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Wis­sen­schaft zu wenig weiblich

Noch vor etwas mehr als hun­dert Jah­ren durf­ten Frauen erst gar nicht stu­die­ren. Heute gibt es bereits mehr Stu­den­tin­nen als Stu­den­ten. Nach oben auf der Kar­rie­re­lei­ter wird die Luft aber dünn und dünner…

Es gibt „klare Signale, dass die Wis­sen­schaft weib­li­cher wird“, sagte Wis­sen­schafts­mi­nis­te­riun Bea­trix Karl auf einer Pres­se­kon­fe­renz im August. Nach­hol­be­darf sieht sie vor allem noch beim gerin­gen Pro­fes­so­rin­nen­an­teil von 19 Pro­zent an den Unis. Hier habe es “noch nicht den ulti­ma­ti­ven Sprung gege­ben, aber es geht in die rich­tige Rich­tung”, meint die Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin. Die Rea­li­tät sieht aller­dings anders aus. Wie­wohl es bei den Stu­die­ren­den bereits mehr Frauen als Män­ner gibt, ändert sich die­ses Zah­len­ver­hält­nis, je höher die wis­sen­schaft­li­che Kar­rie­re­lei­ter erklom­men wird. In Fak­ten : Der­zeit sind 57 Pro­zent der Stu­di­en­an­fän­ger und 56 Pro­zent der Absol­ven­ten der Uni­ver­si­tä­ten weib­lich. Der Frau­en­an­teil der Dozen­tin­nen liegt bei knapp über 20 Pro­zent, jener bei den Pro­fes­so­rin­nen bei knapp unter 20 Pro­zent. Das bedeu­tet, weni­ger als jede fünfte Pro­fes­sur ist in weib­li­cher Hand.

Ham­mer­schmid ein­zige Rektorin
Ganz krass ist die Ver­tei­lung der Frauen auf den unter­schied­li­chen Kar­rie­re­stu­fen an der Vete­ri­när­me­di­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät (VUW), schil­dert die neue VUW-Rek­to­rin Sonja Ham­mer­schmid : “Bei den Stu­den­ten beträgt der Frau­en­an­teil 80 Pro­zent, bei den wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­tern 60, bei den Habi­li­tier­ten 40 und bei den Pro­fes­so­ren weni­ger als 20 Pro­zent. Da haben wir sehr viel nach­zu­ho­len.” Der­zeit gibt es an den öffent­li­chen Uni­ver­si­tä­ten übri­gens außer Ham­mer­schmid keine weib­li­che Rek­to­rin. Mit Christa Them (Tiro­ler Pri­vat­uni­ver­si­tät für Gesund­heits­wis­sen­schaf­ten, Medi­zi­ni­sche Infor­ma­tik und Technik/​UMIT) und Mari­anne Betz (Anton-Bruck­ner-Pri­vat­uni­ver­si­tät Linz) ste­hen zwei Frauen an der Spitze von Pri­vat­uni­ver­si­tä­ten. Zwei Rek­to­rin­nen gibt es auch an Fach­hoch­schu­len – Bar­bara Schmid an der FH St. Pöl­ten und Eva Wer­ner an der FH Krems.
Wenige Frauen gibt es tra­di­tio­nell im tech­nisch-natur­wis­sen­schaft­li­chen Bereich, doch an der Uni Wien hat mit Ste­fa­nie Rin­derle-Ma Anfang 2010 eine Dame die Pro­fes­sur für „Work­flow Sys­tems and Tech­no­logy“ (Infor­ma­tik) erhal­ten. Rin­derle-Ma, Mut­ter zweier klei­ner Kin­der, ist übri­gens mit 34 Jah­ren die der­zeit jüngste Pro­fes­so­rin der Uni Wien.
Aller­dings sind Frauen in Füh­rungs­po­si­tio­nen nicht nur in der Wis­sen­schaft, son­dern auch im Unter­neh­mens­be­reich nach wie vor die Min­der­heit. „Die Zukunft ist hof­fent­lich aus­ge­wo­ge­ner zwi­schen den Geschlech­tern“, sagte Aviva Wit­ten­berg-Cox, Che­fin der Unter­neh­mens­be­ra­tung „20-first“ unlängst bei einem Besuch in Wien. Das eng­lisch-fran­zö­si­sche Bera­tungs­haus „20-first“ pro­pa­giert Geschlech­ter­aus­ge­wo­gen­heit in der Führungsebene.

Autor:
11.02.2011

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