Zum Inhalt
© Pexels.com/apasaric

Unter­neh­men bekla­gen Abhän­gig­keit von US-Cloudanbietern

Deut­scher Bit­kom-Ver­band mit umfas­sen­der Erhe­bung zur Cloud-Nut­zung deut­scher Unter­neh­men. Immer mehr Betriebe fürch­ten Abhän­gig­keit von AWS, Micro­soft & Co. und wün­schen sich hei­mi­sche Cloud-Anbieter. 

In der deut­schen Wirt­schaft wächst die Sorge vor einer zu hohen Abhän­gig­keit von Cloud-Diens­ten aus dem Aus­land. Fast zwei Drit­tel der Unter­neh­men in Deutsch­land wür­den ohne Cloud-Dienste still­ste­hen. Zugleich hal­ten mehr als drei Vier­tel (78 Pro­zent) Deutsch­land für zu abhän­gig von US-Cloud-Anbie­tern. 82 Pro­zent wün­schen sich große Cloud-Anbie­ter (Anm. Hypers­ca­ler) aus Deutsch­land oder Europa. Und jedes zweite Unter­neh­men, das Cloud-Com­pu­ting nutzt, sieht sich auf­grund der neuen US-Poli­tik gezwun­gen, die eigene Cloud-Stra­te­gie zu überdenken. 

Für 97 Pro­zent der Unter­neh­men Her­kunfts­land des Cloud-Anbie­ters entscheidend
Das sind Ergeb­nisse des neuen „Cloud Report 2025“ vom Digi­tal­ver­band Bit­kom, für den 604 Unter­neh­men ab 20 Beschäf­tig­ten in Deutsch­land reprä­sen­ta­tiv befragt wur­den. Für prak­tisch alle Unter­neh­men (97 Pro­zent), die Cloud-Dienste nut­zen, spielt ein ver­trau­ens­wür­di­ges Her­kunfts­land des Cloud-Anbie­ters eine zen­trale Rolle. Für rund 70 Pro­zent ist es zwin­gende Vor­aus­set­zung. Und: 100 Pro­zent wür­den deut­sche Anbie­ter bevor­zu­gen, dahin­ter folgt mit 61 Pro­zent ein Anbie­ter aus der EU. 

Die USA lie­gen mit sechs Pro­zent gleich­auf mit Groß­bri­tan­nien auf Platz 6, noch hin­ter den euro­päi­schen Nicht-EU-Staa­ten (14 Pro­zent), Japan (12 Pro­zent) und Indien (8 Pro­zent). „Die Cloud ist für die deut­sche Wirt­schaft unver­zicht­bar. Ange­sichts der geo­po­li­ti­schen Ver­än­de­run­gen ist der Cloud-Stand­ort Deutsch­land in den Fokus gerückt“, so Ralf Win­ter­gerst, Bit­kom-Prä­si­dent. „Deutsch­land muss sich aus ein­sei­ti­gen Abhän­gig­kei­ten lösen, auch bei digi­ta­ler Infra­struk­tur“, betont Wintergerst.

Sichere und leis­tungs­fä­hige Cloud aus Deutschland
Aller­dings muss ein Cloud-Dienst, der Daten aus­schließ­lich in Deutsch­land und vor aus­län­di­schem Zugriff geschützt ver­ar­bei­tet, kon­kur­renz­fä­hig sein. Sie­ben Pro­zent wären bereit, bis zu 20 Pro­zent mehr zu bezah­len und sechs Pro­zent wür­den Abstri­che bei der Bedien­bar­keit oder dem Ser­vice hin­neh­men. Zwei Drit­tel (65 Pro­zent) wür­den aller­dings keine die­ser Nach­teile akzeptieren. 

„Inter­na­tio­nale wett­be­werbs­fä­hige Unter­neh­men brau­chen eine inter­na­tio­nal wett­be­werbs­fä­hige IT“, sagt Win­ter­gerst. „Wir haben hier­zu­lande Anbie­ter, die welt­weit kon­kur­renz­fä­hige Ange­bote auf­bauen kön­nen. Klar ist: Eine deut­sche Cloud muss genauso gut und genauso güns­tig sein, wie die Ange­bote ande­rer Anbie­ter. Ist sie das nicht, bleibt sie ein Nischen­pro­dukt“, so der Bitkom-Boss.

