
Weiter angespannte Situation im Einzelhandel
Aktuell schätzen deutsche Betriebe im Einzelhandel die Geschäftslage nur geringfügig positiver ein. Gesamtsituation und Ausblick 2026 bleibt herausfordernd. Fast 50 Prozent verzeichnen geringere Kundenfrequenz.
Der von den Wirtschaftsforschern des Münchner ifo Instituts regelmäßig erhobene Geschäftsklima-Index hat sich im Einzelhandel nun leicht verbessert. Die Unternehmen beurteilen ihre aktuelle Lage etwas positiver, bleiben jedoch für die Zukunft zurückhaltend. „Das Geschäftsklima bei den Einzelhändlern bewegt sich auf niedrigem Niveau seitwärts“, sagt Patrick Höppner, Wirtschaftsexperte beim ifo-Instituts. „Besonders die Erwartungen bleiben eingetrübt. Viele Händler gehen davon aus, dass die Geschäftssituation bis ins Jahr 2026 sehr herausfordernd bleiben wird.“
Bei fast fünfzig Prozent der Betriebe geringere Kundenfrequenz
Beim Fokus auf die einzelnen Branchen zeigt eine verbesserte Stimmung etwa in den Möbelhäusern und bei Baumärkten, während sie sich im Bekleidungseinzelhandel leicht verschlechtert hat. Über die Hälfte der Händler berichtete von zurückhaltenden Verbrauchern. In stationären Geschäften war die Kundenfrequenz im dritten Quartal bei fast der Hälfte (Anm. 45,3 Prozent exakt) der Einzelhändler niedriger als saisonüblich. „Die Online-Shops der Einzelhändler waren etwas besser besucht, dort registrierten rund 24 Prozent der Händler weniger Klicks als saisonüblich“, so Höppner.
Etwas mehr Einzelhändler planen in den kommenden Monaten mit steigenden Verkaufspreisen. Der Indikator für die Preiserwartungen stieg im Oktober leicht. Besonders die Möbelhäuser und die Lebensmitteleinzelhändler planen häufiger als der Einzelhandel insgesamt, ihre Preise anzuheben. Der Fachkräftemangel bleibt für 25 Prozent der Einzelhändler herausfordernd. Knapp sieben Prozent berichten von Finanzierungsschwierigkeiten. (red/cc)