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Wirt­schafts­feind­li­ches Österreich

Nur 11 Pro­zent der Unter­neh­men schät­zen die gesamt­wirt­schaft­li­che Lage der­zeit als gut ein, so ein aktu­elle Stu­die des Kreditschutzverbandes.

In Zei­ten flauer Kon­junk­tur rei­ten viele Betriebe auf der Opti­mie­rungs­welle, um den Sta­tus quo zu erhal­ten. Zwei Drit­tel pla­nen für 2016 keine zusätz­li­chen Stel­len, 16 Pro­zent möch­ten sogar Stel­len abbauen. Zusätz­li­che Belas­tun­gen aus der Steu­er­re­form wer­den beklagt. Strenge Arbeits­zeit­re­ge­lun­gen hält knapp ein Drit­tel der Befrag­ten (32 Pro­zent) für wirt­schafts­feind­lich. Mehr als die Hälfte (56 Pro­zent) wünscht sich eine Flexibilisierung.
Von Stel­len­ab­bau bedroht sind laut der Umfrage des KSV1870 ver­stärkt Dienst­neh­mer von Gewer­be­be­trie­ben, klei­nen Unter­neh­men sowie von Kärnt­ner Unter­neh­men. Bei den Bran­chen führt das dienst­neh­mer­inten­sive Gast­ge­werbe, gefolgt von Holz/​Möbel, Papier/​Druck/​Verlagswesen und der Bauwirtschaft. 

Gro­ßen Betriebe ver­sus Kleinunternehmen
Siche­rer dürf­ten die Arbeits­plätze im Tech­no­lo­gie- und Indus­trie-Bereich sein. Etwa in der elek­tro­ni­schen Daten­ver­ar­bei­tung sind spür­bare Erhö­hun­gen geplant. Den gro­ßen Betrie­ben geht es etwas bes­ser : 29 Pro­zent wol­len Mit­ar­bei­ter ein­stel­len. Im Durch­schnitt trifft das nur auf 18 Pro­zent zu.
Am stärks­ten trifft die Betriebe nach eige­ner Angabe die Erhö­hung der Kapi­tal­ertrags­steuer für Gewinn­aus­schüt­tun­gen. Damit wer­den Unter­neh­men aller Grö­ßen­ord­nun­gen in die Pflicht genom­men, beson­ders betrof­fen füh­len sich mit 83 Pro­zent die klei­nen Betriebe.
An zwei­ter Stelle ran­gie­ren die Her­ab­set­zung der AfA für Betriebs­räum­lich­kei­ten und die Abschaf­fung des Bil­dungs­frei­be­tra­ges bei der Wei­ter­bil­dung von Mit­ar­bei­tern mit jeweils 67 Pro­zent. Von der Kas­sen- und Beleg­ertei­lungs­pflicht und der teil­wei­sen Umsatz­steu­er­erhö­hung sind jeweils die Hälfte der Unter­neh­men betroffen.

Mehr Fle­xi­bi­li­sie­rung
Mehr als die Hälfte meint, dass eine Fle­xi­bi­li­sie­rung der Arbeits­zeit not­wen­dig sei, 32 Pro­zent bezeich­nen die der­zei­ti­gen Gesetze sogar als wirt­schafts­feind­lich. Bei die­sem Thema gibt es eine Kluft zwi­schen Kleinst- und Klein­be­trie­ben, die sich ver­stärkt neue Lösun­gen wün­schen, und Mit­tel- und Groß­be­trie­ben, die die aktu­elle Geset­zes­lage noch eher für gut befin­den. „Je grö­ßer ein Unter­neh­men, desto eher kann es per­so­nelle Eng­pässe abfe­dern. Kleine haben viel weni­ger Hand­lungs­spiel­raum“, erklärt Johan­nes Nejed­lik, Vor­stand der KSV1870 Hol­ding AG.
Nur 11 Pro­zent der Befrag­ten schät­zen aktu­ell, dass es der Gesamt­wirt­schaft sehr gut oder gut geht. 51 Pro­zent orten eine befrie­di­gende Lage. 38 Pro­zent sind über­zeugt, dass es der Wirt­schaft in Öster­reich schlecht oder sogar sehr schlecht geht. Für das Gesamt­jahr 2016 soll sich kaum etwas ändern, so die Pro­gnose der Befragten.

An der KSV1870 Umfrage haben im Februar 2016 rund 1.600 Mit­glie­der und Kun­den des KSV1870 teilgenommen.

Autor: red/stem
29.04.2016

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