Zum Inhalt

Wie­ner Byzan­ti­nis­tin Clau­dia Rapp

… erhält den mit 1,5 Mio. Euro dotier­ten Wittgenstein-Preis.

Der als „Öster­rei­chi­scher Nobel­preis“ titu­lierte Witt­gen­stein-Preis 2015 geht an die Byzan­ti­nis­tin Clau­dia Rapp (53) von der Uni­ver­si­tät Wien. Die mit 1,5 Mio. Euro dotierte Aus­zeich­nung ist der höchste Wis­sen­schafts­för­der­preis in Öster­reich und wird mit wei­te­ren, jeweils bis zu 1,2 Mio. Euro dotier­ten Start-Prei­sen an Nach­wuchs­for­scher verliehen.
Mit dem Witt­gen­stein-Preis wer­den her­vor­ra­gende und inter­na­tio­nal aner­kannte For­scher aus­ge­zeich­net. Die vom Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rium finan­zierte und vom Wis­sen­schafts­fonds FWF ver­ge­bene För­de­rung soll ihnen “maxi­male Frei­heit für die Ent­fal­tung ihrer Ideen geben”, erklärte Wis­sen­schafts­mi­nis­ter Rein­hold Mit­ter­leh­ner (ÖVP).
Aus­ge­wählt wer­den die Preis­trä­ger von einer Jury aus­län­di­scher Wis­sen­schaf­ter. Rapp ist für Mit­ter­leh­ner “ein Beleg für die exzel­lente Geis­tes- und Kul­tur­wis­sen­schaft in Öster­reich”. Für FWF-Prä­si­den­tin Pas­cale Ehren­freund ste­hen das Witt­gen­stein- und Start-Pro­gramm “seit 20 Jah­ren für wis­sen­schaft­li­che Exzel­lenz”, es beweise, welch hohes Poten­zial Öster­reich in der Grund­la­gen­for­schung habe.

Das Schla­raf­fen­land der Byzantinistik
Rapp, gebo­ren 1961 in Gie­ßen (Deutsch­land), ist seit 2011 Pro­fes­so­rin für Byzan­ti­nis­tik an der Uni­ver­si­tät Wien und seit 2012 Lei­te­rin der Abtei­lung Byzanz­for­schung am Insti­tut für Mit­tel­al­ter­for­schung der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten (ÖAW). Zuvor war sie 17 Jahre an der Uni­ver­sity of Cali­for­nia in Los Ange­les (UCLA) tätig. Wien bezeich­nete sie im Gespräch mit der APA als inter­na­tio­na­len Top-For­schungs­stand­ort ihres Fachs und als “Schla­raf­fen­land der Byzantinistik”.
Ihre For­schungs­schwer­punkte lie­gen auf den Gebie­ten Sozial- und Reli­gi­ons­ge­schichte. Rapp beschäf­tigt sich etwa mit dem Ritual der Ver­brü­de­rung in Byzanz, wo sich zwei Män­ner durch das Gebet eines Pries­ters zu Brü­dern erklä­ren las­sen konn­ten, oder mit sub­ver­si­ven Strö­mun­gen in der byzan­ti­ni­schen Dicht­kunst. In ihrem Pro­jekt “Sinai Palim­psests” macht ein inter­na­tio­na­les For­scher­team mit­hilfe moderns­ter Tech­nik ältere Texte auf Per­ga­men­ten aus dem Katha­ri­nen­klos­ter am ägyp­ti­schen Sinai wie­der sicht­bar, die abge­kratzt oder abge­wa­schen wur­den, um das rare Per­ga­ment mehr­fach zu nutzen.

Autor:
15.06.2015

Weitere aktuelle Artikel

Anwen­dun­gen im Welt­raum, in der Hoch­en­er­gie­phy­sik oder für Quan­ten­com­pu­ter. Her­kömm­li­che Elek­tro­nik ver­sagt bei Tem­pe­ra­tu­ren knapp über dem abso­lu­ten Null­punkt. Die TU Wien ent­wi­ckelt nun einen Weg über adap­tive Transistoren. Elek­tro­nik kann Pro­bleme bekom­men, wenn sie zu heiß wird, siehe etwa ent­spre­chende Aus­fälle bei der Küh­lung eines Lap­tops. Elek­tro­ni­sche Schal­tun­gen kön­nen aber auch bei extre­mer Kälte […]
AIT ent­wi­ckelt neu­ar­tige Bio­sen­so­ren für prä­zi­sere Dia­gnos­tik von Blut­pro­ben. Gegen­über bis­he­ri­gen Ver­fah­ren soll neue Vari­ante zusätz­li­che Infor­ma­tio­nen für medi­zi­ni­sche Beur­tei­lung brin­gen und weni­ger res­sour­cen­in­ten­siv sein.  Die soge­nannte „Liquid Bio­psy“ gilt in der moder­nen Medi­zin als gro­ßer Fort­schritt. Diese Form der Unter­su­chung kann Gewe­be­ana­ly­sen ergän­zen und zusätz­li­che Infor­ma­tio­nen für die medi­zi­ni­sche Beur­tei­lung sowie wert­volle Rück­schlüsse für die […]
Med Uni Inns­bruck lei­tet inter­na­tio­nale Zulas­sungs­stu­die einer neuen The­ra­pie von Par­kin­son mit Wirk­stoff Pra­si­ne­zu­mab. Aktu­elle Ergeb­nisse der kli­ni­schen Phase II-Stu­die als Basis für erste „Par­kin­son-Imp­fung“ nun im renom­mier­ten Fach­jour­nal The Lan­cet veröffentlicht. Par­kin­son gehört zu den am schnells­ten zuneh­men­den Krank­hei­ten. Welt­weit lei­den daran rund 20 Mil­lio­nen Men­schen, bis 20250 sol­len es über 25 Mil­lio­nen sein. […]
Insti­tut für Demo­gra­phie der ÖAW ent­wi­ckelt neues Gebur­ten­ba­ro­me­ter für umfas­sende Ana­ly­sen zur Fer­ti­li­tät in Öster­reich. Immer mehr Frauen wol­len kin­der­los blei­ben, Zwei-Kind-Fami­lien häu­figs­tes Modell, Trend zu spä­ter Mut­ter­schaft, ältere Väter mit jün­ge­ren Partnerinnen. Das neue Gebur­ten­ba­ro­me­ter des Insti­tuts für Demo­gra­phie der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten ermög­licht viel­fäl­tige und umfas­sende Ana­ly­sen von aktu­el­len Daten zur Fer­ti­li­tät […]
Mit Hilfe von Was­ser kön­nen bestimmte Mine­ra­lien schäd­li­ches CO2 aus der Atmo­sphäre holen und rasch in fes­tes Car­bo­nat umwan­deln. Die TU Wien konnte die­sen mine­ra­lo­gi­schen Mecha­nis­mus nun nachweisen. Steine kön­nen Koh­len­di­oxid bin­den – und das weit­aus schnel­ler als bis­her bekannt und ange­nom­men. Bis dato wur­den lang­wie­rige und ent­spre­chend lang­same Pro­zesse für die Umwand­lung von CO2 in […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram