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Wo ein Wille, da Gleichberechtigung

Der neue Glo­bal Gen­der Gap Index 2010 zeigt auf : Län­der wie Island, Nor­we­gen und Finn­land sind nicht nur in der Schul-Aus­bil­dung bes­ser, son­dern auch in punkto Gleich­be­rech­ti­gung. Öster­reich liegt abge­schla­gen an 37. Stelle.

Öster­reich liegt in der Gleich­be­rech­ti­gung Frau – Mann weit zurück, zeigt der neue jähr­li­che Glo­bal Gen­der Gap Index 2010, her­aus­ge­ge­ben vom World Eco­no­mic Forum scho­nungs­los auf. Wäh­rend die Nach­bar­län­der Schweiz (Rang 10) und Deutsch­land (Rang 13) noch rela­tiv gut abschnei­den, ran­giert Öster­reich mit 70,9 Pro­zent auf Platz 37. Damit lie­gen Län­der wie Cuba, Mocam­bi­que, Costa Rica und die Mon­go­lei vor der Alpen­re­pu­blik. Dabei hat Öster­reich gegen­über dem Vor­jahr zumin­dest ein paar Ränge gut­ge­macht (2009 : Rang 42). An der Spitze des Ran­kings lie­gen Island (85 Pro­zent), Nor­we­gen (84 Pro­zent), Finn­land (82,6 Pro­zent), gefolgt von Schwe­den (80,2 Pro­zent) und Neu­see­land (78,1 Prozent).
Fakt ist : Die Män­ner geben in Öster­reich noch immer den Ton an, ob in der Wirt­schaft, in Poli­tik oder Wis­sen­schaft (im spe­zi­el­len in den Natur­wis­sen­schaf­ten). Ins­be­son­dere auch bei den Gehäl­tern klafft noch ein ordent­li­che Kluft zwi­schen Frauen und Män­nern – und das bei glei­chen Jobs und glei­cher Ausbildung.
An den wei­ter­füh­ren­den Schu­len und Hoch­schu­len sind Frauen mitt­ler­weile genauso stark ver­tre­ten wie Män­ner. Öster­reich kommt in die­sem Bereich laut Ran­king sogar an die füh­ren­den nor­di­schen Län­der heran. Doch die gute Aus­bil­dung der Frauen schlägt sich immer noch nicht voll im Arbeits­le­ben nie­der. So ist die Frau­en­er­werbs­tä­ti­gen­quote in Öster­reich ver­gleichs­weise nied­rig, Frauen sto­ßen auf dem Weg die Kar­rie­re­lei­ter hin­auf an die soge­nannte „Glä­serne Decke“ und blei­ben oft­mals „in der zwei­ten Reihe“ (in der Wirt­schaft hin­ter Geschäfts­füh­rer oder Vor­stand) stehen.

Zu wenig Politikerinnen
Obwohl es mitt­ler­weile einige Minis­te­rin­nen gibt (Bures, Fek­ter, Ban­dion-Ort­ner, Hei­nisch-Hosek) spie­len Frauen im poli­ti­schen Leben in Öster­reich immer noch eine unter­ge­ord­nete Rolle. Im Par­la­ment gibt es gut dop­pelt so viele Män­ner wie Frauen (72 zu 28 Pro­zent). Bei Spit­zen­rei­ter Island liegt das Ver­hält­nis der­zeit bei 57 zu 43 Pro­zent. Man darf aller­dings nicht ver­ges­sen, dass die poli­ti­sche Inte­gra­tion der Frauen noch nicht ein­mal 100 Jahre zurück liegt. Frauen dür­fen in Öster­reich erst seit 1918 wählen.
Wirk­same Maß­nah­men im wirt­schaft­li­chen Bereich für die Gleich­stel­lung Frau – Mann gibt es : So müs­sen die Auf­sichts­räte grö­ße­rer Akti­en­ge­sell­schaf­ten in Nor­we­gen – ASA genannt – seit Anfang 2008 zu min­des­tens 40 Pro­zent mit Frauen besetzt wer­den. Im Jahr 2003 waren nur sie­ben Pro­zent aller Auf­sichts­rats­pos­ten der ASA weib­lich, heute sind es 41 Prozent.
Die jet­zige Frau­en­mi­nis­te­rin Gabriele Hei­nisch-Hosek (SPÖ) will genau diese Maß­nahme auch für Öster­reich : Sie for­dert für Spit­zen­po­si­tio­nen in Unter­neh­men eine Frau­en­quote. Außer­dem sagt Hei­nisch-Hosek der Ein­kom­mens­schere den Kampf an und for­dert, dass grö­ßere Betriebe die Gehäl­ter von Män­nern und Frauen offen legen müs­sen. Lei­der ist es bis dato bei den For­de­run­gen geblie­ben. „Ins­ge­samt sind wir bei der Gleich­stel­lung auf einem guten Weg, doch es geht noch viel zu lang­sam“, so Hei­nisch-Hosek. Erste Frau­en­mi­nis­te­rin in Öster­reich wurde übri­gens 1990 die legen­däre Johannna Dohnal (SPÖ), die heuer im Februar gestor­ben ist.

Autor:
12.11.2010

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