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„Wir sind als IT-Dienst­leis­ter enorm gefordert“

Bei der IT-Unter­stüt­zung und digi­ta­len Trans­for­ma­tion von Unter­neh­men und Ver­wal­tung sind IT-Dienst­leis­ter mehr gefragt denn je. Peter Lenz, Mana­ging Direc­tor T‑Systems Alpine, erläu­tert aktu­elle Ent­wick­lun­gen in der Business-IT.

Eco­nomy : Indus­trie und Mit­tel­stand sind mehr­heit­lich gut durch die Corona-Krise gekom­men, nicht zuletzt dank digi­ta­ler Inno­va­tio­nen. Wie sehen Sie die letz­ten Monate ?
Peter Lenz : Viele Unter­neh­men nutz­ten die Zeit für eigene Digi­ta­li­sie­rungs­pro­jekte. Für uns eine Stern­stunde der IT, jedoch sind wir als Dienst­leis­ter enorm gefordert.
Stark ver­än­dert hat sich das Arbei­ten an sich, Stich­wort phy­si­sche Prä­senz oder Tref­fen mit Kun­den und Lie­fe­ran­ten. Hier erle­ben wir durch die Digi­ta­li­sie­rung mas­sive Ver­än­de­run­gen und hier müs­sen wir Acht geben, dass der per­sön­li­che Kon­takt nicht zu kurz kommt.

Wel­che IT-Dienste sind beson­ders gefragt ?
Die Corona-Krise war eine Art Kata­ly­sa­tor für längst über­fäl­lige Ver­än­de­run­gen. Bei vie­len unse­rer Kun­den, etwa im öffent­li­chen Bereich oder in pro­du­zie­ren­den Betrie­ben, sehen wir neue Digi­tal­pro­jekte. Gefragt, beson­ders bei Finanz­dienst­leis­tern, ist die Kon­so­li­die­rung der IT-Systeme.
Stark nach­ge­fragt wer­den auch SAP S/4HANA-Umstel­lun­gen, wo wir schon wie­der bei einem Mit­ar­bei­ter­man­gel sind und der ist in der Bran­che schlim­mer als vor Corona.

Kön­nen Sie uns ein prak­ti­sches betrieb­li­ches Bei­spiel nennen ?
Im Kon­text mit Corona ein Pro­jekt mit der Tirol Wer­bung, wo wir gemein­sam in nur vier Wochen ein Dash­board ent­wi­ckelt haben, das Gast oder Tou­ris­mus­be­trieb einen tages­ak­tu­el­len Über­blick zur Lage gibt und so Rei­sen oder Geschäfte plan­ba­rer macht.
Oft geht es bei Digi­ta­li­sie­rung aber ein­fach auch um Geschwin­dig­keit bei der Umset­zung einer Lösung.

Was sind der­zei­tige Herausforderungen ?
Die Cyber-Sicher­heit. Anzahl und Pro­fes­sio­na­li­tät der Angriffe und die Schä­den in den Unter­neh­men stei­gen mas­siv. Ein simp­ler Viren­schutz und klas­si­sche Fire­walls sind da zu wenig. Viele Betriebe kön­nen die­sen Angrif­fen nicht ent­spre­chend begegnen. 

Wel­che Lösun­gen gibt es ?
Für Mit­tel­stand und Indus­trie bie­ten wir den soge­nann­ten Magenta Secu­rity Shield, das hoch­wer­tige Tools nam­haf­ter Her­stel­ler zu einem kom­pak­ten Schutz­schild vereint.
Die­ses deckt nicht nur Schwach­stel­len in der IT-Infra­struk­tur auf, son­dern setzt auf Angriffs- und Anoma­lie-Erken­nung im Netz­werk, auf End­ge­rä­ten sowie bei Inter­net- oder auch Cloud-Zugängen.
Die meist hoch­kom­ple­xen Angriffe wer­den so ana­ly­siert, um rasch die rich­ti­gen Gegen­maß­nah­men ein­zu­lei­ten und die volle Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Sys­teme wiederherzustellen.

