
Wie eine Idee zum Geschäft wird
Die Initiative „Business pro Austria“ bietet potenziellen Unternehmensgründern und Kleinunternehmern mit Entwicklungsideen professionelle Begleitung in der Startphase. Koordiniert vom Verband der Technologiezentren Österreichs (VTÖ) schreiben regionale Zentren in ihrem Einzugsbereich geförderte Coaching-Angebote aus.
Sie haben eine zündende Idee für ein Produkt, eine Dienstleistung, ein Unternehmen? Sie wollen Ihr bestehendes Unternehmen mit professioneller Unterstützung weiterentwickeln? Dann sollten Sie sich an eine der regionalen Betreuungsstellen der Initiative „Business pro Austria“ wenden.
Business pro Austria (bpa) ist ein gefördertes Coachingprogramm der österreichischen Technologiezentren. Für Klein- und Kleinstunternehmer mit neuen Ideen, aber auch für Neugründer, ist es oft schwierig, Erfolgsaussichten und Kundennutzen einer Idee abzuschätzen. Im Rahmen von bpa besteht die Chance, professionelle Unterstützung von einem regionalen Expertennetzwerk zu erhalten, das einen Schritt für Schritt von der Idee bis zur (potenziellen) Unternehmensgründung begleitet.
Regionales Netzwerk
Das Technology & Innovation Center (TIC) Steyr hat über die Jahre ein Netzwerk an Geschäftsentwicklungsexperten aufgebaut, das aus 25 bis 30 Partnern besteht, die alle wichtigen Bereiche abdecken. Aus den eingereichten Projekten wählt eine Expertengruppe jährlich zwei bis drei Projekte aus, die dann intensiv betreut werden. Je ein Ansprechpartner für Marketing, Technik und Wirtschaft wird den Kleinunternehmern oder Unternehmensgründern zur Seite gestellt.
„Unser Angebot im Rahmen von bpa besteht in einem geförderten Coaching-Programm, das einige Tausend Euro wert ist, die betreuten Projektbetreiber aber nichts kostet“, berichtet TIC-Geschäftsführer Walter Ortner. Die Berater kommen durchwegs aus der Region; man kennt einander. Ortner dazu: „Unsere Netzwerkpartner sind aus Überzeugung dabei; keiner der Berater wird durch diesen Job reich.“
Wettbewerb der Ideen
Ein gelungenes Beispiel für ein Unternehmen, das aus dem bpa-Förderprogramm hervorgegangen ist, ist Smovey. Der geschäftsführende Gesellschafter Willi Enzlberger berichtet: „Hätte es die Veranstaltung bpa in Steyr nicht gegeben, gäbe es auch unsere Firma nicht. Aber wir haben den Ideenwettbewerb gewonnen, und das war dann die Initialzündung.“ Enzlberger fährt fort: „Die Coachs waren ungemein hilfreich. Sie agieren unemotional, stellen kritische Fragen, bringen aber auch eigene Ideen ein. Der begleitende Prozess hat wesentlich dazu beigetragen, dass wir unser Produkt umsetzen konnten.“
Seit drei Jahren ist Smovey mit einem Fitnessgerät auf dem Markt, bei dem vier Stahlkugeln, die in einem Schlauchring laufen, als Schwungmasse wirken. Beim Schwingen der Arme werden die Kugeln be- und entschleunigt und stimulieren dadurch Muskeln, Sehnen und Nerven. „Wir sind heute in 15 EU-Ländern vertreten und planen gerade den Schritt in die USA“, vermeldet Enzlberger stolz.
Ebenfalls in Steyr zu Hause ist Harald Fakler. Er errichtet Fotovoltaikanlagen und entwickelt Energiesparsysteme. Seiner Teilnahme am bpa-Programm kann auch er nur Vorteile abgewinnen: „Die Berater sind echte Profis. Die Fragen und Aufgaben, die sie gestellt haben, haben zu einer Reihe von Verbesserungen und Optimierungen meines Unternehmens geführt.“
Neben dem TIC Steyr gibt es derzeit noch drei weitere Regionen, die das bpa-Programm umsetzen. Im Salzkammergut arbeiten die Technologiezentren Attnang, Gmunden, Mondsee und Bad Ischl zusammen. Mitte November war Meldeschluss für den ersten „Wettbewerb der besten Geschäftsideen“. Eine Jury bewertet nun die Erfolgsaussichten nach den Kriterien Produkt und Technik, Markt und Vertrieb sowie Finanzen und informiert jeden Teilnehmer über Chancen und Risiken seines Vorhabens. Im zweiten Schritt werden die vier besten Projekte ausgewählt und, begleitet von kompetenten Fachleuten und Mentoren, auf einen Business-Start vorbereitet.
Im Großraum Linz-Mühlviertel kooperieren das Tech Center Linz-Winterhafen, der Softwarepark Hagenberg, das Technologie- und Dienstleistungszentrum Donau-Böhmerwald in Neufelden und das Technologiezentrum Perg. Erst im September dieses Jahres in das bpa-Programm eingestiegen, soll das bereits vorhandene Partner-Netzwerk weiter ausgebaut und die Kooperation für Unternehmensgründungen intensiviert werden.
Im Raum St. Pölten und Mostviertel fungiert das Business- und Innovationszentrum (BIZ) St. Pölten als regionale bpa-Anlaufstelle. Koordiniert wird das gesamte Programm vom Verband der Technologiezentren Österreichs (VTÖ).