
Zwei Auszeichnungen für FH St. Pölten
Beim Wissenschaftspreis von Land Niederösterreich gehen gleich zwei Prämierungen an FH St. Pölten. Djordje Slijepčević erhält Preis für Dissertation im Bereich Ganganalyse und Maschinelles Lernen und Thomas Delissen für besonders innovative Lehrmethoden.
Das Land Niederösterreich fördert mit dem alljährlich vergebenen Wissenschaftspreis herausragende Forscher*innen, die durch ihre Arbeit einen wesentlichen Beitrag zur wissenschaftlichen Eigenständigkeit des Landes leisten (economy berichtete). Mit dem Wissenschaft Zukunft Preis der Gesellschaft für Forschungsförderung Niederösterreich werden wissenschaftliche Top-Leistungen junger Akademiker*innen ausgezeichnet, die am Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere stehen.
Heuer erhielt nun Djordje Slijepčević den Preis für seine Dissertation „Human Gait Analysis : Machine Learning-Based Classification of Gait Disorders”, die er an der Technischen Universität Wien in Kooperation mit der FH St. Pölten verfasst hat. Die klinische Ganganalyse ist ein zentraler Ansatz zur Beurteilung des menschlichen Gangs und bildet die Grundlage präziser Diagnosen und effektiver Behandlungspläne.
Erkläransätze für Machine-Learning-Methoden in Zusammenarbeit mit AUVA und Orthopädie Speising
In seiner Dissertation untersucht Slijepčević Erklärbarkeitsansätze für Machine-Learning-Methoden in der klinischen Ganganalyse, um deren Entscheidungen transparent und nachvollziehbar zu machen. Alle im Rahmen der Dissertation durchgeführten Forschungsprojekte fanden an der FH St. Pölten statt, am Institute of Creative\Media/Technologies (IC\M/T) in Zusammenarbeit mit dem Center for Digital Health and Social Innovation (CDHSI). Forschungsgruppenleiter Matthias Zeppelzauer hat Slijepčević bei der Dissertation von Seiten der FH St. Pölten betreut.
Die Arbeit entstand in enger Kooperation mit dem AUVA-Rehabilitationszentrum „Weißer Hof“ in NÖ sowie dem Orthopädischen Spital Speising in Wien und beinhaltet auch die Veröffentlichung eines umfangreichen Datensatzes (Anm. GaitRec), der dann als Grundlage für die Entwicklung neuer Methoden sowie zur standardisierten Evaluierung der Leistungsfähigkeit von Machine-Learning-Ansätzen dienen kann.
Preis für innovative Lehrdesigns für Thomas Delissen
Die zweite Prämierung zeichnet besonders innovative Lehrdesigns in Lehrveranstaltungen aus und zeichnet Forscher:innen aus, die Lehrmethoden und ‑Designs federführend für die Hochschule entwickelt haben. Der Sieger Thomas Delissen kombiniert in seiner Lehrveranstaltung ein immersives Escape-Room-Szenario mit einer datengestützten Gruppenarbeit und macht datengetriebenes Storytelling kreativ erlebbar. In dieser Umgebung können die Studierenden die praxisnahe Anwendung ihrer im Studium erworbenen Kompetenzen trainieren.
Ein Bestandteil davon sind sogenannte Zombie-Rooms, wo in Teams Aufgaben im Kontext einer fiktiven Zombie-Epidemie gelöst werden, deren Verlauf sich durch ihre Entscheidungen verändert. Thomas Delissen vermittelt die Geschichte über Videoclips und eine Simulation. Anschließend erstellen die Studierenden eine Website mit passenden Datenvisualisierungen, in denen sie den Verlauf der Epidemie aus ihrer Perspektive darstellen.
Forschungskraft und Qualität mittels innovativer und praxisnaher Lehrformate
Mit innovativer und praxisnaher Lehre erhalten Studierende der FH St. Pölten ein vielfältiges Angebot, das den Anforderungen der modernen Arbeitswelt entspricht. Ein wesentlicher Baustein ist dabei studierendenzentriertes Lehren und Lernen. „Innovative Lernformate und Lehrmethoden wie jene von Thomas Delissen im Bachelor-Studiengang Data Science and Artificial Intelligence schaffen Raum für individuelle Weiterentwicklung und nachhaltiges Lernen – für eine Ausbildung auf höchstem Niveau“, so die FH St. Pölten in einer Aussendung.
„Wir gratulieren Djordje Slijepčević und Thomas Delissen herzlich zu dieser großartigen und verdienten Auszeichnung. Sie zeigt, welche Forschungskraft und Qualität in der Lehre in unserer Hochschule steckt und was mit hohem persönlichem Engagement erreichbar ist“, unterstreichen die FH-Geschäftsführer Johann Haag und Hannes Raffaseder. (red/rucz)