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18. April 2024

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Das Geschäftsklima hellt sich auf

Das Geschäftsklima hellt sich auf© pexels/pixabay

Der vom Münchner ifo-Institut regelmäßig erhobene Geschäftsklimaindex ist aktuell gestiegen. Die Stimmung unter den Unternehmen verbesserte sich. Auch die DWS sieht Lichtblicke bei Wirtschaftssituation und Arbeitsmarkt.

(red/cc) Die Stimmung unter den deutschen Unternehmen hat sich aktuell etwas aufgehellt. Der kontinuierlich erhobene ifo Geschäftsklimaindex ist von Jänner auf Februar gestiegen. Zentrale Aussage ist, dass sich die zuvor geäußerten negativen Erwartungen den Geschäftsgang betreffend ins Positive gedreht haben. Die Einschätzungen zur aktuellen Lage blieben unverändert. Hier gleichen sich positive und negative Antworten gegenwärtig nahezu aus, so das ifo Institut in einer Aussendung. Und: auch die Konjunktur beginnt sich zu stabilisieren, wenn auch vorab nur auf niedrigem Niveau.

Bessere Stimmung auch bei den wirtschaftspolitisch wichtigen Segmenten Dienstleistung und Bau
Wie immer erfragen die ifo-Experten auch die einzelnen Branchensegmente ab, und da zeigt sich die Verbesserung des Geschäftsklimas etwa im wichtigen Bereich der Dienstleistungen. Hier äußerten sich die Unternehmen zufriedener mit den laufenden Geschäften. Der gleiche Trend gilt für die Erwartungen, wo die positiven Stimmen ebenso zugenommen haben. Aktuell noch als schwach wird hingegen die Auftragsentwicklung beurteilt.

Ein wirtschaftspolitisch ganz wichtiges Segment ist die Baubranche und auch hier hat der Geschäftsklimaindikator zugelegt, auf niedrigem Niveau zwar, aber er hat zugelegt. Ein wesentliches Kriterium dafür sind bessere Einschätzungen der Betriebe zur aktuellen Lage. Differenzierter ist dafür der Ausblick in die Zukunft, belastet durch die nach wie vor geltenden äußeren Rahmenbedingungen im Kontext mit Zinsniveau und geopolitischen Krisenherden, sind die geschäftlichen Erwartungen weiterhin verhalten.

Das verarbeitende Gewerbe und die Handelsbranche
Gefallen ist der Geschäftsklimaindex im verarbeitenden Gewerbe. Hier wurde die aktuelle Lage zuletzt im September 2020 so schlecht eingeschätzt. Auch die Erwartungen blieben nahezu unverändert pessimistisch, der Rückgang des Auftragsbestandes hält unvermindert an. In den Erhebungen haben die Unternehmen auch weitere Kürzungen der Produktionen angekündigt.

Ein weiterer wirtschaftlich wichtiger Bereich ist der Handel und hier herrscht eine ambivalente Situation. Während der Geschäftsklimaindex gefallen ist und die Händler auch weniger zufrieden waren mit der aktuellen Geschäftslage, haben sich die Zukunftsaussichten mit der Erwartungshaltung für mehr Geschäft verbessert. Was der Handelsbranche bleibt, ist eine Art Grundskepsis mit Blick auf die Entwicklung in den kommenden Monaten, so das ifo in einer Aussendung.

Deutsche Wirtschaft in schwieriger Lage
Eine Institution, welche regelmäßig das Befinden der Deutschen Wirtschaft erforscht und abfragt, ist die deutsche Institution DWS, einer der größten Vermögensverwalter in Europa. Für das vierte Quartal wurde die bereits bekannte Einschätzung bestätigt, dass die Deutsche Wirtschaft leicht „geschrumpft“ sei (Anm. 0,3 Prozent). Der Grund hierfür waren die hohen Zinsen und das hat besonders die zinssensitiven Bauinvestitionen betroffen, die sich seit Anfang 2022 im Sinkflug befinden. Die Investitionen gingen laut Angaben erneut zurück, um 1,7 Prozent.

Es gibt aber auch Lichtblicke im Kontext mit der allgemeinen Wirtschaftssituation und das bezieht sich auf den wichtigen Arbeitsmarkt, der sich nach wie vor robust zeigt. So stieg die Beschäftigung im vierten Quartal leicht und im Vorjahresvergleich sogar um ein halbes Prozent. Auch der private Konsum legte endlich wieder zu, hier machte sich die nachlassende Inflation bemerkbar. Der private Konsum sollte auch die Stütze der schwachen Erholung sein, die die DWS für das kommende Jahr erwartet.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 27.02.2024