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Donnerstag, 15.01.2026 | 13:27
© NLK Pfeiffer

Wis­sen schafft

Land Nie­der­ös­ter­reich ver­leiht die dies­jährigen Wis­sen­schafts­preise. Digi­ta­li­sie­rung, Gesund­heit und Kli­ma­wan­del inhalt­li­che Schwer­punkte bei Pro­jek­ten. Eigene Aus­zeich­nung für Schü­ler prä­miert vor­wis­sen­schaft­li­che Arbeiten.

Wis­sen schafft. Der (geschützte) Wer­be­claim von eco­nomy trifft auch auf die Preis­trä­ger des Nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Wis­sen­schafts­prei­ses zu. Öster­reichs größ­tes Bun­des­land ver­gibt bereits seit 1964 Aus­zeich­nun­gen an her­aus­ra­gende For­schungs­pro­jekte und ihre Erfin­der bzw. Umsetzer. 

Die Ver­lei­hung der dies­jährigen Preise fand nun wie gewohnt durch Nie­der­ös­ter­reichs Lan­des­chefin Johanna Mikl-Leit­ner statt. Jochen Dan­nin­ger als Wirt­schafts­lan­des­rat unter­strich mit sei­ner Teil­nahme die große wirt­schafts­po­li­ti­sche Bedeu­tung inno­va­ti­ver For­schungs­pro­jekte. Die Ver­an­stal­tung wurde corona-bedingt als digi­ta­ler „Live-Stream“ übertragen. 

Neben den Wür­di­gungs- und Aner­ken­nungs­prei­sen ist aber­mals auch der „Wis­sen schaf[f]t Zukunft”-Preis über­reicht wor­den. „Corona hat uns gelehrt, dass es wich­tig ist in For­schung zu inves­tie­ren. Unser Ziel ist es, nach Corona bes­ser zu sein als vor der Pan­de­mie. Darum set­zen wir auf Wis­sen­schaft und inves­tie­ren wei­ter­hin viel in die For­schung mit den Schwer­punk­ten Digi­ta­li­sie­rung, Gesund­heit und Kli­ma­wan­del“, so Johanna Mikl-Leit­ner in ihrer Einleitung.

Kind­li­cher Wis­sens­drang und stand­ort­po­li­ti­sche Bedeutung
Im Hin­blick auf die „Wissenschaf[f]t Zukunft-Preise“, die unter ande­rem an Schü­ler für ihre vor­wis­sen­schaft­li­chen Arbei­ten ver­ge­ben wur­den, betonte die Lan­des­haupt­frau : „Der Wis­sens­drang der Kin­der gehört unter­stützt und geför­dert. Mit Sci­ence Aca­demy, Sci­ence School, Wis­sen­schafts­mes­sen und der Nacht der For­schung kön­nen junge Men­schen mit For­schern in Kon­takt kom­men und Lust auf Wis­sen­schaft ver­mit­telt werden.“

Dass die Ver­net­zung von Wis­sen­schaft und Wirt­schaft eine enorme Rolle für die Unter­neh­men im Bun­des­land spiele, erläu­terte Wirt­schafts­lan­des­rat Jochen Dan­nin­ger : „Digi­ta­li­sie­rung ist in den letz­ten Mona­ten sehr wich­tig gewor­den. Sie bie­tet Chan­cen und Mög­lich­kei­ten für Betriebe und Arbeit­neh­mer. Es hat sich gezeigt, dass Betriebe, die sich mit Digi­ta­li­sie­rung und Inno­va­tion beschäf­ti­gen, leich­ter durch die Krise kommen.“

Wis­sen­schaft­li­ches Gesamt­werk von über­re­gio­na­ler Bedeutung
Die all­jähr­lich ver­lie­he­nen Wür­di­gungs­preise zur Ehrung eines wis­sen­schaft­li­chen Gesamt­werks von über­re­gio­na­ler Bedeu­tung sind die höchste wis­sen­schaft­li­che Aus­zeich­nung Nie­der­ös­ter­reichs. Heuer gin­gen die bei­den Wür­di­gungs­preise an den Phy­si­ker Simon Gröb­la­cher und die For­schungs­gruppe Med­Ra­dOnc. Gröb­la­cher forscht aktu­ell an der hol­län­di­schen Delft Uni­ver­sity of Tech­no­logy im Bereich Quan­ten-Opto­me­cha­nik und mecha­ni­scher Quantenzustände.

Die For­schungs­gruppe „Medi­zi­ni­sche Strah­len­for­schung im nicht­kli­ni­schen For­schungs­be­reich“ (Med­Ra­dOnc) der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien arbei­tet am Krebs­for­schungs- und Behand­lungs­zen­trum Med­Aus­tron in Wie­ner Neu­stadt (NÖ). Unter Lei­tung von Diet­mar Georg for­schen Monika Clau­sen, Syl­via Gru­ber, Her­mann Fuchs, Bar­bara Knäusl, Peter Kuess und Andreas Franz Resch an neuen Behand­lungs­for­men von Krebs durch Bestrah­lung mit­tels Pro­to­nen und Kohlenstoffionen.

Mathe­ma­tik, Sel­tene Erden, Gerichts­bar­keit, Pho­to­che­mie, Corona
Die ebenso ver­ge­be­nen vier Aner­ken­nungs­preise die­nen der För­de­rung von Wis­sen­schaft­lern, die mit ihrem Schaf­fen bereits fach­li­che Aner­ken­nung gefun­den haben. Mar­kus Gus­en­bauer etwa befasst sich mit mathe­ma­ti­scher Modell­bil­dung und com­pu­ter­nu­me­ri­schen Simu­la­tio­nen sowie den Mög­lich­kei­ten soge­nannte „sel­tene Erden“ in Per­ma­nent­ma­gne­ten zu ersetzen. 

Gabriel Maria Lent­ner wie­derum setzt sich mit Ent­wick­lung und Bedeu­tung der inter­na­tio­na­len Gerichts­bar­keit und ihrer Insti­tu­tio­nen aus­ein­an­der. Alina Meindl legte ihren Schwer­punkt in den Bereich der Pho­to­che­mie und forscht der­zeit an der Her­stel­lung von Des­in­fek­ti­ons­mit­teln, die durch Son­nen­licht akti­viert wer­den. Und Bar­bara Nuß­bau­mer-Streit wurde für ihre For­schungs­ar­beit, die als Ent­schei­dungs­grund­lage für die WHO-Emp­feh­lun­gen bezüg­lich COVID-19 Qua­ran­tä­ne­maß­nah­men diente, ausgezeichnet.

The­ma­ti­scher Schwer­punkt „Aus- und Weiterbildung“
Mit dem „Wis­sen schaf[f]t Zukunft”-Preis (WZP) der NÖ For­schungs- und Bil­dungs­ge­sell­schaft (NFB) wer­den jähr­lich Nach­wuchs­wis­sen­schaft­ler für ihre For­schungs­ar­bei­ten aus­ge­zeich­net. Der Preis ent­stammt den im nie­der­ös­ter­rei­chi­schen FTI-Pro­gramm fest­ge­leg­ten The­men­fel­dern. Im heu­ri­gen Jahr war „Aus- und Wei­ter­bil­dung“ inhalt­li­cher Schwerpunkt.

Ver­ge­ben wurde der WZP 2020 in zwei Preis­ka­te­go­rien : Call for Con­cept, sowie Vor­wis­sen­schaft­li­che Arbeiten/​Diplomarbeiten. In der Kate­go­rie „Call for Con­cept“ wurde das Pro­jekt „Wood be bet­ter!“ von Chris­tina Ador­jan und Cor­ne­lia Rie­der-Gra­din­ger aus­ge­zeich­net. Eben­falls in der glei­chen Kate­go­rie wurde „STEM fatale“, ein Pro­jekt von Nicole Amberg, Melissa Stouf­fer, Lisa Cicho­cki und Angela Bitto-Nem­ling, mit dem WZP gewür­digt. „Der Nie­der­ös­ter­rei­chi­sche Wis­sen­schafts­preis soll ent­spre­chend auch Moti­va­tion sein, noch tie­fer in die Wis­sen­schaft ein­zu­stei­gen“, betonte Johanna Mikl-Leit­ner abschließend. 

Autor: red/czaak
02.10.2020

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