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„Wir kön­nen nicht ein­fach im Geschäft kau­fen weil die so nett sind.“

(Video/​Text; german/​english) Rund 2.700 Mit­ar­bei­ter, 2.000 IT-Enge­räte, 600 Soft­ware­pro­dukte, Spe­zi­al­aus­rüs­tung für 750 mobile Fahr­zeuge. Asfi­nag-Vor­stand Klaus Schier­hackl im zwei­ten Teil des Gesprächs mit eco­nomy über kom­plexe IT-Anfor­de­run­gen, klare Ver­hält­nisse bei der Beschaf­fung und über ambi­va­lente Ent­wick­lun­gen im Umfeld von Staus.

Eco­nomy: Die Asfi­nag ist ein zu 100 Pro­zent nut­zer­fi­nan­zier­tes Unter­neh­men, bekannt als öster­rei­chi­scher Stra­ßen­er­hal­ter und ver­bun­den mit den The­men Vignette und Maut. Wie kann man sich gene­rell die tech­ni­sche Infra­struk­tur vorstellen?
Klaus Schier­hackl: Die tech­ni­sche Infra­struk­tur der Asfi­nag, und da spre­chen wir von der IT-Infra­struk­tur, ist rela­tiv kom­plex und beinhal­tet einer­seits das Thema Maut.
Ander­seits haben wir eine sehr große IT in Rich­tung Kun­den­ma­nage­ment, Ver­kehrs-Infor­ma­tion, Wet­ter-Infor­ma­tion, all diese The­men die bei uns mit den Ver­kehrs­be­ein­flus­sungs­an­la­gen ange­zeigt wer­den, mit dem Ver­kehrs-Infor­ma­ti­ons­sys­tem oder mit den Apps der Asfinag.
Natür­lich gibt es auch eine sehr große Office-IT mit ca. 2.000 Desk­top-Gerä­ten auf den Schreib­ti­schen oder in den Über­wa­chungs­zen­tra­len und unge­fähr 750 mobile Ein­hei­ten. Wenn wir wei­ter schauen, dann sind da noch 450 LKWs und jeder LKW ist heute schon ein fah­ren­der PC, zusam­men­ge­fasst haben wir also sehr viel IT.
Die Schwer­punkte sind Maut, elek­tro­ni­sche Bemau­tung für LKW, dann das Thema Kunde, Ver­kehrs-Manage­ment und –Infor­ma­tion und der dritte Teil betrifft die Ver­wal­tung, etwa das Doku­men­ten-Manage­ment und ähnliches.

Was ist im Nor­mal­fall Anlass für die Anschaf­fung neuer Technologien?
Wir haben unge­fähr 600 Soft­ware-Pakete im Ein­satz, die sind auf die­ser Hard­ware nicht mehr anwend­bar. Wir ver­su­chen da mit der Zeit zu gehen aber zu oft wech­seln kön­nen wir auch nicht, das ist zu teuer. Also eine Balance zwi­schen tech­ni­scher Not­wen­dig­keit und ein Schritt in eine neue Richtung.

Wel­che Her­aus­for­de­rung gilt es Ihrer Erfah­rung nach zu meis­tern bei sol­chen Projekten?
Die Her­aus­for­de­rung ist eine Balance zu fin­den was ist tech­nisch nötig, was beschaf­fen wir, was hat lang­fris­tig Bestand und das ganz auch so zu eta­blie­ren, dass es die Mit­ar­bei­ter frei­wil­lig nut­zen und die Kun­den auch.
Dinge, die nicht genutzt wer­den haben kei­nen Sinn und sehr oft sind wir da hart am Limit, dass Dinge kom­plex sind, sehr viel kön­nen aber der Mensch nicht mehr mit­macht und das wol­len wir vermeiden.

