Zum Inhalt

„Wir sind kein Selbst­be­die­nungs­la­den für US-Konzerne!“

Schul­ter­schluss gegen Ver­wäs­se­rung der EU-Urhe­ber­rechts­re­form. VOeZ sowie Film- und Musik­wirt­schaft war­nen anläss­lich der kom­men­den EU-Abstim­mung zum Urhe­ber­recht vor exis­ten­ti­el­ler Aus­beu­tung der Cont­ent­wirt­schaft und for­dern ent­spre­chende Rah­men­be­din­gun­gen für eine funk­tio­nie­rende Medien- und Creativ-Branche.

„Ein neues EU-Urhe­ber­recht muss die euro­päi­sche Cont­ent­wirt­schaft auch effek­tiv vor der kom­mer­zi­el­len Aus­beu­tung durch Dritte schüt­zen“, dekla­rie­ren sich der Ver­band Öster­rei­chi­scher Zei­tun­gen (VÖeZ), der Ver­band der öster­rei­chi­schen Musik­wirt­schaft (IFPI) sowie der Fach­ver­band der Film- und Musik­wirt­schaft. Anlass ist die Abstim­mung des EU-Par­la­ments über eine Reform des EU-Urhe­ber­rechts am 12. Sep­tem­ber. Die Ver­bände war­nen ein­dring­lich vor einer Ver­wäs­se­rung der Kri­te­rien für den urhe­ber­recht­li­chen Leis­tungs­schutz und begrü­ßen die von Medi­en­mi­nis­ter Ger­not Blü­mel sowie den bei­den EU-Abge­ord­ne­ten Lukas Mandl und Axel Voss zuletzt in Wien bekun­dete Unterstützung.
Im Rah­men der zur Abstim­mung kom­men­den Ver­ord­nung geht es im Wesent­li­chen um große Sha­ring-Platt­for­men und Anbie­ter wie etwa You­tube, die zwar mit Film- und Musik­in­hal­ten Mil­li­ar­den-Umsätze machen, aber für die urhe­ber­recht­lich geschütz­ten Inhalte keine Ver­gü­tung an die Kul­tur­schaf­fen­den leis­ten. Dies sei auch ein Wett­be­werbs­nach­teil für euro­päi­sche Start-Ups, die mit einem mono­pol­ar­tig agie­ren­den Unter­neh­men kon­fron­tiert wer­den, das die Eigen­tums- und Per­sön­lich­keits­rechte der Kunst­wirt­schaft nicht respektiert. 

Die Exis­ti­enz der euro­päi­schen Medien- und Kreativ-Wirtschaft
„Die euro­päi­sche Cont­ent­wirt­schaft ist kein Selbst­be­die­nungs­la­den für US-Kon­zerne. In einem glo­ba­len digi­ta­len Markt braucht es faire Rah­men­be­din­gun­gen, damit wir den zukünf­ti­gen Fort­be­stand einer funk­tio­nie­ren­den Medi­en­land­schaft sowie der Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse sicher­stel­len“, unter­streicht Gerald Grün­ber­ger, Geschäfts­füh­rer des VOeZ.
„Die aktu­elle Ver­sion mit einer kla­ren Ver­pflich­tung der Inter­net-Platt­for­men zur Lizen­zie­rung genutz­ter Inhalte nun ohne geson­derte Upload­fil­ter ist für die Krea­tiv­wirt­schaft nicht die Wunsch­lö­sung — aber akzep­ta­bel. Jetzt appel­lie­ren wir an alle Abge­ord­ne­ten, mit der Zustim­mung Exis­tenz und Zukunft der euro­päi­schen Krea­tiv­bran­chen zu sichern“, betont auch Franz Med­we­nit­sch, Geschäfts­füh­rer des Ver­bands der öster­rei­chi­schen Musik­wirt­schaft (IFPI).
„Die Film- und Musik­wirt­schaft appel­liert an die Abge­ord­ne­ten des EU-Par­la­ments, eine effek­tiv durch­setz­bare Lizen­zie­rung gegen­über den gro­ßen Online-sha­ring Ser­vices bei der nächs­ten Sit­zung des EU Par­la­ments nicht wei­ter zu ver­hin­dern. Stel­len Sie sich auf die Seite der Urhe­ber und der Krea­ti­ven!“, ergänzt Wer­ner Mül­ler, Geschäfts­füh­rer des Fach­ver­ban­des der Film- und Musikwirtschaft. 

