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Zu wenige Gründerinnen

Nur vier von 134 Start-Ups mit einer Finan­zie­rungs­runde in 2024 hat­ten ein rein weib­li­ches Grun­dungs­team. Zahl der Finan­zie­rungs­run­den und Volu­men das dritte Jahr in Folge rück­läu­fig, so neue Erhe­bung von Female Foun­ders, Fund F und den Bera­tern von EY.

Der „Gen­der Invest­ment Gap“ war 2024 in Öster­reich wei­ter­hin groß: Nur 35 der 313 Gründer:innen von öster­rei­chi­schen Start-Ups, die 2024 ein Invest­ment erhiel­ten, sind Frauen. Das ent­spricht einer Frau­en­quote von elf Pro­zent (278 Per­so­nen männ­lich). Öster­reich liegt damit im Mit­tel­feld des DACH-Raums – in der Schweiz liegt der Anteil der Grün­de­rin­nen bei 14 Pro­zent, in Deutsch­land leicht unter Öster­reich bei gerun­det elf Prozent.

Der dritte Rück­gang in Folge
Das sind Ergeb­nisse des Female Start-Up Fun­ding Index 2024 von Female Foun­ders, Fund F und der Prü­fungs- und Bera­tungs­ge­sell­schaft EY. Berück­sich­tigt wur­den Unter­neh­men mit Haupt­sitz in Öster­reich, deren Grün­dung höchs­tens zehn Jahre zurückliegt.„Dass wir noch einen wei­ten Weg in der Start-Up-Szene vor uns haben, um den Gen­der Invest­ment Gap zu schlie­ßen, liegt klar auf der Hand. Aber eine leichte Ver­bes­se­rung ist erkenn­bar: Die Grün­dungs­quote von Frauen ist in den letz­ten Jah­ren leicht gestie­gen und das spie­gelt sich auch in den Finan­zie­run­gen wider“, so Flo­rian Haas, Head of Start-Up bei EY Österreich.

Die Zahl der Finan­zie­rungs­run­den ging 2024 gegen­über der Rekord­zahl des Vor­jah­res um 19 Pro­zent bzw. 35 Abschlüsse zurück. In Summe waren es mit 149 Deals, ein ähn­lich hohes Niveau wie in den Jah­ren 2020 und 2022. Der Gesamt­wert die­ser Inves­ti­tio­nen sank gegen­über dem Vor­jahr um 17 Pro­zent bzw. 117 Mil­lio­nen Euro von 695 auf 578 Mil­lio­nen Euro: Das bedeu­tet den drit­ten Rück­gang gegen­über dem Vor­jahr in Folge und den nied­rigs­ten Wert seit 2020.Das höchste Finan­zie­rungs­vo­lu­men wurde mit gut 1,23 Mil­li­ar­den Euro im Jahr 2021 rea­li­siert, aller­dings wur­den sei­ner­zeit vier Abschlüsse im Wert von jeweils mehr als 100 Mil­lio­nen Euro erreicht. 

Risi­ko­ka­pi­tal und Zahl der Finan­zie­rungs­run­den rückläufig
2024 wurde kein ein­zi­ger Abschluss in die­ser Grö­ßen­ord­nung ver­zeich­net. „Was man im ver­gan­ge­nen Jahr viel­fach gespürt und aus der Start-Up-Szene gehört hat, zeigt sich jetzt in den Zah­len: Es war ein immens schwie­ri­ges Jahr für alle Start-Ups und Scale-Ups, beson­ders was das Thema Fund­rai­sing betrifft. Ich fürchte, dass wir die Kon­se­quen­zen dar­aus erst in die­sem Jahr wirk­lich sehen wer­den und frü­hes­tens 2026 hof­fent­lich eine Trend­um­kehr pas­siert“, so Lisa-Marie Fassl, Mana­ging Part­ner Fund F.

Wäh­rend Risi­ko­ka­pi­tal und Zahl der Finan­zie­rungs­run­den rück­läu­fig waren, lässt ein Blick in die Zusam­men­set­zung der Grün­dungs­teams einen klei­nen Anstieg bei der Geschlech­ter­viel­falt erken­nen: Vier der 134 öster­rei­chi­schen Start-Ups (Hel­dYn, Matr, myBios und Vienna Tex­tile Lab) mit min­des­tens einer Finan­zie­rungs­runde 2024, hat­ten ein aus­schließ­lich weib­lich besetz­tes Grün­dungs­team. Wei­tere 28 Start-Ups mit min­des­tens einer Finan­zie­rungs­runde 2024 hat­ten zumin­dest eine Frau im Grün­dungs­team. Final sind das 21 Pro­zent an gemisch­ten Teams im Jahre 2024 und ein deut­li­ches Plus von sie­ben Pro­zent im Ver­gleich zum Vorjahreszeitraum. 

Mit klei­nen Schrit­ten in Rich­tung Diversität
In der Schweiz lag der Anteil weib­li­cher Grün­de­rin­nen in den Grün­dungs­teams der Start-Ups mit min­des­tens einer Finan­zie­rungs­runde bei 14 Pro­zent. Das ist der höchste Wert, unter den ins­ge­samt gezähl­ten 921 Gründer:innen befan­den sich 131 Frauen. Wie auch in Öster­reich hatte jedes vierte Schwei­zer Grün­der­team min­des­tens eine Frau an Bord. In Deutsch­land liegt der Anteil weib­li­cher Grün­de­rin­nen mit rund 11 Pro­zent am nied­rigs­ten. Unter den ins­ge­samt gezähl­ten 1.703 Gründer:innen befin­den sich 181 Frauen; zudem haben nur 21 Pro­zent der Grün­dungs­teams min­des­tens eine Frau an Bord.

Rein weib­li­che Grün­dungs­teams blei­ben in Öster­reich wei­ter am rars­ten: Über drei Vier­tel der Foun­ding Teams in 102 Start-Ups waren 2024 rein männ­lich besetzt, 2023 waren es mit 84 Pro­zent jedoch noch deut­lich mehr rein männ­li­che Foun­ding Teams. „Die hei­mi­sche Start-Up-Szene bewegt sich mit klei­nen Schrit­ten in Rich­tung Diver­si­tät. Es ist von ent­schei­den­der Bedeu­tung, dass wir gemischte Foun­ding Teams för­dern, weil Viel­falt in der Grün­dungs­per­spek­tive Inno­va­tion und neue Lösungs­an­sätze vor­an­treibt“, ergänzt Haas von EY. 

Autor: red/czaak
21.03.2025

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