Das bringt mich zum Thema Kos­ten und Nutzen.
Es beginnt bei der Auto­bahn-Infra­struk­tur und bei Neu­bau­stre­cken bis zu Anschluss-Stel­len wo es dann die Betei­li­gung der Begüns­tig­ten gibt.
Unsere Ziel­set­zung, was den Kun­den betrifft, ist ein­fach am Puls der Zeit zu sein mit der best­mög­li­chen Infor­ma­tion. Was wir anbie­ten sind keine zusätz­li­chen Spu­ren, weil das ist auf­wän­dig und teuer, son­dern die gute Infor­ma­tion über das Vor­han­dene, das ist möglich.

Wie geht die Asfi­nag bei der Aus­wahl eines Tech­no­lo­gie­part­ners vor?
Bei uns wird aus­ge­schrie­ben, wir schrei­ben teil­weise selbst aus, teil­weise schreibt für uns die Bun­des­be­schaf­fungs­ge­sell­schaft aus.
Spe­zi­elle Sachen schrei­ben wir selbst aus mit einem Best­bie­ter-Prin­zip und bei Kern­ap­pli­ka­tio­nen ver­su­chen wir auch die Source-Codes zu haben, bzw. schon auch einen Zugriff zu haben.
Wir ent­wi­ckeln etwa gerade die digi­tale Vignette selbst, ein­fach um da auch nicht aus­ge­lie­fert zu sein son­dern die Kern­ele­mente best­mög­lich sel­ber in der Hand zu haben.

Wür­den Sie sich bei der Beschaf­fung mehr Frei­hei­ten wünschen?
Ein Unter­neh­men so groß wie die Asfi­nag mit ein paar tau­send Mit­ar­bei­tern, mit die­sem Volu­men was wir beschaf­fen an Hard- und Soft­ware, da kön­nen wir nicht ein Geschäft gehen und sagen: jetzt kauf ich bei dem und dem weil der war letz­tes Mal so symphatisch.
Das wäre zwar kurz­fris­tig prak­tisch aber lang­fris­tig ein Fiasko.
Kund machen, trans­pa­rent machen, Fris­ten set­zen, ent­schei­den. Es ent­schei­det sich in der Regel von selbst.
Dann beauf­tra­gen, die Order umset­zen, schauen, dass von unser Seite alles nötige bei­gestellt wird und so ein kla­res Ver­hält­nis schaffen.

Wel­che Wün­sche gibt es etwaig nach der lang­jäh­ri­gen Erfah­rung an die IT-Anbieter?
Mög­lichst ein­fa­che Pro­dukte, trans­pa­rente Pro­dukte, Stan­dar­di­sie­rung, Vergleichbarkeit.
Und wie gesagt, Pro­dukte, die den Anwen­der ermu­ti­gen es selbst zu ler­nen. Hier wäre die Indus­trie gefor­dert, Pro­dukte anzu­bie­ten, die noch leich­ter zu bedie­nen sind.

Die Asfi­nag betreibt umfang­rei­che For­schungs- und Ent­wick­lungs­ak­ti­vi­tä­ten, wel­che sind hier beson­ders erwähnenswert?
Was kann kon­kret gemacht wer­den um den Kun­den­nut­zen zu stei­gern, noch mehr Infor­ma­tio­nen über das Auto­bahn­netz zu geben.
Um über Ver­kehrs­trä­ger hin­weg, also Strasse, Bahn, Schiene, Flug-Ver­bin­dun­gen, um hier inter­mo­dale Lösun­gen anzubieten.
Das zweite wo wir uns enga­gie­ren, was für den Kun­den inter­es­sant ist, sind auto­ma­tis­a­ti­ons­un­ter­stützte Fahr­zeuge. Wir bie­ten Test­stre­cken, sind hier mit der Indus­trie und natür­lich mit dem Ver­kehrs­mi­nis­te­rium in Kon­takt weil das ver­ord­net wer­den muss.
Wie geht das wei­ter mit den Fah­rer-Assis­tenz­sys­te­men, mit den Autos, die teil­weise selbst len­ken, die kom­plett selbst len­ken und da mit­hel­fen, was kön­nen wir hier anbieten.

