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© pexels/anna shvets

Wei­te­rer Erfolg für neue The­ra­pie bei Lungenkarzinom

Eine neue Immun­the­ra­pie beim klein­zel­li­gen Lun­gen­kar­zi­nom über­zeugt in kli­ni­scher Phase II Stu­die. Karl Land­stei­ner Uni­ver­si­tät über­nimmt mit Behand­lung zahl­rei­cher Betrof­fe­ner beson­ders aktive Rolle.

Die Ergeb­nisse einer jetzt ver­öf­fent­lich­ten kli­ni­schen Stu­die der Phase II eines Immun­the­ra­peu­ti­kums (Tar­la­ta­mab) zur Behand­lung des klein­zel­li­gen Lun­gen­kar­zi­noms bele­gen des­sen Anti-Tumor-Akti­vi­tät und zei­gen eine viel­ver­spre­chende Ver­län­ge­rung des Gesamt­über­le­bens der Betrof­fe­nen. Die inter­na­tio­nale Stu­die (Anm. DeLL­phi-301) wurde in 17 Län­dern an 56 kli­ni­schen Zen­tren durch­ge­führt und aktu­ell nun im New Eng­land Jour­nal of Medi­cine veröffentlicht.

Schlechte Über­le­bens­chan­cen bei klein­zel­li­gem Lungenkarzinom
Eine beson­ders aktive Rolle hatte dabei das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Krems der Karl Land­stei­ner Pri­vat­uni­ver­si­tät für Gesund­heits­wis­sen­schaf­ten (KL Krems), wo zahl­rei­che Betrof­fene aus Öster­reich, der Schweiz und Tsche­chien betreut wur­den. Tar­la­ta­mab wurde dabei als mög­li­che Behand­lungs­al­ter­na­tive für bis­her als aus­the­ra­piert gel­tende Betrof­fene eva­lu­iert und die nun vor­lie­gen­den Ergeb­nisse sind dies­be­züg­lich viel­ver­spre­chend, so die KL Krems in einer Aussendung.

Das klein­zel­lige Lun­gen­kar­zi­nom ist eine schwer­wie­gende Erkran­kung, die mit schlech­ten Über­le­bens­chan­cen ver­bun­den ist. Obwohl die meis­ten Betrof­fe­nen auf eine Erst- und Zweit­li­ni­en­the­ra­pie anspre­chen, kommt es in der Regel inner­halb weni­ger Monate zu einem Fort­schrei­ten der Erkran­kung. Die Optio­nen für eine dar­auf­fol­gende Dritt­li­ni­en­be­hand­lung sind jedoch sehr begrenzt, da es aktu­ell kein zuge­las­se­nes Medi­ka­ment dafür gibt. Die kli­ni­sche Eva­lu­ie­rung eines neuen Immun­the­ra­peu­ti­kums der Firma Amgen Inc. gibt Anlass zu Hoffnung. 

Viel­ver­spre­chende Alternative
„Tat­säch­lich ergab die Aus­wer­tung die­ser welt­wei­ten Stu­die mit 220 Betrof­fe­nen, dass mit einer bestimm­ten Dosie­rung (Anm. 10 mg Tar­la­ta­mab bei 40 Pro­zent der so behan­del­ten Betrof­fe­nen eine Anti-Tumor-Akti­vi­tät ein­setzte und andau­erte,“ sagt Sabin Handzhiev von der Abtei­lung für Pneu­mo­lo­gie des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums Krems, eines der Lehr- und For­schungs­stand­orte der KL Krems. Wei­ters ergab die Aus­wer­tung für das pro­gres­si­ons­freie Über­le­ben einen Median von 4,9 Mona­ten und für das mediane Gesamt­über­le­ben eine Zeit­spanne von 14,3 Monaten. 

„Um diese Werte ein­ord­nen zu kön­nen, muss man ver­ste­hen, dass die Betrof­fe­nen bei der der­zei­ti­gen Dritt­li­ni­en­be­hand­lung in kli­ni­scher Erpro­bung eine wirk­lich schlechte Aus­sicht haben. Nur ca. 20 Pro­zent von ihnen spre­chen über­haupt auf ein Dritt­li­ni­en­the­ra­peu­ti­kum an – und die mediane Gesamt­über­le­bens­zeit liegt deut­lich unter sechs Mona­ten“, ergänzt Handzhiev, für die Tar­la­ta­mab eine viel­ver­spre­chende Alter­na­tive darstellt.

Ziel­ge­rich­tete Therapie
Die Wirk­weise von Tar­la­ta­mab beruht dar­auf, kör­per­ei­gene Immun­zel­len (T‑Zellen) der Betrof­fe­nen in die Nähe von Zel­len des klein­zel­li­gen Lun­gen­kar­zi­noms zu brin­gen, wodurch die Krebs­zel­len in der Folge ver­nich­tet wer­den. Tar­la­ta­mab soll dabei gezielt die Immun- mit der Krebs­zelle ver­bin­den, die in der Folge zer­stört wird. „DLL3 stellt ein inter­es­san­tes the­ra­peu­ti­sches Ziel für Pati­en­tIn­nen mit klein­zel­li­gem Lun­gen­kar­zi­nom dar, da über 85 Pro­zent der Betrof­fe­nen die­ses Ober­flä­chen­mo­le­kül an den Krebs­zel­len auf­wei­sen, wäh­rend des­sen Expres­sion in nor­ma­len Zel­len mini­mal ist“, erklärt Handzhiev.

In der Gesamt­stu­die wurde auch eine Dosie­rung von 100 mg unter­sucht, die sich in der Wir­kung und den Neben­wir­kun­gen im Ver­gleich zur 10 mg-Dosie­rung als weni­ger vor­teil­haft erwies. Ins­ge­samt zei­gen die Ergeb­nisse der DeLL­phi-301-Stu­die das Poten­zial von Anti­kör­pern, die T‑Zellen mit Krebs­zel­len ver­bin­den, zur Behand­lung eines häu­fi­gen soli­den Tumors. Wei­tere Stu­dien, die­ses Poten­zial in die kli­ni­sche Anwen­dung zu brin­gen, sind geplant oder lau­fen bereits, so die KL Krems, die auch hier tat­kräf­tig unter­stüt­zen will.

Autor: red/mich
12.12.2023

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