Kom­men­den Diens­tag, den 17. Juni erscheint ein wei­te­rer Bericht zur Bit­kom-Stu­die über die ope­ra­tive Bedeu­tung von Cloud-Ange­bo­ten für Unternehmen.

Autor: red/czaak
13.06.2025

Weitere aktuelle Artikel

Bei den neuen gesetz­li­chen NIS‑2 Regu­la­rien zeigt sich beim Groß­teil der öster­rei­chi­schen Unter­neh­men Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit. Die nun­mehr gül­ti­gen Cyber­se­cu­rity-Maß­nah­men betref­fen rund 4.000 Betriebe direkt und über die Lie­fer­ket­ten rund 60.000 hei­mi­sche Unternehmen. Das neue Netz-Infor­ma­ti­ons-Gesetz (NIS) gilt seit 1. Okto­ber 2026 und mit die­sem Gesetz wird ein neues Niveau an Cyber­si­cher­heit für deut­lich mehr Unter­neh­men in […]
Es gibt eine Füh­rungs­lü­cke, die öster­rei­chi­sche Unter­neh­men nicht län­ger igno­rie­ren kön­nen. Ein Exper­ten­kom­men­tar von Alli­son Howell, CEO von Hogan Assessments.  Bran­chen­über­grei­fend sind Unter­neh­men mit einem bei­spiel­lo­sen Aus­maß an Ver­än­de­run­gen kon­fron­tiert. Wirt­schaft­li­che Unsi­cher­heit, der rasante tech­no­lo­gi­sche Wan­del, ver­än­derte Erwar­tun­gen der Beschäf­tig­ten und der zuneh­mende Ein­satz von künst­li­cher Intel­li­genz defi­nie­ren auch die Arbeits­welt neu. In die­sem Umfeld ist […]
Öster­rei­chi­sche Natio­nal­bank ver­mel­det ver­bes­ser­ten Kon­junk­tur­aus­blick schon für das zweite Halb­jahr 2026. 2027 und 2028 soll sich die posi­tive Ent­wick­lung des BIP dann noch ver­stär­ken. Die Infla­ti­ons­pro­gnose liegt für 2026 bei drei Pro­zent. Die Arbeits­lo­sen­quote soll spä­tes­tens ab 2027 sinken. Die Oes­ter­rei­chi­sche Natio­nal­bank (OeNB) prä­sen­tierte kürz­lich ihre aktu­elle Inte­rims­pro­gnose für die öster­rei­chi­sche Wirt­schaft für die Jahre […]
Die Zahl der Fir­men­plei­ten befin­det sich in Summe in den ers­ten drei Quar­ta­len 2026 auf Vor­jah­res­ni­veau. Die man­gels Masse abge­wie­se­nen Ver­fah­ren stei­gen hin­ge­gen deut­lich. Han­del, das Bau­ge­werbe und der Sek­tor Gas­tro­no­mie und Beher­ber­gung als Insol­venz­trei­ber, so aktu­elle Ana­lyse des KSV1870. Laut aktu­el­ler KSV1870 Hoch­rech­nung muss­ten in den ers­ten drei Quar­ta­len 2026 in Öster­reich 5.139 Unter­neh­men Insol­venz […]
Digi­tale Sou­ve­rä­ni­tät galt lange als poli­ti­sches Schlag­wort. Inzwi­schen ist sie für Unter­neh­men ope­ra­tive Rea­li­tät. Ein Exper­ten­kom­men­tar von Robin Schmeis­ser, Geschäfts­füh­rer von Faba­soft Contracts. Mit der rasant stei­gen­den Ver­brei­tung von künst­li­cher Intel­li­genz (KI), wach­sen­den Cloud-Abhän­gig­kei­ten und zuneh­men­dem regu­la­to­ri­schem Druck stellt sich eine unbe­queme Frage: Wie viel Kon­trolle haben Unter­neh­men noch über ihre Daten, Sys­teme und digi­ta­len […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram