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Wun­der­waffe gegen Brustkrebs

Die Ent­de­ckung einer jun­gen Wis­sen­schaft­le­rin am Wie­ner Insti­tut IMBA könnte die Prä­ven­tion von Brust­krebs ermöglichen.

Eine von acht Frauen wird im Laufe ihres Lebens mit der Dia­gnose Brust­krebs kon­fron­tiert. Zu den Haupt­ur­sa­chen zäh­len die Ein­nahme künst­li­cher Hor­mone und andere Umwelt­ein­flüsse. Brust­krebs kann aber auch fami­liär ver­erbt wer­den, häu­fig durch eine Muta­tion des Gens BRCA1.
Die bekann­teste Frau mit einer BRCA1-Muta­tion ist die US-Schau­spie­le­rin Ange­lina Jolie. Frauen mit einer Muta­tion des BRCA1-Gens müs­sen mit einem Lebens­zeit­ri­siko für Brust­krebs von bis zu 80 Pro­zent leben. Dazu kommt, dass der Krebs oft in jün­ge­ren Jah­ren und in einer sehr aggres­si­ven Form auf­tritt. Das Durch­schnitts­al­ter der Betrof­fe­nen liegt bei 40 Jahren.

Über­schie­ßend
Im Jahr 2010 ent­deckte eine For­scher-Gruppe um Josef Pen­nin­ger, dem wis­sen­schaft­li­chen Direk­tor des Insti­tut für Mole­ku­lare Bio­tech­no­lo­gie (IMBA) der Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten (ÖAW) in Wien, dass Sexu­al­hor­mone Brust­krebs aus­lö­sen kön­nen. Sie wir­ken auf zwei Pro­te­ine des Kno­chen­stoff­wech­sels und sen­den so den Brust­zel­len ein Signal, das diese zum Wachs­tum anregt. Dies pas­siert in jeder Frau in der Schwan­ger­schaft und wäh­rend des Mens­trua­ti­ons­zy­klus. Über­schießt das Signal jedoch, kann es zu unkon­trol­lier­tem Wuchern der Brust­zel­len kommen.
Die junge Wis­sen­schaf­te­rin Verena Sigl aus Pen­nin­gers For­schungs­gruppe ent­deckte nun im Tier­ver­such wie die­ser Mecha­nis­mus zu unter­bre­chen ist. Die Über­trag­bar­keit ihrer Ergeb­nisse auf den Men­schen wurde bereits über­prüft. Bei Brust­ge­we­be­zel­len von Frauen, die sich auf­grund ihrer BRCA1-Muta­tion einer prä­ven­ti­ven Brust­am­pu­ta­tion unter­zo­gen hat­ten, konnte das Wachs­tum und die Aus­brei­tung der Brust­ge­we­be­zel­len stark ver­min­dert werden.

Bereits vor­han­den
Das pas­sende Medi­ka­ment, Deno­sumab, gibt es bereits. „Es ist ein Anti­kör­per mit sehr gerin­gen Neben­wir­kun­gen“, erläu­tert Sigl. Der­zeit wird das Medi­ka­ment bei Kno­chen­me­ta­sta­sen und bei Osteo­po­rose ver­schrie­ben, jetzt könnte es zur Brust­krebs-Prä­ven­tion bei BRCA1-Muta­ti­ons­trä­ge­rin­nen ein­ge­setzt werden.
Der nächste Schritt sind kli­ni­sche Stu­dien, um die Wirk­sam­keit beim Men­schen bestä­ti­gen zu kön­nen. Die vor­lie­gende Arbeit ist das Ergeb­nis einer inter­na­tio­na­len Koope­ra­tion, an der neben Wis­sen­schaf­tern aus Öster­reich (IMBA, AKH Wien) auch For­scher aus Bal­ti­more, Toronto, Kanada und Bar­ce­lona teil­ge­nom­men haben.

Autor: APA-Science/red/stem
14.06.2016

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