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Zah­lungs­un­fä­hig­keit bei Jugend­li­chen steigt durch wenig Finanzwissen

Laut aktu­el­len Daten des Finanz­mi­nis­te­ri­ums ist jede vierte zah­lungs­un­fä­hige Per­son in Öster­reich erst 30 Jahre oder jün­ger und hat im Schnitt 28.000 Euro Schul­den, etwa für Handy, Woh­nung oder Shop­ping. Jeder vierte der jun­gen Ver­schul­de­ten hatte schon vor dem 18. Lebens­jahr Geldprobleme. 

Das man­gelnde Fach­wis­sen bereits bei ein­fa­chen Finanz­the­men zeigt eine Stu­die von Bet­tina Fuhr­mann auf, Lei­te­rin des Insti­tuts für Wirt­schafts­päd­ago­gik an der WU Wien, deren Teil­be­reich Finanz­wis­sen im Auf­trag des Öster­rei­chi­schen Spar­kas­sen­ver­ban­des ent­stand. “Der Wirt­schafts­un­ter­richt hat oft zu wenig mit der Lebens­rea­li­tät der Kin­der und Jugend­li­chen zu tun”, sagt Fuhrmann.
Die Eco­no­mic-Liter­acy-Stu­die “Öko­no­mi­sche Bil­dung am Ende der Sekun­dar­stufe I (13 bis 14 Jahre)” ergab, dass nur rund die Hälfte der Schü­ler erkannte, dass etwa Giro­kon­ten einen bar­geld­lo­sen Zah­lungs­ver­kehr ermög­li­chen und die Grund­lage für Über­wei­sun­gen und Kar­ten­zah­lun­gen bil­den. Rund 43 Pro­zent nah­men fälsch­li­cher­weise an, dass ein Giro­konto nur bei regel­mä­ßi­gen Zah­lungs­ein­gän­gen eröff­net wer­den kann.
Über die Funk­tio­nen der Ban­ko­mat­karte wuss­ten jedoch über 80 Pro­zent der Schü­ler Bescheid. “Wir wol­len ver­mit­teln, wie wich­tig es ist, sich mit Geld und der eige­nen finan­zi­el­len Situa­tion aus­ein­an­der zu set­zen. Auch um spä­ter selbst­be­wuss­ter Fra­gen stel­len und die per­sön­lich rich­ti­gen finan­zi­el­len Ent­schei­dun­gen tref­fen zu kön­nen”, erklärt Spar­kas­sen-Prä­si­dent Ger­hard Fabisch. 

Finan­zi­el­les Basis­wis­sen über Schu­len und Fördereinrichtungen
In der Volks­schule wer­den bereits erste Grund­la­gen gelegt, um Wirt­schafts- und Geld­kreis­lauf zu ver­ste­hen und Spa­ren zu ler­nen. Bei den Jugend­li­chen in der Unter- und Ober­stufe liegt der Schwer­punkt auf Haus­halts­pla­nung und Schul­den­prä­ven­tion. Ein wich­ti­ger Bau­stein im Bereich Wis­sens­ver­mitt­lung ist auch das FLIP (Finan­cial Life Park) am Erste Cam­pus in Wien. Hier wird auf spie­le­ri­sche und inter­ak­tive Weise der Umgang mit Geld ver­mit­telt (eco­nomy berichtete).
Im Rah­men der Stu­die gaben zudem rund zwei Drit­tel der Schü­ler kor­rekt an, dass man bei Bank­schul­den Zin­sen an die Bank bezahlt und bei Bank­gut­ha­ben Zin­sen von der Bank erhält. Jedoch ging mehr als ein Vier­tel davon aus, dass man bei Ver­an­la­gun­gen Zin­sen zah­len muss. Die Ver­gabe von Kre­di­ten wurde als Haupt­auf­gabe der Bank gese­hen, aller­dings von 22 Pro­zent der Befrag­ten auch das “Dru­cken von Geld”.
“50 Jahre nach der Ein­füh­rung des Kom­bi­na­ti­ons­fa­ches “Geo­gra­fie und Wirt­schafts­kunde, kann man etwa über ein eige­nes Fach “Wirt­schafts- und Finanz­kunde” nach­den­ken”, resü­miert Fabisch. „Zudem könnte auch die Aus­bil­dung der Leh­rer in puncto Finanz­wis­sen unter­stützt wer­den,“ so der Sparkassen-Präsident.

Link : www.financiallifepark.at

hello world!
Autor: red/cc
15.12.2017

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