Alle Künst­ler- und Musi­ker- sowie alle Jour­na­lis­ten- und Medienverbände
Im Vor­feld der Abstim­mung hat sich der VÖZ gemein­sam mit den füh­ren­den Jour­na­lis­ten- und Ver­le­ger­ver­bän­den Euro­pas EFJ (Euro­pean Fede­ra­tion of Jour­na­lists), IFJ (Inter­na­tio­nal Fede­ra­tion of Jour­na­lists), EMMA (Euro­pean Maga­zine Media Asso­cia­tion), ENPA (Euro­pean News­pa­per Publishers‘ Asso­cia­tion) und NME (News Media Europe), die zusam­men die Inter­es­sen zehn­tau­sen­der euro­päi­scher Medi­en­häu­ser und Jour­na­lis­ten ver­tre­ten, dafür aus­ge­spro­chen, das Ver­le­ger­recht (Arti­kel 11) in jener Fas­sung zu beschlie­ßen, die der Rechts­aus­schuss des EU-Par­la­ments bereits am 20. Juni emp­foh­len hat.
Zudem wand­ten sich mehr als 20.000 Musik­schaf­fende aus ganz Europa an die EU-Insti­tu­tio­nen und for­der­ten einen fai­ren Schutz ihrer Rechte gegen­über den gro­ßen Inter­net-Platt­for­men. Zahl­rei­che öster­rei­chi­sche Künst­ler wie die Wie­ner Phil­har­mo­ni­ker, Con­chita, Tho­mas Spit­zer (EAV), Tho­mas Stip­sits, Karl Mar­ko­vics oder Erwin Stein­hauer wer­ben in per­sön­li­chen Video­bot­schaf­ten an die EU-Abge­ord­ne­ten für eine Unter­stüt­zung der Copy­right-Richt­line. Und zuletzt appel­lie­ren mehr als 1.200 Kunst­schaf­fende aus Öster­reich in einem Offe­nen Brief mit Nach­druck an das EU-Par­la­ment, der geplan­ten Novelle zum euro­päi­schen Urhe­ber­recht zuzustimmen.

Autor: red/czaak
10.09.2018

Weitere aktuelle Artikel

2024 wur­den in Öster­reich mehr Unter­neh­men gegrün­det. Fast 90 Pro­zent der Start-Ups kom­men aus den Berei­chen Dienst­leis­tung und Han­del und die über­wie­gende Mehr­heit sind Klein(st)unternehmen. Exakt 39.554 neue Betriebe wur­den laut Sta­tis­tik Aus­tria im Jahr 2024 in Öster­reich gegrün­det. Das ist eine Stei­ge­rung um rund fünf Pro­zent gegen­über 2023 als Vor­jahr. Für das Jahr 2025 lie­gen […]
US-Tech-Kon­zerne bauen Domi­nanz an den Welt­bör­sen wei­ter aus. KI-Boom treibt Bewer­tun­gen auf neue Rekorde. Nvi­dia, Alpha­bet und Apple aktu­ell als höchst­be­wer­tete Unter­neh­men. 36 Tech-Com­pa­nies unter Top 100. Kein euro­päi­sches Unter­neh­men unter den Top 10.  Die wert­volls­ten bör­sen­no­tier­ten Unter­neh­men der Welt haben ihren Markt­wert im ers­ten Halb­jahr 2026 erneut kräf­tig gestei­gert, und das, trotz geo­po­li­ti­scher Span­nun­gen, Kon­junk­tur­flaute […]
Land NÖ stärkt regio­nale Betriebe mit wei­te­ren Inves­ti­tio­nen. NÖBEG inves­tiert wei­tere 5 Mil­lio­nen Euro in kleine und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men und sichert damit auch über 250 Arbeits­plätze. Gesam­tes aktu­el­les Invest­vo­lu­men in Höhe von 15 Mil­lio­nen Euro. Die Nie­der­ös­ter­rei­chi­sche Lan­des­re­gie­rung hat soeben stille Betei­li­gun­gen der NÖ Bürg­schaf­ten und Betei­li­gun­gen GmbH (NÖBEG) für sechs nie­der­ös­ter­rei­chi­sche Unter­neh­men im Aus­maß von rund […]
Fis­kal­rat kri­ti­siert Bud­get­si­tua­tion. Kon­so­li­die­rungs­pfad klar ver­fehlt. Defi­zit bis 2030 wei­ter über drei Pro­zent­grenze des BIP. Keine Struk­tur­re­for­men. Ergeb­nis­lose Reform­part­ner­schaft mit Län­dern und Gemein­den. Keine Kri­sen­re­si­li­enz und wachs­tums­ori­en­tierte Maßnahmen. Die öster­rei­chi­sche Bun­des­re­gie­rung in Per­son von Finanz­mi­nis­ter Mar­kus Mar­ter­bauer hat kürz­lich ihr Dop­pel­bud­get für die Jahre 2027 und 2028 ver­öf­fent­licht. Nun hat der öster­rei­chi­sche Fis­kal­rat seine ent­spre­chende […]
Wie KI zum ent­schei­den­den Wett­be­werbs­fak­tor in der Logis­tik wird. Ein Exper­ten­kom­men­tar von Mar­kus Ber­ger, Digi­tal Engi­neer T‑Systems Austria. Künst­li­che Intel­li­genz ist längst kein Expe­ri­ment mehr und zum kon­kre­ten Wett­be­werbs­fak­tor gewor­den – beson­ders in Bran­chen mit hohem Kos­ten­druck und kom­ple­xen Pro­zes­sen. Die Logis­tik zählt dabei zu jenen Berei­chen, wo sich der Nut­zen von KI beson­ders schnell […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram