Zum Inhalt

Zwi­schen Theo­rie und Praxis

Visi­ten mit mobi­ler Tech­nik am Kran­ken­bett zäh­len nicht zum Spi­tal­s­all­tag. Ein Erfahrungsbericht.

Vor rund zehn Jah­ren ent­wi­ckelte der Infor­ma­ti­ker Chris­tian Hinz aus Jena einen Pro­to­typ eines mobi­len Kli­nik­com­pu­ters. Die­ser ermög­lichte den Ärz­ten, ihre Visite am Kran­ken­bett mit Lap­tops zu absol­vie­ren und so die Vital­werte der Pati­en­ten unmit­tel­bar zu erfas­sen. Vor­bei waren die Zei­ten des Ver­schwin­dens ein­zel­ner Pati­en­ten­ak­ten oder der mehr­fa­chen Daten­auf­nahme, die durch­aus auch feh­ler­hafte Über­tra­gun­gen gestat­tete. Bereits damals waren sich die Exper­ten einig, dass die zen­trale Ver­wal­tung den All­tag erleich­tere und die Zugriffs­mög­lich­keit aller – Ärzte, Pflege- und Ver­wal­tungs­per­so­nal – die Betreu­ung optimiere.
Seit­her wur­den die medi­zi­ni­schen Infor­ma­ti­ons­sys­teme gezielt wei­ter­ent­wi­ckelt. Neben Befun­den wie Rönt­gen­bil­dern und umfas­sen­den Krank­heits­vor­ge­schich­ten, die mitt­ler­weile auch sys­tem­über­schrei­tend von ande­ren Anstal­ten ange­for­dert wer­den kön­nen, wer­den sämt­li­che Ter­mine im Haus inner­halb des IT-Intra­nets koordiniert.

Aus­fälle eingeplant
Aber auch im Bereich der Pflege wer­den die ein­zel­nen Ziele und Leis­tun­gen lücken­los doku­men­tiert, wäh­rend die betriebs­wirt­schaft­li­chen Abtei­lun­gen bei der Res­sour­cen­pla­nung, bei­spiels­weise die Spi­tals­kü­che im Ein­kauf, pro­fi­tie­ren. Da soll auch ein klei­ner Virus­be­fall, der rund 3000 Rech­ner der Lan­des­kran­ken­an­stalt in Kla­gen­furt sowie der Kran­ken­häu­ser in Her­ma­gor und Wolfs­berg im Jän­ner die­ses Jah­res heim­suchte, nicht wei­ter stö­ren. Schließ­lich kann eine Pati­en­ten­ver­sor­gung ohne EDV-Unter­stüt­zung kurz­fris­tig pro­blem­los bewerk­stel­ligt werden.
Der Spi­tal­s­all­tag vor allem in Wie­ner Kran­ken­häu­sern sieht frei­lich anders aus, wie der fol­gende Fall belegt, der sich im Okto­ber 2008 ereig­nete. Obwohl wenige Tage vor dem fest­ge­setz­ten Ope­ra­ti­ons­ter­min in der Prä­ope­ra­ti­ons­am­bu­lanz sämt­li­che Befunde kopiert wur­den, steht der Pati­ent bei der mor­gend­li­chen Anmel­dung wie ein Novize da. Noch­mals wer­den die Befunde foto­ko­piert, noch­mals die Pati­en­ten­da­ten auf­ge­nom­men. Wenige Minu­ten spä­ter küm­mert sich das Pfle­ge­per­so­nal auf der Sta­tion für­sorg­lich, aller­dings erst, nach­dem die Befunde ein wei­te­res Mal – fürs Foto­ko­pie­ren – vor­ge­legt und auch das Pati­en­ten­blatt aus­ge­füllt wur­den. All jene, die hier keine Ori­gi­nale vor­wei­sen kön­nen, müs­sen mit Ver­zö­ge­run­gen rech­nen, schlimms­ten­falls wird der geplante Ope­ra­ti­ons­ter­min für die­sen Tag abge­sagt und verschoben.
Wer meint, dies wäre ein Ein­zel­fall, irrt. Auch in ande­ren Wie­ner Spi­tä­lern zäh­len Pati­en­ten­da­ten auf Papier noch zum All­tag. Und so küm­mern sich die diplo­mier­ten Pfle­ger nicht nur um die Lei­den ein­zel­ner Kran­ker, son­dern ebenso um Kugel­schrei­ber und Papier­kram. Und Ärzte am Kran­ken­bett mit Lap­top ? Kei­nen gesehen !