Ein aktu­el­les Thema in Ver­bin­dung mit Auto­ma­tis­a­tion ist intel­li­gente Sensorik.
Die Ein­satz­ge­biete wer­den hier immer viel­fäl­ti­ger. Sen­so­rik ist mitt­ler­weile kos­ten­güns­ti­ger und zudem müs­sen Logis­tik­ket­ten digi­tal nach­voll­zieh­bar sein.
Hier kom­men nicht nur neue IoT-Tech­no­lo­gien wie 4G/5G zum Tra­gen, son­dern auch alt­be­währte wie RFID. Am Ende geht es um eine durch­gän­gig digi­ta­li­sierte Wertschöpfungskette. 

Gibt es dazu schon Projekte ?
Wir arbei­ten da maß­geb­lich an einer Pilot­fa­brik an der TU Graz mit, wo gemein­sam mit Indus­trie­part­nern agile und daten­si­chere Fer­ti­gungs­kon­zepte ent­wi­ckelt werden.
Neben einem 5G-Cam­pus Netz unse­rer Schwes­ter Magenta, geht es vor allen um Cyber-Secu­rity in Pro­duk­ti­ons- und Logis­tik-Umge­bun­gen sowie um Sen­so­rik und Edge-Computing.
Also, all die The­men einer moder­nen Fabrik, inklu­sive der Ver­ar­bei­tung gro­ßer Datenmengen.

Tech­no­lo­gi­sche Inno­va­tio­nen sind oft­mals mit dem Thema Daten verbunden.
Rich­tig. Big Data oder Künst­li­che Intel­li­genz (KI) hel­fen mit, Kun­den­ver­hal­ten, Geschäfts­ent­wick­lung oder sons­tige Pro­gno­sen treff­si­che­rer zu gestalten.
Ohne Big Data und KI wären etwa die Corona-Pro­gno­sen des Kom­ple­xi­täts­for­schers Niki Pop­per von der TU Wien für die Bun­des­re­gie­rung nicht möglich.
Auch im IT-Betrieb erge­ben sich kon­krete Anwen­dungs­ge­biete, etwa his­to­ri­sche Daten aus Infra­struk­tur, um sowohl die Betriebs­sta­bi­li­tät als auch die opti­male Nut­zung der Infra­struk­tur sicher­zu­stel­len, inklu­sive Cloud-Services. 

Wir spre­chen schon lange von der Cloud.
Allein bei der Funk­tio­na­li­tät heu­ti­ger Cloud-Sys­teme ist viel pas­siert, sei es in der Bereit­stel­lung von Rechen­leis­tung oder der Abrech­nung. Detto bei Red­un­danz und Sicherheit.
Als T‑Systems bie­ten wir alle Vari­an­ten, von eige­nen Diens­ten, Multi- und Hybride-Cloud bis zu Micro­soft, AWS, Google oder Salesforce.
Wir sind auch Teil der euro­päi­schen Gaia-X-Initia­tive und unter­stüt­zen unsere Kun­den in die­sem viel­sei­ti­gen Ökosystem. 

Wie steht es um die Inno­va­ti­ons­be­reit­schaft von Betrieben ?
Das hängt von der Bran­che ab und von den finan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten. Grund­sätz­lich ist die Inno­va­ti­ons­be­reit­schaft nach wie vor hoch, wir sehen das aktu­ell auch am Fachkräftemangel.
Viele betrieb­li­chen Pro­jekte wer­den auf ihren direk­ten Geschäfts­nut­zen eva­lu­iert : Hilft mir das Pro­jekt, um künf­tig sta­bi­ler auf Uner­war­te­tes reagie­ren zu kön­nen oder bringt es neue Wertschöpfung. 

Autor: red/czaak
02.11.2021

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