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Ver­mehrt exis­ten­ti­elle Sor­gen bei deut­schen Unternehmen

In Deutsch­land fürch­ten Unter­neh­men und Selb­stän­dige ver­stärkt um ihre Exis­tenz. Bran­chen­über­grei­fend sind feh­lende Auf­träge und stei­gen­der inter­na­tio­na­ler Wett­be­werb die pri­mä­ren Ursa­chen, so aktu­elle ifo-Umfrage.

Der Anteil deut­scher Unter­neh­men, die akut um ihre wirt­schaft­li­che Exis­tenz fürch­ten, steigt. Das geht aus einer aktu­el­len Umfrage des ifo Insti­tuts her­vor. „Der kon­ti­nu­ier­li­che Anstieg bei den Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen dürfte sich fort­set­zen“, sagt Klaus Wohl­rabe, Lei­ter der ifo-Umfra­gen. „Neben feh­len­den Auf­trä­gen macht der stei­gende inter­na­tio­nale Wett­be­werbs­druck vie­len Unter­neh­men der­art zu schaf­fen, dass sie ihre Zukunft akut gefähr­det sehen.“ 

Erheb­li­che Liqui­di­täts­eng­pässe durch Auftragsmangel 
Diese wach­sen­den Exis­tenz­sor­gen spie­geln sich auch in der Insol­venz­ent­wick­lung wider, die deut­lich über dem Niveau der Vor­jahre lie­gen. Bei den Begrün­dun­gen der Betriebe ste­hen bran­chen­über­grei­fend der zu erheb­li­chen Liqui­di­täts­eng­päs­sen füh­rende Auf­trags­man­gel an ers­ter Stelle. Par­al­lel dazu belas­ten gestie­gene Betriebs- und Per­so­nal­kos­ten die Unter­neh­men, wäh­rend die anhal­tende Kauf­zu­rück­hal­tung die Umsätze schmä­lert. Wach­sende büro­kra­ti­sche Anfor­de­run­gen ver­schär­fen den Kos­ten­druck zusätz­lich. Beson­ders belas­tend wirkt sich dar­über hin­aus die Kom­bi­na­tion aus hohen Ener­gie­kos­ten und wach­sen­der inter­na­tio­na­ler Kon­kur­renz aus. 

Die glei­che belas­tende Situa­tion gilt auch bei den selb­stän­di­gen Ein­per­so­nen-Unter­neh­men. Hier befürch­ten mitt­ler­weile laut ifo-Insti­tut 18 Pro­zent, dass ihr Geschäft auf­ge­ben müs­sen. Die­ser Wert liegt deut­lich höher als in der Gesamt­wirt­schaft mit sie­ben Pro­zent. Der Haupt­grund dafür sind feh­lende Auf­träge. „Die Selb­stän­di­gen ste­hen immer mehr unter wirt­schaft­li­chem Druck“, sagt Kat­rin Dem­mel­hu­ber vom Münch­ner ifo-Institut. 

Zusätz­li­che Belas­tung für Kleinst­be­triebe durch feh­lende Auf­träge grö­ße­rer Unternehmen
Bei die­sen kleins­ten unter­neh­me­ri­schen Ein­hei­ten mel­den im Okto­ber nahezu die Hälfte der Befrag­ten zu wenig Auf­träge. Bei den Selb­stän­di­gen ist der Anteil hier noch höher als in der Gesamt­wirt­schaft. „Auf­grund der wirt­schaft­li­chen Unsi­cher­heit sind Groß­un­ter­neh­men mit Auf­trä­gen zurück­hal­tend“, erläu­tert ifo-Exper­tin Dem­mel­hu­ber einen Grund für die ver­gleichs­weise zusätz­li­che Belas­tung der Selbständigen. 

Bei den grö­ße­ren Betrie­ben zeigt sich der Anstieg der Exis­tenz­sor­gen vor allem im Ver­ar­bei­ten­den Gewerbe. Hier berich­ten knapp neun Pro­zent der Unter­neh­men von tief­grei­fen­den wirt­schaft­li­chen Pro­ble­men. Im letz­ten Jahr waren es noch etwas über sechs Pro­zent. Auch im Ein­zel­han­del hat die Insol­venz­ge­fahr zuge­nom­men. Hier sehen sich fast 14 Pro­zent der Unter­neh­men in ihrer wirt­schaft­li­chen Exis­tenz bedroht. Vor einem Jahr lag der Wert bei knapp über zehn Prozent.

Etwas bes­ser schaut es im soge­nann­ten Bau­haupt­ge­werbe aus, hier ist der Anteil trotz der Krise im Woh­nungs­bau von rund neun auf acht Pro­zent gesun­ken. Ent­span­nung gab es auch im Dienst­leis­tungs­sek­tor, nach rund sie­ben Pro­zent im Vor­jahr sehen nun knapp sechs Pro­zent der Unter­neh­men mas­sive wirt­schaft­li­che Probleme.

Autor: red/czaak
19.11.2024

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