
Vertrauen als messbarer Wirtschaftsfaktor
Security und insbesondere Cybersecurity wird für Unternehmen immer mehr zum strategischen Erfolgsfaktor. Unterstützt mit KI und Automation gibt es positive Auswirkungen auf Kundenvertrauen, Markenstärke und neue Wertschöpfung. Eine internationale Studie zeigt nun auch messbare Steigerungen beim Wachstum.
Cybersicherheit entwickelt sich von der reinen Abwehrmaßnahme zum strategischen Erfolgsfaktor. Unternehmen, die das Thema frühzeitig in Transformations‑, Technologie- oder Marktexpansionsinitiativen einbinden, schaffen eine nachhaltige Erhöhung der Wertschöpfung. Bei großen Industriebetrieben oder internationalen Konzernen trägt die Cybersecurity-Funktion bereits bis zu 20 Prozent des Werts von strategischen Projekten bei, an denen sie aktiv beteiligt ist, so eine neue internationale Studie von EY.
Trotz dieser Entwicklung werden nur 13 Prozent der Chief Information Security Officers (CISOs) in frühen Phasen von Entscheidungsprozessen eingebunden. „Diese Diskrepanz verdeutlicht, dass viele Unternehmen das Potenzial von Cybersecurity noch immer unterschätzen und dadurch Chancen auf Wertschöpfung, Vertrauen und Wettbewerbsfähigkeit verpassen“, so Gottfried Tonweber, Leiter Cybersecurity bei EY Österreich. „Cybersecurity ist heute ein integraler Bestandteil unternehmerischer Wertschöpfung, Vertrauen wird zu einem messbaren Wirtschaftsfaktor“, betont Tonweber.
Cybersecurity schafft neue betriebliche Wertschöpfung
Die EY-Studie belege, dass Cybersecurity-Teams einen erheblichen Beitrag zu den Erfolgen von Digitalisierungs- und Innovationsprojekten leisten. Besonders hohe Wertschöpfung entsteht dort, wo Cyberfunktionen von Anfang an in die strategische Planung eingebunden werden. Das gilt bei der Entwicklung neuer Produkte, dem Eintritt in neue Märkte oder der Einführung neuer Technologien. Bei den in der Studie befragten 550 Unternehmen waren Cybersecurity-Teams in über der Hälfte aller Technologie- und Innovationsprojekte sowie bei knapp der Hälfte der Projekte zur Verbesserung der Kundenerfahrung aktiv beteiligt.
„Die Zeiten, in denen Cybersecurity nur als Kostenfaktor oder regulatorische Pflicht gesehen wurde, sind vorbei“, sagt Bernhard Zacherl, Direktor Cybersecurity bei EY Österreich. „Wer Cyberstrategien intelligent mit Geschäftszielen verknüpft, steigert die Innovationsgeschwindigkeit und kann zudem auch neue Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) schneller, sicherer und vertrauenswürdiger einsetzen“, so Zacherl.
„Secure Creators“ sind Vorreiter bei Vertrauen und Wachstum
EY unterscheidet in der Studie zwischen sogenannten „Secure Creators“, das sind Unternehmen mit integrierten Cyberstrategien, und weniger entwickelten „Prone Enterprises“. Secure Creators sind durchgängig erfolgreicher : Sie erzielen eine um 16 Prozentpunkte höhere Markenvertrauensrate, verbessern die Kundenzufriedenheit signifikant und sind doppelt so häufig zufrieden mit der unternehmensweiten Zusammenarbeit.
Diese Unternehmen verankern Cybersicherheit nicht als isolierte Abteilung, sondern als Katalysator für Innovation, Geschwindigkeit und Kundennähe. „Besonders in wachstumsorientierten Branchen wie Finanzdienstleistungen, Energie oder Telekommunikation trägt Cybersicherheit wesentlich dazu bei, neue digitale Geschäftsmodelle sicher und regelkonform umzusetzen“, so Gottfried Tonweber von EY Österreich.
KI und Automatisierung steigern Effizienz und Innovationskraft
Neben der strategischen Integration von Cybersecurity, wird auch ein vernetzter Einsatz von KI und Automatisierung immer relevanter. Laut der EY-Studie erzielen Organisationen, die ihre Cyberlandschaft vereinfachen und automatisieren, jährliche Kosteneinsparungen von durchschnittlich 1,7 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig verkürzen sich Erkennungs- und Reaktionszeiten auf Bedrohungen im Mittel um 28 Prozent.
Mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen investieren die durch Automatisierung freiwerdenden Mittel gezielt in Innovation, KI-Integration und Produktentwicklung. Damit wird Cybersicherheit auch zunehmend zum Motor der digitalen Transformation. „Wir sehen, dass führende Unternehmen ihre Cyber-Architekturen konsequent vereinfachen und damit Raum für Innovation schaffen. Gerade im Kontext von KI ist Sicherheit nicht der Bremsklotz, sondern der Beschleuniger und das Fundament für Vertrauen und Skalierbarkeit“, unterstreicht Gottfried Tonweber Leiter Cybersecurity EY Österreich.
Handlungsbedarf : CISOs müssen früher eingebunden werden
Trotz dieser Erkenntnisse zeigt die Studie, dass fast 60 Prozent der Cyberverantwortlichen noch immer nicht bei strategischen Entscheidungen konsultiert werden. Besonders bei Projekten rund um Cloud-Migration, M&A oder Produktentwicklung werden Sicherheitsfragen oft erst im Nachhinein adressiert, ein Fehler, der Zeit, Geld und Vertrauen koste.
„Cybersecurity sollte in jeder unternehmerischen Initiative von Beginn an mitgedacht werden, nicht erst, wenn ein Problem auftritt. Frühzeitige Einbindung bedeutet schnellere Umsetzung, höhere Kundenzufriedenheit und bessere Governance. Das ist gelebte unternehmerische Verantwortung im digitalen Zeitalter“, resümiert Bernhard Zacherl, Direktor Cybersecurity bei EY Österreich. (red/cc)