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„Zumin­dest kein Puff mehr“

Uni Beauf­trag­ter Van der Bel­len für Ent­flech­tung der Wie­ner Wissenschaftsagenden.

Der Wie­ner Uni-Beauf­tragte Alex­an­der Van der Bel­len (Grüne) spricht sich für eine Ent­flech­tung der Wis­sen­schafts­agen­den der Stadt aus. Der­zeit seien die ver­schie­dens­ten Stadt­räte und Magis­trats­ab­tei­lun­gen für Unis und For­schung zustän­dig, so Van der Bel­len laut einem Bericht von APA-Science. 

Diverse Zustän­dig­kei­ten
Neben der MA 7 von Wis­sen­schafts­stadt­rat Andreas Mailath-Pokorny sei Bil­dungs­stadt­rat Chris­tian Oxo­nit­sch für die Kon­ser­va­to­rium Wien Pri­vat­uni­ver­si­tät zustän­dig, die Fach­hoch­schu­len (FH) res­sor­tie­ren zu Finanz­stadt­rä­tin Renate Brau­ner, so Van der Bellen.
Außer­dem wür­den die diver­sen Magis­trats­ab­tei­lun­gen For­schungs­auf­träge etwa zu Stadt­pla­nung oder Was­ser­bau ver­ge­ben. Auto­nom blei­ben müsse der Wie­ner Wissenschafts‑, For­schungs- und Tech­no­lo­gie­fonds (WWTF), betont der Wie­ner Uni-Beauftragte.

Keine genauen Zah­len möglich
Des­halb seien auch die Aus­ga­ben der Stadt für For­schung höher als gemein­hin ange­nom­men, meinte Van der Bel­len. Zu den ver­an­schlag­ten knapp 100 Mio. Euro kämen näm­lich etwa die Gel­der für das Kon­ser­va­to­rium und die Stif­tungs­mit­tel des (for­mal pri­va­ten) WWTF — ins­ge­samt errei­che man so etwas mehr als 140 Mio. Euro.
“Wenn aber schon bei der Finan­zie­rung kei­ner so genau weiß, wie viel man jetzt aus­gibt, fragt man sich, ob da nicht Par­al­lel­struk­tu­ren bestehen,“ so van der Bel­len wei­ter. Jeden­falls unan­ge­tas­tet blei­ben müsse die Auto­no­mie des WWTF, der ohne poli­ti­schen Ein­fluss auf­grund der Ana­ly­sen inter­na­tio­na­ler Gut­ach­ter arbeite.

Zumin­dest kein Puff mehr
Nach wie vor beschäf­tigt Van der Bel­len die man­gelnde Sicht­bar­keit der Hoch­schu­len und For­schung in der Stadt. So ist auch der Titel sei­nes vier­ten Berichts von der deut­schen Uni-Stadt Göt­tin­gen gelie­hen : “Wien : Stadt, die Wis­sen schafft.” Dort werde man gleich bei der Ankunft am Bahn­hof mit die­ser Bot­schaft begrüßt.
“Sie kom­men an und wer­den dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Göt­tin­gen eine wich­tige Uni-Stadt ist. Dage­gen in Schwe­chat — na ja, zumin­dest kein Puff mehr.” Es müsse mög­lich sein, in Wien am Flug­ha­fen oder den gro­ßen Bahn­hö­fen eben­falls auf die Bedeu­tung von Wis­sen­schaft und For­schung hinzuweisen.

Wie­ner Linien-App für Uni-Stätten
“Seit Jahr und Tag” bemühe er sich, die Wie­ner Linien dazu zu brin­gen, die Stät­ten der Wis­sen­schaft in Wien ent­spre­chend sicht­bar zu machen, schil­derte der Uni-Beauf­tragte. Immer­hin sei es nun gelun­gen, diese zu über­re­den, mit­tels eines Logos auf ihrer App auf Uni-Stät­ten hinzuweisen.
För­der­tech­nisch plä­diert Van der Bel­len für eine Umstel­lung der Jah­res­för­de­run­gen auf ver­trag­li­che mehr­jäh­rige Unter­stüt­zun­gen — “min­des­tens für drei Jahre, bes­ser wären fünf”. Am Ende solle eva­lu­iert wer­den, ob eine wei­tere För­de­rung sinn­voll sei.

Rot-Weiss-Rot-Card
Zudem sprach sich Van der Bel­len erneut für eine Reform der Rot-Weiß-Rot-Card aus — diese müsse nach deut­schem Vor­bild in Rich­tung einer “Schwarz-Rot-Gold-Karte” gehen. Die ent­spre­chen­den Rege­lun­gen für aus­län­di­sche Wis­sen­schaf­ter seien dort wesent­lich libe­ra­ler — etwa bei der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Zeit für die Jobsuche.
Der­zeit herr­sche ein “absur­des Sys­tem”: Man ver­lange von aus­län­di­schen Stu­die­ren­den prak­tisch keine Stu­di­en­ge­büh­ren, was den Staat enorm viel Geld koste und zu einem hohen Anteil an Aus­lands­stu­den­ten führe. Das begrüße er auch sehr. Aber : “Wenn sie fer­tig sind, sagen wir : ‘Wie­der­schauen, hat uns sehr gefreut.’ Das kann ja wohl nicht der Sinn sein.”

Autor:
16.03.2015

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