Autor:
26.02.2009

Weitere aktuelle Artikel

Die Che­mi­sche Indus­trie kämpft schon län­ger mit enor­men Belas­tun­gen. Nun sol­len wei­tere hin­zu­kom­men und gleich­zei­tig wer­den (nur) die­ser Bran­che Kom­pen­sa­tio­nen ver­wehrt. Eco­nomy hat das nach­fol­gende Schrei­ben von stand­ort-rele­van­ten Che­mie-Unter­neh­men an die Bun­des­re­gie­rung erreicht. Zum bes­se­ren Ver­ständ­nis des offe­nen Brie­fes an die Öster­rei­chi­sche Bun­des­re­gie­rung eine kurze Erläu­te­rung der aktu­el­len Situa­tion : Auf Grund der bevor­ste­hen­den Ver­schär­fun­gen bei […]
Die Alfred Korn­ber­ger Foun­da­tion eröff­net in Wie­ner Bäcker­strasse 9 museale Schau­räume mit Schwer­punkt auf Expres­sio­nis­mus und Akt. Museum, Art-Shop & Gale­rie haben geöff­net von Di bis Fr : 11 – 18 und Sa : 10 – 13 Uhr. Die Eröff­nungs­aus­stel­lung „Der ero­ti­sche Moment“ mit retro­spek­ti­ver Werk­schau von Akt­mo­ti­ven aus dem Bestand von Alfred Korn­ber­ger-Foun­da­tion und Fami­lie.Die Alfred Korn­ber­ger Foun­da­tion eröff­net in der Wie­ner Bäcker­strasse […]
Wie­ner Neu­stadt baut Rolle als euro­päi­sches Kom­pe­tenz­zen­trum für Sicher­heit aus. Geo­po­li­ti­sche Lage ver­deut­licht Not­wen­dig­keit einer unab­hän­gi­gen Sicher­heits­stra­te­gie. Land Nie­der­ös­ter­reich betont und unter­stützt Stand­ort mit inter­na­tio­na­ler Ausrichtung. Wie­ner Neu­stadt erwei­tert seine Bedeu­tung als euro­päi­sches Kom­pe­tenz­zen­trum für Sicher­heit. Dies pas­siert auch im Lichte neuer inter­na­tio­na­ler Ent­wick­lun­gen. Im Kon­text mit den aktu­el­len geo­po­li­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen setzt die EU einen […]
Neues Ver­fah­ren holt CO2 mit weni­ger Ener­gie aus der Luft. Anlage Aus­trian Pilot Unit 1 wird nun von Start-Ups DAClab (US) und DAC­worx (A) sowie von TU Wien weiterentwickelt.  Nicht weni­ger als ein Game­ch­an­ger für die CO2-Abschei­dung soll es Anga­ben zufolge wer­den : Der neu­ent­wi­ckelte Pro­to­typ in Größe eines Last­wa­gen­con­tai­ners holt pro Jahr 50 Ton­nen CO2 aus der […]
Nach­hal­tige Kreis­lauf­wirt­schaft und Alu­mi­ni­um­re­cy­cling über digi­tale Platt­form. Das von Leicht­me­tall­kom­pe­tenz­zen­trum Rans­ho­fen gelei­tete EU-Pro­jekt RecAL erhält ÖGUT-Aus­zeich­nung. CAN­COM Aus­tria ist Technologiepartner. Das vom LKR Leicht­me­tall­kom­pe­tenz­zen­trum Rans­ho­fen des Aus­trian Insti­tute of Tech­no­logy (AIT) gelei­tete euro­päi­sche For­schungs­pro­jekt RecAL (Recy­cling Tech­no­lo­gies For Cir­cu­lar ALu­mi­nium) wurde soeben mit dem ÖGUT-Umwelt­preis 2025 in der Kate­go­rie „Mit For­schung & Inno­va­tion zur Kreis­lauf­wirt­schaft“ aus­ge­zeich­net. „Die Öster­rei­chi­sche Gesell­schaft […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram