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„Wis­sen­schaft und Tech­nik pas­sen zu mir“

Ange­wandte For­schung für die Raum­fahrt beim INiTS-Award 2012.

Mit der Ent­wick­lung eines neu­ar­ti­gen Schritt­mo­tors für Anwen­dun­gen in der Raum­fahrt­tech­no­lo­gie holte sich Mar­tina Meis­nar vom Insti­tut für Fest­kör­per­phy­sik an der TU Wien den zwei­ten Platz beim Woman-Award. Die Diplom­ar­beit wurde von der Firma RUAG Space in Auf­trag gege­ben. Eco­no­my­aus­tria sprach mit Ihr über die Rolle der Schule, über Auf­stiegs­chan­cen jun­ger For­scher und über NinetoFive-Jobs.

Eco­no­my­aus­tria : Wie kamen Sie zu den Naturwissenschaften ?

Mar­tina Meis­nar : Mit 14 Jah­ren habe ich mich ent­schie­den, eine HTL zu besu­chen. Wäh­rend die­ser Zeit ist für mich klar gewor­den, dass die Rich­tung Wis­sen­schaft und Tech­nik genau das Pas­sende für mich ist und des­halb dann auch das Phy­sik-Stu­dium an der TU Wien.

Viele For­sche­rIn­nen kla­gen über schlechte Rah­men­be­din­gun­gen an den Unis, tei­len Sie diese Sichtweise ?

Ich kann nicht viel zu den Rah­men­be­din­gun­gen sagen, da meine Diplom­ar­beit von der Indus­trie beauf­tragt wurde. Jedoch sind die Berufs­aus­sich­ten für junge For­scher in Öster­reich ein­fach kata­stro­phal. Die Auf­stiegs­chan­cen sind gering, die weni­gen unbe­fris­te­ten Stel­len wer­den mit For­schern ande­rer Natio­na­li­tät besetzt. Für junge For­scher folgt daher, idea­ler­weise, eine befris­tete Stelle der nächs­ten. Das bedeu­tet stän­dige Unge­wiss­heit, ein­mal keine wei­tere Stelle zu bekom­men. Daher mein Weg ins Aus­land, um meine Chan­cen im natio­na­len und inter­na­tio­na­len Wett­be­werb zu erhöhen.

Wie könnte gegen­ge­steu­ert wer­den und wel­che Rolle spielt die schu­li­sche Ausbildung ?
Mei­ner Ansicht nach soll­ten Mäd­chen bereits in der Schule mit Wis­sen­schaft und Tech­nik kon­fron­tiert wer­den und so die Mög­lich­keit haben, Inter­esse zu ent­wi­ckeln. Viele Wis­sen­schaft­le­rin­nen müs­sen Ihre Kar­riere abbre­chen, wenn sie eine Fami­lie grün­den. For­schung ist kein 9‑to-5-Job, oft muss man über Nacht im Labor sein oder am Wochen­ende eine Publi­ka­tion schrei­ben. Das ist schwer mit dem Fami­li­en­le­ben ver­ein­bar. Ich kann mir vor­stel­len, dass ein an diese Bedin­gun­gen ange­pass­tes Kin­der­be­treu­ungs­mo­dell, sowie die Aus­wei­tung des männ­li­chen Karenz­mo­dells hel­fen würden.

Ist die Aus­zeich­nung nun Anreiz ein eige­nes Unter­neh­men zu gründen ?

Der­zeit habe ich nicht den Plan zur Unter­neh­mens­grün­dung. Zuerst möchte ich in der Wis­sen­schaft Fuß fas­sen und meine Kom­pe­ten­zen erweitern.

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INiTS Award 2012

Das Uni­ver­si­täre Grün­der­ser­vice INiTS prä­mierte im Rah­men des ach­ten Wett­be­werbs jene wis­sen­schaft­li­chen Arbei­ten, die beson­ders gro­ßes Poten­zial für eine erfolg­rei­che Unter­neh­mens­grün­dung haben. In die­sem Jahr wur­den erst­mals Spe­cial Awards für Arbei­ten mit gre­en­tech-Bezug sowie Arbei­ten von Frauen bzw. Frauen-Teams verliehen.

Eine Jury bestehend aus Wirtschafts‑, Wis­sen­schafts- und Grün­dungs­exper­tIn­nen bewer­tete die 73 ein­ge­reich­ten Arbei­ten hin­sicht­lich der wirt­schaft­li­chen Ver­wert­bar­keit. Alle 15 Preis­trä­ger mit einer genauen Beschrei­bung Ihrer Pro­jekte sind auf www.inits.at angeführt.
„Beson­ders freut es mich, dass sich in die­sem Jahr die Anzahl der Ein­rei­chun­gen ver­dop­pelt hat. Das zeigt, dass das Thema ‘Ver­wer­tung von For­schungs­er­geb­nis­sen´ einen immer höhe­ren Stel­len­wert bekommt“, erläu­tert Irene Fialka, Geschäfts­füh­re­rin der INiTS GmbH.

„Wir haben den INiTS-Award die­ses Jahr gemein­sam mit dem Wirt­schafts­mi­nis­te­rium und unse­ren Part­nern aus der IKT-Indus­trie zum ers­ten Mal ver­an­stal­tet und dabei auch für ent­spre­chende Öffent­lich­keit gesorgt“, erläu­tert Chris­tian Czaak, Her­aus­ge­ber von eco­no­my­aus­tria. „Die posi­tive Aus­wir­kung auf Quan­ti­tät und Qua­li­tät der Ein­rei­chun­gen freut uns natür­lich auch aber beson­ders freut uns, dass es gleich 24 Ein­rei­chun­gen bei unse­rem neuen Woman-Award gab und sich meh­rere Frauen-Pro­jekte auch im Haupt­be­werb durch­set­zen konn­ten“, so Czaak weiter.

Autor:
14.12.2012

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