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Vom Stamm- zum Wechselwähler

Immer mehr Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler ent­schei­den nach The­men. Wie glaub­wür­dig Par­teien diese The­men beset­zen und ver­tre­ten, ent­schei­det über ihren Erfolg.

Wohl­fahrts­staat, Wirt­schaft und Inte­gra­tion – diese The­men sind Klas­si­ker öster­rei­chi­scher Wahl­aus­ein­an­der­set­zun­gen. Das waren sie 2008, das waren sie 2013, das wer­den sie auch bei kom­men­den Wah­len sein. „Diese The­men, vor allem soziale Gerech­tig­keit und Wirt­schaft, waren auch schon frü­her wich­tig“, sagt die Poli­tik­wis­sen­schaf­te­rin Syl­via Krit­zin­ger von der Uni­ver­si­tät Wien. Und doch hat sich grund­le­gend etwas geändert.

Vor­her­seh­bar
Wer aus der Arbei­ter­schaft kam, für den war es frü­her keine Frage, wen er wäh­len würde. Ebenso wie es für Land­wirte und Unter­neh­mer keine Frage war. „Wahl­aus­gänge waren viel vor­her­seh­ba­rer“, so Krit­zin­ger. Seit den 70er Jah­ren aber lösen sich die stren­gen Zuge­hö­rig­kei­ten auf. Das hat mit dem Ent­ste­hen der Mit­tel­klasse zu tun, die sich nicht mehr in ers­ter Linie einer Par­tei zuge­hö­rig fühlt. Wis­sen­schaft­li­ches Neu­land betritt die Öster­rei­chi­sche Natio­nale Wahl­stu­die (Aus­trian Natio­nal Elec­tion Study – AUT­NES) mit Unter­stüt­zung des Wis­sen­schafts­fonds FWF. „Unsere For­schung zeigt, dass die Wich­tig­keit des The­mas mehr und mehr die Wahl der Par­tei beein­flusst“, erläu­tert Kritzinger.

Markt­lü­cke
„Es ver­hält sich wie bei Unter­neh­men, wer mit einem Pro­dukt zuerst am Markt ist, der domi­niert“, zieht Krit­zin­ger einen Ver­gleich mit der Wirt­schaft. Und wie bei Unter­neh­men kön­nen Markt­lü­cken ent­ste­hen. „Durch die Koali­tion mit der SPD hat die CDU ihre rechte Flanke geöff­net, da sie stra­te­gisch linke Posi­tio­nen besetzt hat“, wirft die Wis­sen­schaf­te­rin einen Blick ins benach­barte Aus­land. „Dadurch ergab sich für die AfD die Mög­lich­keit, bestimmte Posi­tio­nen und The­men zu beset­zen.“ In Öster­reich, kon­sta­tiert sie, sei momen­tan zu sehen, wie The­men reak­ti­viert wer­den. In die­sem Fall durch die SPÖ, die durch die neue Par­tei­spitze offen­siv tra­di­tio­nelle Posi­tio­nen wie­der stär­ker besetzt. 

Autor: red/stem
23.12.2016

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