionale Betriebe digitale Vertriebskanäle erfolgreich für die Internationalisierung nutzen”, sagt Yorck von Mirbach, Country Lead Österreich und Schweiz bei Amazon. „Vom traditionellen Familienbetrieb bis zum innovativen Start-Up – wir bieten Reichweite, Logistik und KI-gestützte Tools, damit Unternehmen auch international wettbewerbsfähig bleiben.”
Neben Vertriebskanal auch Neukundengewinnung und Markenaufbau
Diese Entwicklung zeigt, wie erfolgreich internationale Skalierung auch aus der Region heraus gelingen kann. Im Falle der steirischen Betriebe reichen die Branchen von Kosmetik über Smart-Home-Lösungen bis hin zu innovativen Lifestyle- und Energielösungen. Der H1-Shop aus der Steiermark nutzt für seine Kosmetikmarke Cosphera etwa gezielt Versandservices durch Amazon (FBA). Hier übernimmt Amazon die Lagerung, den Versand und den Kundenservice.
„Indem wir den Service Versand durch Amazon nutzen, können wir sicherstellen, dass unsere Produkte schnell und zuverlässig ankommen. Dieser Service ist für uns ein wichtiger Baustein für nachhaltiges Wachstum und hohe Kundenzufriedenheit“, so der H1-Shop. Amazon dient dabei nicht nur als Vertriebskanal, sondern auch zu Neukundengewinnung und Markenaufbau.
„Ein guter Weg, um neue Produkte sichtbar zu machen und schnell Feedback aus dem Markt zu erhalten“
Auch steirische Erfolgsmarken wie J. Hornig nutzen Amazon zum Verkauf und zur Marktanalyse. „Amazon ist für uns ein wichtiger Umsatztreiber und zugleich ein guter Weg, um neue Produkte sichtbar zu machen und schnell Feedback aus dem Markt zu bekommen“, so Christoph Regger, Head of e‑Commerce & Digital Marketing.
Ein weiteres Beispiel ist NukiHome Solutions über deren Technologie rund zwei Milliarden Mal pro Jahr Sperraktionen via Smartphone, Smartwatch, Fingerabdruck, PIN-Code oder vollautomatisch per App durchgeführt werden. Nuki stieg bei Amazon über das Start-Up-Programm Amazon Launchpad ein. Für den europaweiten Vertrieb nutzt Nuki das Amazon-Programm PanEU FBA. Hier lagert und versendet Amazon für Unternehmen Produkte in mehreren europäischen Ländern.
Kostenlose Schulungen und mehr Sichtbarkeit für KMU
Amazon bietet zudem kostenlose Schulungen und weitere Dienstleistungen an, um Verkaufspartner beim internationalen Wachstum zu unterstützen. Gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich und dem Österreichischen E‑Commerce-Gütezeichen hat Amazon auch die Wissensplattform Quickstart Online aufgebaut. Angaben zufolge wurden hier bereits über 50.000 KMU im deutschsprachigen Raum beim Aufbau digitaler Fähigkeiten unterstützt hat. Die eigens entwickelte Storefront „Amazon & Kleine Unternehmen” soll zudem für mehr Sichtbarkeit sorgen : KMU werden mit einem „Kleine Unternehmen”-Badge gekennzeichnet und Kunden können gezielt nach lokalen Marken suchen.
In Österreich ist Amazon seit 2016 zugegen, wo ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Graz eröffnet wurde. Mittlerweile gibt es fünf Logistikstandorte in Wien, Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten. Amazon Web Services, Tochterunternehmen für IT-Dienste wie Cloud, hat einen Standort am Wiener Hauptbahnhof. Angaben zufolge hat Amazon seit 2016 in Österreich rund 1 Milliarde Euro an Investitionen in Infrastruktur und Personalkosten getätigt. Insgesamt erzielte Amazon 2025 einen Umsatz von rund 610 Milliarden Euro. (red/czaak)