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© pexels/rdne stock project

Ver­än­de­run­gen bei Start-Up-Invest­ments von Family Offices

Fast minus fünf­zig Pro­zent bei glo­ba­len Inves­ti­tio­nen von Eigen­tü­mer­fa­mi­lien in Start-Ups und Ver­la­ge­rung auf Later-Stage-Start-Ups. Gegen Trend ver­dop­peln sich hei­mi­sche Invest­ments, so Stu­die von PwC und Family Capital.

Nach dem Rekord­jahr 2021 sind die von Family Offices, vulgo Eigen­tü­mer­fa­mi­lien, getä­tig­ten Inves­ti­tio­nen in Start-Ups im Jahr 2022 welt­weit mas­siv gesun­ken. Der Gesamt­wert fiel um knapp 45 Pro­zent auf rd. 162 Mil­li­ar­den Dol­lar (2021 : 295 Mil­li­ar­den Dol­lar). Die Anzahl der Invest­ments sank um 22 Pro­zent auf 4.736 (2021 : 6.092). Grund für den ers­ten Rück­gang seit elf Jah­ren ist eine risi­ko­averse Invest­ment-Stra­te­gie in Hin­blick auf die unsi­chere Wirtschaftslage. 

Das sind Ergeb­nisse der aktu­el­len Stu­die „Family Office Deals“ der Wirt­schafts­prü­fungs- und Bera­tungs­ge­sell­schaft PwC und Family Capi­tal. Die Stu­die basiert Anga­ben zufolge auf einer Ana­lyse von welt­weit 6.530 Family Offices und gäbe „Ein­blick in die dis­krete Welt der Ver­mö­gens­ver­wal­tung von Eigen­tü­mer­fa­mi­lien“, so PwC in einer Aussendung.

USA, Indien, Groß­bri­tan­nien, Deutsch­land und Frank­reich als wich­tigste Zielmärkte
„Durch die jüngs­ten geo­po­li­ti­schen Tur­bu­len­zen sind die Invest­ments bei Start-Ups gesun­ken. Par­al­lel legen Family Offices ihren Fokus auf mit­tel­große Deals und schlie­ßen sich mit ande­ren Inves­to­ren zu Club Deals zusam­men”, so Georg Erdé­lyi, Part­ner bei PwC Öster­reich. „Trotz des Rück­gangs haben sich Family Offices zu einer wich­ti­gen Inves­to­ren­gruppe für Start-Ups eta­bliert. Fast ein Drit­tel des welt­weit inves­tier­ten Start­ka­pi­tals stammte 2022 von Family Offices“, ergänzt Erdélyi. 

Beson­ders beliebt bei Family-Invest­ments waren im ver­gan­ge­nen Jahr Start-Ups in den Berei­chen Soft­ware as a Ser­vice („SaaS“) sowie Tech, Medien und Tele­kom­mu­ni­ka­tion. Lösun­gen für Finanz­tech­no­lo­gie („FinTechs“) stan­den an drit­ter Stelle. Gemes­sen an der Anzahl der Deals zäh­len 2022 vor allem die USA, Indien, Groß­bri­tan­nien, Deutsch­land und Frank­reich zu den wich­tigs­ten Ziel­märk­ten. Das mit Abstand meiste Kapi­tal ging an Start-Ups mit Sitz in den USA.

Lang­zeit Trends und Inves­ti­tio­nen Öster­rei­chi­scher Family Offices
Bis 2018 inves­tier­ten Family Offices über­wie­gend in soge­nannte Early-Stage-Start-Ups. Ab 2018 kon­zen­trier­ten sie sich dann pri­mär auf Later-Stage-Start-ups. Dies deute dar­auf hin, dass „Family Offices risi­ko­aver­ser gewor­den sind und eine Vor­liebe für zuver­läs­si­gere und eta­blier­tere Geschäfts­mo­delle zei­gen.“ Zuletzt kam es immer öfter zu soge­nann­ten Club Deals, wo sich Family Offices mit ande­ren Inves­to­ren zusam­men­schlie­ßen. 2021 mach­ten diese 92 Pro­zent der Inves­ti­tio­nen aus, 2022 fie­len sie leicht auf 89 Pro­zent zurück. 

Öster­rei­chi­sche Family Offices hin­ge­gen kon­tern den glo­ba­len Trend und inves­tier­ten 2022 mehr als dop­pelt so viel Kapi­tal in Start-Ups als im Vor­jahr. Wäh­rend sie 2021 elf Inves­ti­tio­nen im Gesamt­wert von 64 Mil­lio­nen tätig­ten, stieg 2022 die Inves­ti­ti­ons­summe im Rah­men von 16 Deals auf 145 Mil­lio­nen Dol­lar an. „Zu den stärks­ten Indus­trien für hei­mi­sche Family Office Trans­ak­tio­nen zähl­ten 2022 etwa „Soft­ware as a Ser­vice gemein­sam mit Mobile, KI, Fin­Tech und Medi­zin-Tech­no­lo­gie”, so PwC-Experte Erdélyi. 

Autor: red/mich/cc
13.06.2023

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