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Wie för­dert Österreich ?

Gemes­sen am BIP zählt Öster­reich zu den For­schungs­för­de­rungs­welt­meis­tern. Ob aber das Rich­tige geför­dert wird, dar­über gin­gen die Mei­nun­gen in Alp­bach auseinander.

Rund 3,8 Mrd. Euro wen­det die öffent­li­che Hand heuer für For­schung auf. Doch wird damit das Rich­tige geför­dert, unter­stützt das För­der­sys­tem auch risi­ko­rei­che Inno­va­tio­nen oder nur Main­stream-For­schung, fragt sich ein Arbeits­kreis bei den Alp­ba­cher Tech­no­lo­gie­ge­sprä­chen. Exper­ten zei­gen sich, wie APA-Sci­ence berich­tet, uneinig.

Geld­ge­ber soll Prio­ri­tä­ten definieren
Für Chris­toph Kratky, den ehe­ma­li­gen Prä­si­den­ten des Wis­sen­schafts­fonds FWF, för­dern Insti­tu­tio­nen wie der FWF allein durch ihre Ver­pflich­tung zur Exzel­lenz­for­schung das Rich­tige. Kom­ple­xi­täts­for­scher Ste­fan Thur­ner von der Medi­zin-Uni Wien fragt dage­gen, „wel­che aus der Grund­la­gen­for­schung ent­stam­mende gesell­schafts­ver­än­dernde Inno­va­tion in den letz­ten 50 Jah­ren aus Öster­reich gekom­men ist.“ Und da er sich hier eine Ant­wort schul­dig blei­ben muss : „Nein, in Öster­reich för­dern wir nicht das Richtige.”
Die Inno­va­ti­ons­exper­tin Bri­gitte Ecker vom Insti­tut für Höhere Stu­dien (IHS) ist sich sicher, dass das Rich­tige geför­dert werde, die „umfas­send prak­ti­zierte Eva­lu­ie­rungs­kul­tur trägt hier wesent­lich zur Qua­li­täts­si­che­rung bei.“ Das neue Mit­glied im öster­rei­chi­schen For­schungs­rat, Klara Seka­nina, ver­weist auf die USA, wo „der Staat nahezu eine For­schungs­ho­heit hat und ent­schei­det, was das Rich­tige ist.“ Das ist laut Kratky legi­tim, der Geld­ge­ber soll Prio­ri­tä­ten defi­nie­ren. „Aller­dings ist das, was poli­tisch legi­tim ist, nicht auto­ma­tisch gut bezie­hungs­weise richtig.“

Main­stream oder Risiko
Die Alp­ba­cher Runde ist sich auch nicht einig, ob in Öster­reich vor allem die Main­stream-For­schung geför­dert werde. Thur­ner bejaht das und fin­det es für die ange­wandte For­schung als in Ord­nung, aber in der Grund­la­gen­for­schung „kom­plett fehl am Platz.“ Die Main­stream-For­schung will Kratky nicht ver­dammt sehen. Thur­ner meint dage­gen, dass die Peer-Eva­lu­ie­rung zum Main­stream führe und helfe „im wahrs­ten Sinne des Wor­tes das Mit­tel­maß zu perpetuieren.“
Für die ange­wandte For­schung erklärt Seka­nina, dass ein För­der­sys­tem „gar nicht dar­auf aus­ge­legt sein sollte, den Fir­men das unter­neh­me­ri­sche Risiko abzu­neh­men.“ Sie lobt das Schwei­zer För­der­sys­tem, das den Fir­men ermög­licht, eine höhere For­schungs­tiefe zu erzie­len und damit ein höhe­res Risiko ein­zu­ge­hen. Auch Ecker for­dert eine „stär­kere Bereit­schaft des Staa­tes, den Unter­neh­men mehr Spiel­raum zu gewäh­ren und mehr Risi­ko­freude zu unterstützen.“

Autor:
04.09.2015

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