Wie ist Ihre Sicht­weise die tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lung gene­rell aus gesell­schafts­po­li­ti­scher Sicht betreffend?
Der Park­as­sis­tent, damit beginnt es wenn wir zurück zum Auto gehen, der Spur­füh­rungs­as­sis­tent ist nicht so weit weg, Müdig­keits­er­ken­nung ist sowieso schon Stan­dard um einen rela­tiv güns­ti­gen Preis und die gene­relle Ent­wick­lung wird da noch ganz rasant sein.
Das hat natür­lich ein ganz hohen Sicher­heits­aspekt, wird die Mobi­li­tät noch wei­ter ver­ein­fa­chen umso mehr das Fahr­zeug auto­ma­tisch lenkt.
Und umso mehr das ganze damit ver­bun­den ist, dass ich nicht mehr im Stau stehe son­dern eigent­lich meine News lesen kann oder auch Schach spie­len kann auf mei­nem mobi­len Gerät – umso weni­ger zeit­kri­tisch werde ich dem Stau gegen­über weil das ist ja fast schö­ner als im Zim­mer zu Hause.
Das ist für einen Infra­struk­tur­anbie­ter eine Kata­stro­phe, bzw. für den, der am Flug­ha­fen sein muss und die glei­che Stre­cke benut­zen muss ein Wahnsinn.
Wir müs­sen daher schon schauen, dass diese Ent­wick­lun­gen, dass die Sen­si­ti­vi­tät dem Stau gegen­über nicht ganz abnimmt, das wäre für uns eine schwie­rige Situation.

Link: „Die Mobi­li­tät ist beim Men­schen ganz tief drin“

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„We can not buy in a shop because of their kind­ness from the last time.“

Around 2.700 Employees, 2.000 IT-Devices, 600 Soft­ware­pro­ducts, spe­zial equip­ment for 750 mobile vehic­les. Asfi­nag-exe­cu­tive Klaus Schier­hackl in the second part of the talk with eco­nomy about com­plex chal­lenges, clear rela­ti­onship at pro­cu­re­ment-pro­ces­ses and about very ambi­va­lent deve­lo­p­ments in the sor­roun­ding of traffic-jams. 

Eco­nomy: Asfi­nag is a com­pany that is 100 per­cent user finan­ced, well known as the Aus­trian road-com­pany and lin­ked with the topics vignette and toll. How can we ima­gine the IT-Infrastructure?
Klaus Schier­hackl: The IT-Infra­struc­ture of the Asfi­nag is very com­plex. One part ist the reti­fi­ca­tion of the toll and bes­ide we have a large it-stru­cure accor­ding to our cus­to­mer-ser­vices, traf­fic-manage­ment, wea­ther-infor­ma­tion, all those topics lin­ked with the traf­fic-influence- and traf­fic-infor­ma­ti­ons­ys­tem, for ins­tance apps.
Ano­ther com­po­nent is our large Office-IT with ca. 2.000 desk-units and around 700 mobile units.
And if we take a cur­rent look, there are 450 trucks and each of them is a mobile com­pu­ter and as a sum­mary we have a lot of IT.
The main focus ist toll, elec­tro­nic toll, cus­to­mer-ser­vices, traf­fic-manage­ment and –infor­ma­tion and the third part ist our admi­nis­tra­tion like docu­ment-manage­ment and similar.

What is nor­mally the reason for the acqui­si­tion of new technologies?
We have arround 600 Soft­ware-packa­ges which have to be matched with our hard­ware. We have to try to update but to many chan­ges are to expen­sive. It is important to find a balance bet­ween what ist neces­sary and the next step to the right direction.

Which chal­lenges do you usually have to over­come during such imple­men­ta­tion processes?
The chall­enge is to find the balance bet­ween what is the tech­ni­cal need, what do we pro­cure, what has a lon­ger con­ti­nu­ance and at last to estab­lish this tech­ni­cal infra­struc­tures for an easy using by our employees and our cus­to­mers too.
Things which are not used are sen­se­l­ess, often we are at the limit because of com­ple­xity, high fea­tures and in that case the human does not par­ti­ci­pate and this we have to avoid.

