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© pexels/lil artsy

Unter­schied­li­che Ent­wick­lung bei Privatkonkursen

Gläu­bi­ger­schutz­ver­band Cre­dit­re­form ana­ly­siert end­gül­tige Zah­len bei pri­va­ten Kon­kur­sen 2022. Gesamt­zahl steigt um rund 19 Pro­zent. Man­gels Ver­mö­gen abge­wie­sene Ver­fah­ren stei­gen um 72 Prozent.

Neben den Zah­len bei Unter­neh­men (siehe geson­der­ter Bericht), hat der Gläu­bi­ger­schutz­ver­band Cre­dit­re­form auch die fina­len Zah­len bei den Pri­vat­in­sol­ven­zen für das Jahr 2022 in Ös­ter­reich ana­ly­siert. Die Gesamt­zahl ist hier um rund 19 Pro­zent auf 9.079 Ver­fah­ren ange­stie­gen und hat damit noch nicht das Vor­pan­de­mie­ni­veau erreicht. Die Zahl der eröff­ne­ten Schul­den­re­gu­lie­rungs­ver­fah­ren ist um 15 Pro­zent auf rund 8.300 geklet­tert, die man­gels Ver­mö­gen abge­wie­se­nen Insol­ven­zen gar um 72 Pro­zent auf 771 Verfahren.

„Der Trend bei den Pri­vat­in­sol­ven­zen zeigt stark nach oben. Trotz guter Arbeits­markt­lage und staat­li­cher Hil­fen führt die all­ge­meine Teue­rungs­welle bei immer mehr Ös­ter­rei­che­rIn­nen zur Zah­lungs­un­fähig­keit und diese Ver­schär­fung wird sich auch im heu­ri­gen Jahr 2023 fort­set­zen“, sagt Ger­hard M. Wein­ho­fer, Geschäfts­füh­rer des Gläu­bi­ger­schutz­ver­ban­des Creditreform.

Die Ursa­chen und die Ent­wick­lung in den Bundesländern
Die Ursa­chen für Insol­ven­zen bei Pri­vat­per­so­nen lie­gen meist im Ver­lust des Arbeits­plat­zes, in der geschei­ter­ten Selb­stän­dig­keit sowie gene­rell im sorg­lo­sen Umgang mit Geld begrün­det. Dazu kom­men oft wei­tere, die Insol­venz aus­lö­sende Fak­to­ren im per­sön­li­chen Bereich wie etwa Krank­heit oder Schei­dung. Neu hinzu kom­men die Aus­wir­kun­gen von Infla­tion und stei­gen­der Zin­sen nach dem Ende der Null­zins­po­li­tik der EZB, so wei­tere Ana­ly­sen der Creditreform.

Der Blick auf die Bun­des­län­der zeigt über­all stei­gende Insol­ven­zen. In Wien gab es mit einem Plus von 7 Pro­zent den gerings­ten Zuwachs. Den­noch ereig­nete sich ein Drit­tel aller Pri­vat­in­sol­ven­zen in der Bun­des­haupt­stadt, die Spit­zen­rei­ter bei der abso­lu­ten Zahl (2.991 Insol­ven­zen) ist. Fast 19 von 10.000 erwach­se­nen Wie­nern muss­ten Insol­venz anmel­den. Bur­gen­län­der sind mit 6 von 10.000 Erwach­se­nen am wenigs­ten insol­venz­ge­fähr­det. Ös­ter­reich­weit waren 12 von 10.000 Erwach­se­nen zahlungsunfähig.

Ein­schät­zung und Ausblick
Die pan­de­mie­be­ding­ten Zei­ten sin­ken­der Pri­vat­in­sol­ven­zen sind vor­bei. Corona und die eigene Gesund­heit ste­hen nicht mehr vor­ran­gig im Fokus. Die Leute küm­mern sich nun wie­der ver­stärkt um ihre finan­zi­el­len Ange­le­gen­hei­ten und neh­men die durch die Insol­venz­rechts­no­velle 2021 ein­ge­führte schnel­lere Ent­schul­dung in Anspruch. Die hohe Infla­tion zwingt viele zu Ent­schei­dun­gen, wel­che Rech­nun­gen vor­ran­gig zu bezah­len sind. Die nied­rige Arbeits­lo­sig­keit und staat­li­che Zuschüsse hel­fen der­zeit noch über diese Ent­schei­dung hin­weg, so die Ein­schät­zung der Creditreform-Experten.
Im neuen Jahr wer­den nun höhere Strom­rech­nun­gen und Mie­ten schla­gend und ein Blick in den Ein­kaufs­wa­gen zeigt die mas­sive Ver­teue­rung zahl­rei­cher Pro­dukte. Dazu kom­men die durch die Zins­er­höhun­gen ange­ho­be­nen Kre­dit­ra­ten. „Infla­tion und hohe Zin­sen sowie die Aus­wir­kun­gen der dro­hen­den Rezes­sion wer­den 2023 die Trei­ber für wei­ter stei­gende Pri­vat­in­sol­ven­zen sein. Es müß­ten schon mas­sive staat­li­che Ein­griffe durch Aus­gleichs­zah­lun­gen und Preis­kon­trol­len erfol­gen, wollte man das Über­schrei­ten der Schwelle von 10.000 Pri­vat­in­sol­ven­zen gegen Ende des Jah­res ver­hin­dern“, so die abschlies­sende Ana­lyse von Ger­hard M. Wein­ho­fer, Geschäfts­füh­rer von Creditreform. 

Autor: red/czaak
09.01.2023

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