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© FH St. Pölten_NicoleBilek

Unter­neh­men set­zen zuneh­mend auf Mixed Reality

Mecha­tro­nic Clus­ter von Nie­der­ös­ter­rei­chi­scher Eco­Plus ent­wi­ckelt mit FH St. Pöl­ten und Indus­trie­be­trie­ben neue Anwen­dun­gen im Bereich Vir­tual Rea­lity und Aug­men­ted Reality.

Aug­men­ted- und Vir­tual-Rea­lity (AR/VR), zusam­men­ge­fasst unter Mixed Rea­lity (MR), bie­ten neue Mög­lich­kei­ten im Bereich Daten­vi­sua­li­sie­rung, inter­ak­tive Kom­mu­ni­ka­tion und Aus­bil­dung. 25 Unter­neh­men pri­mär aus der Indus­trie ent­wi­ckel­ten in den zwei letz­ten Jah­ren zusam­men mit Hoch­schu­len im gemein­sa­men Pro­jekt „Mixed Rea­lity Based Col­la­bo­ra­tion 4 Indus­try“ meh­rere pra­xis­ori­en­tierte Anwendungen. 

Gelei­tet wurde das Pro­jekt vom Eco­Plus Mecha­tro­nik-Clus­ter Nie­der­ös­ter­reich. Unter­schied­li­che Indus­trie­un­ter­neh­men brach­ten kon­krete Anwen­dungs­fälle für den Ein­satz von MR ein und ent­wi­ckel­ten diese gemein­sam mit der Fach­hoch­schule St. Pöl­ten sowie ande­ren Hoch­schu­len und For­schungs­ein­rich­tun­gen weiter. 

Ret­tungs­groß­ein­satz vir­tu­ell trainieren
Die MR-Anwen­dun­gen stamm­ten aus vier The­men­be­rei­chen : der Unter­stüt­zung der Pro­duk­tion direkt an der Maschine, dem Remote Sup­port für orts­un­ab­hän­gige Anla­gen-Ser­vices, Schu­lung und Trai­ning, etwa in der moder­nen Lehr­lings­aus­bil­dung sowie der Prä­sen­ta­tion von Pro­duk­ten in vir­tu­el­len Schau­räu­men. „Das Pro­jekt hat gezeigt, dass der kon­krete Mehr­wert für die Unter­neh­men beim Remote Sup­port sowie bei der Schu­lung am größ­ten ist“, sagt Tho­mas Moser, Pro­jekt­lei­ter und Chef der For­schungs­gruppe „Digi­tal Tech­no­lo­gies“ an der FH St. Pölten.

Auch das Rote Kreuz Nie­der­ös­ter­reich nutzte im Pro­jekt Vir­tual Rea­lity und simu­lierte dabei Ein­satz­sze­na­rien bei Groß­un­fäl­len. Im vir­tu­el­len Raum wird man selbst Ein­satz­lei­te­rIn und erlebt real, wel­che Her­aus­for­de­run­gen hier dann auf einen zukom­men. Ein­sätze mit meh­re­ren Ver­letz­ten erfor­dern von den Ein­satz­kräf­ten zusätz­lich zu den sani­täts­tech­ni­schen Maß­nah­men auch viel­fäl­tige orga­ni­sa­to­ri­sche Fähig­kei­ten. Bis­her wur­den diese Sze­na­rien immer auf­wän­dig mit Schau­spie­lern und Kulis­sen dar­ge­stellt. Nun sind auch ein rea­li­täts­kon­for­mes Erle­ben und Üben mit­tels Vir­tual Rea­lity (VR) möglich.

Vir­tu­elle Pin­na­deln im Werk
In einem wei­te­ren Pro­jekt wur­den gemein­sam mit dem Kar­ton­pro­du­zent Mayr-Meln­hof Ein­satz­mög­lich­kei­ten für MR-End­ge­räte (z. B. Smart­phones oder Head­sets) ent­wi­ckelt, mit denen Mit­ar­bei­ter die Instand­hal­tungs­do­ku­men­ta­tion und Hil­fe­stel­lun­gen ein­ge­blen­det bekom­men, ohne den Ort der War­tung ver­las­sen zu müs­sen. Dadurch wird die Zeit für Instand­hal­tungs­auf­ga­ben verkürzt. 

Durch eine zusätz­li­che Ver­bin­dung zur Mate­ri­al­be­schaf­fung kön­nen Instand­hal­ter dann auch leicht über das Lager Mate­rial bestel­len. Mit „vir­tu­el­len Pin­na­deln“ wer­den Infor­ma­tio­nen in Form von Tex­ten oder Bil­dern an rea­len Objek­ten ange­bracht. So kön­nen in einer indus­tri­el­len Pro­duk­ti­ons­an­lage alle Mit­ar­bei­ter War­tungs­be­darf oder Auf­fäl­lig­kei­ten an einer Maschine sehr ein­fach und berüh­rungs­los mit ihrem Smart­phone markieren.

Hard­ware und Soft­ware und Innovation
Die betei­lig­ten Fir­men und For­schungs­ein­rich­tun­gen haben vor allem Soft­ware für ver­schie­dene Anwen­dun­gen ent­wi­ckelt und eva­lu­iert. Am Markt ver­füg­bare Hard­ware wie etwa ver­schie­dene Daten­bril­len oder MR-Head­sets wurde getes­tet und genutzt. Die Rechte für die ent­wi­ckelte Soft­ware bleibt bei den Fir­men, falls die Soft­ware fir­men­spe­zi­fisch ist. Soft­ware, die auch für andere Unter­neh­men inter­es­sant sein kann, wird in rund einem hal­ben Jahr als Open Source zur Ver­fü­gung gestellt. 

„Dadurch erhal­ten die Fir­men, die im Pro­jekt betei­ligt waren, einen gewis­sen zeit­li­chen Vor­sprung durch ihre Pro­jekt­be­tei­li­gung“, erklärt Tho­mas Moser von der FH St. Pöl­ten. Das Pro­jekt wird im Rah­men der Pro­gramm­li­nie „Coll­ec­tive Rese­arch“ von der Öster­rei­chi­schen For­schungs­för­de­rungs­ge­sell­schaft (FFG) geför­dert. Die Unter­neh­men brin­gen Geld für die Anwen­dungs­fälle ein. Part­ner im Pro­jekt sind eco­plus NOe, FOTEC For­schungs- und Tech­no­lo­gie­trans­fer GmbH, IMC FH Krems, FH Ober­ös­ter­reich Cam­pus Steyr und TU Wien. 

Autor: red/mich
19.04.2021

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