That brings me to the topic costs and benefits
It starts at the high­way-infra­s­trc­ture, at new sec­tions till to new street-con­nec­tions whith the link and par­ti­ci­pa­tion to the favored. Our objec­tive is to be at „the pulse of the time“ with best infor­ma­tion. We do not offer addi­tio­nal lanes, that is to expen­sive, we offer a usefull infor­ma­tion about the exis­ting, that is possible.

How does Asfi­nag choose a tech­no­logy partner?
Asfi­nag is sub­ject to the pro­vi­si­ons of the Aus­trian Fede­ral Pro­cu­re­ment act, we have to sel­ect them by means of a ten­de­ring pro­cess. Some­ti­mes we do that, some­ti­mes the Fede­ral Pro­cu­re­ment Com­pany. Indi­vi­duel offers we sel­ect by our­selve with the act of a „best offer term“.
In case of core appli­ca­ti­ons we try to own the source-codes too or to have the access. Curr­ently we deve­lope the digi­tal vignette which has to be paid directly to us and in such a case we must own the pro­perty for the core ele­ments, there should be no exter­nal dependency.

Would you like a little bit more of free­dom in procurement?
A large com­pany like Asfi­nag with a few thousand employees, with such a big volume in orde­ring hard- and soft­ware, we can not visit a store and say: I am going to buy now because you were so fri­endly the last time.
That would be prac­ti­cally in a short view but on a long term this would be a fiasco.
Announce­ment, make it trans­pa­rent, set­ting time limits, making decis­i­ons, usually the decis­ion hap­pens by its­elf. And then the order, take a look to our tasks and finally a clear relationship.

What are the gene­ral wis­hes or recom­men­da­ti­ons that you look for in an IT supplier?
If pos­si­ble simple pro­ducts, trans­pa­rent, stan­dar­diza­tion, com­pa­ra­bi­lity. Finally pro­ducts and ser­vices which encou­rage the user to learn for them­selve. Here the indus­try is requi­red to offer pro­ducts with hig­her usability.

Asfi­nag mana­ges many Rese­arch and Deve­lo­p­ment acti­vi­ties, which are worth to mention?
What can we do in a con­crete form to raise up the cus­to­mer expe­ri­ence? To offer more infor­ma­ti­ons about the high­way-net, more infor­ma­tion accross the traf­fic-ways inclu­ding high­way, street, train, tram­way, under­ground-train, air­plane and all links bet­ween that for offe­ring inter­mo­dal solutions.
Our second enga­ge­ment which is very inte­res­t­ing for the cus­to­mer is the topic of auto­ma­ti­cal pro­vi­ding for car-vehic­les. We are offe­ring test-lanes accor­ding with the Fede­ral Minis­try of Traf­fic and Trans­por­ta­tion and in co-working with the industry.
What is the deve­lo­p­ment with assistant-sys­tems for the dri­ver, with cars which are dri­ving partly auto­ma­ti­cally, cars which are dri­ving com­plete auto­ma­ti­cally and to help there and say: what can we offer here.

How ist your point of view accor­ding to the tech­no­lo­gi­cal deve­lo­p­ment generally?
The par­king assistant, with it starts it when we go back to the car, track­ing assistant is not so far away, fati­gue detec­tion is alre­ady stan­dard, also at a rela­tively cheap price and also at cheap cars.
The deve­lo­p­ment will be quite rapid here. This has a high secu­rity aspect and will fur­ther sim­plify mobi­lity. The more the vehicle auto­ma­ti­cally steers, the more the whole is con­nec­ted, that I am no lon­ger in a traf­fic jam, I am rea­ding my news or play games like chess on my mobile device, I am losing my time-cri­ti­cal against the traf­fic jam.
This is a cata­stro­phe for an infra­struc­ture pro­vi­der, also a mad­ness for the one who must be at the air­port and has to drive the same route.
One has to look at how far these deve­lo­p­ments do not lead to the fact that the sen­si­ti­vity towards the traf­fic jam is decre­asing. This would be a really dif­fi­cult situa­tion for us.

Autor: red/czaak – translation by economy
06.02.2017

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