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Unter der Ober­flä­che bro­delt die digi­tale Welle

Die Kom­ple­xi­tät der Digi­ta­li­sie­rung ist für die meis­ten Men­schen nur schwer greif­bar. Es braucht frühe Bil­dung und ein neues Wertesystem.

Die Digi­ta­li­sie­rung schrei­tet in sämt­li­chen Lebens- und Arbeits­wel­ten voran. “Die Gesell­schaft, in der wir leben, wird über­all von Infor­ma­tik unter­stützt, nichts mehr würde noch ohne sie funk­tio­nie­ren. Aber für die meis­ten Men­schen ist das über­haupt nicht in der Wahr­neh­mung vor­han­den”, sagte Carlo Ghezzi, Pro­fes­sor für Soft­ware Engi­nee­ring am Poli­tec­nico di Milano, im Rah­men der Dis­kus­sion “Why Com­pu­ter Sci­ence Matters”.
Die Unsicht­bar­keit die­ser Tech­no­lo­gie liegt laut Ghezzi vie­len Pro­ble­men, die es zur Zeit gibt, zugrunde. Auch seien die Men­schen immer noch nicht genü­gend aus­ge­bil­det, um mit den Her­aus­for­de­run­gen unse­rer “Cyber-Welt” umge­hen zu kön­nen. Sicht­bar sei immer nur eine banale Ober­flä­che, die nichts von der Kom­ple­xi­tät dar­un­ter ahnen lässt.

Digi­ta­les Verständnis
Um über­haupt gesell­schaft­li­che Debat­ten füh­ren zu kön­nen, brau­che es ein grö­ße­res Ver­ständ­nis in der Bevöl­ke­rung. Tho­mas A. Hen­zin­ger, Prä­si­dent des Insti­tute of Sci­ence and Tech­no­logy (IST) Aus­tria, plä­dierte für eine frü­her anset­zende Bil­dung. Schon von klein auf soll­ten Kin­der Pro­gram­mie­ren und “Com­pu­ta­tio­nal Thin­king” ler­nen, um spä­ter Pro­bleme und Gefah­ren abschät­zen zu kön­nen. J.M. Akker­mans, Pro­fes­sor für Wirt­schafts­in­for­ma­tik an der Freien Uni­ver­si­tät Ams­ter­dam, ver­glich die aktu­elle Ent­wick­lung mit dem Sie­ges­zug der Dampf­ma­schine in der Indus­tri­el­len Revo­lu­tion – man­che Aus­wir­kun­gen seien erwünscht, man­che nicht.
“Was fehlt, ist ein Wer­te­sys­tem”, erklärte Gerti Kap­pel, Pro­fes­so­rin für Wirt­schafts­in­for­ma­tik an der TU Wien : “Bei dem Auf­kom­men der ers­ten Autos gab es auch sol­che Dis­kus­sio­nen, ob das nicht zu gefähr­lich sei, aber jetzt haben sich Ver­hal­tens­re­geln eta­bliert.” Akker­mans ergänzte : “Wir müs­sen die Men­schen­rechte, Bür­ger­rechte und das Ver­ständ­nis von Pri­vat­sphäre neu den­ken und definieren.” 

Autor: APA-Science/red/stem
16.01.2017

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