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25. Juni 2024

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Künstliche Intelligenz im Bereich Investor Relations

Künstliche Intelligenz im Bereich Investor Relations© pexels/lalorosas

Studiengang Digital Business Communications der FH St. Pölten beleuchtet aktuelle Relevanz von KI in der Finanzkommunikation. In Kooperation mit junicorn consulting wurden 253 börsennotierte Unternehmen im DACH-Raum befragt.

(red/czaak) Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, viele Bereiche zu revolutionieren und dazu gehört auch die Kommunikation mit den Investoren von börsennotierten Unternehmen. „Das enorme Tempo, mit der die technologische Entwicklung voranschreitet und neue Sphären durchdringt, zwingt auch IR-Verantwortliche, sich frühzeitig mit KI auseinanderzusetzen“, sagt Monika Kovarova-Simecek, Leiterin des Masterstudiengangs Digital Business Communications an der FH St. Pölten.

Die in Zusammenarbeit mit junicorn umgesetzte Studie mit 253 börsennotierten Betrieben aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beleuchtete mehrere Aspekte im entsprechenden Einsatz von KI. Inkludiert waren Themen und Fragen wie, in welchem Ausmaß und für welche Aufgaben wird derzeit KI in Investor Relationseingesetzt, welche KI-Tools werden genutzt oder nicht, welches Wissen um KI ist bei den IR-Professionals vorhanden, welche Vorteile, Herausforderungen und Risiken ergeben sich etwaig bei der Anwendung von KI, und final, was erwarten IR-Professionals bei welchen spezifischen Tätigkeiten KI zur Anwendung kommen wird.

Zwischen Skepsis und Pioniergeist
Die Ergebnisse schwanken zwischen aufgeschlossener Neugierde und Reserviertheit. 34 Prozent der befragten IR-Professionals sehen in künstlicher Intelligenz noch keine unmittelbare Relevanz für ihre Arbeit, 51 Prozent sehen die Möglichkeiten von KI-Tools und 13 Prozent planen den aktiven Einsatz. Un mit 59 Prozent schätzen mehr als die Hälfte der IR-Manager das eigene KI-Wissen selbstkritisch als stark ausbaufähig ein.
Operativ wird KI im IR-Bereich primär bei Übersetzungen von Texten, zur Textbearbeitung, Ideengenerierung und Recherche eingesetzt. Die am häufigsten genutzten KI-Tools sind Deepl (44 Prozent) und ChatGPT (22). In Summe nutzen IR-Verantwortliche aber nur ein paar wenige KI-Tools. Von den 16 abgefragten Anwendungen kommen in Investor Relations nur sechs zum Einsatz. Viele der woanders bereits gängigen KI-Tools, wie DALL-E, Midjourney oder Jasper AI, sind in den Investor Relations noch kein Thema.

Potenzial für weitere Einsatzgebiete
Gegenüber den Potenzialen der KI zeigen sich die IR-Profis aufgeschlossen. Content Creation für Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte kommen für 63 Prozent in Frage, IR-Präsentationen (63), die IR-Website (53) oder Social Media (45) sind weitere mögliche Einsatzgebiete. Auch die Vorstellung, KI für Newsletter (41) und E-Mails (34Prozent) zu nutzen, findet unter IR-Managern Anklang. Für 24 Prozent ist auch der Einsatz von KI bei Chat Bots vorstellbar.

Diese Offenheit basiert im Kontext mit erwarteten Vorteilen primär bei Zeitersparnis (85 Prozent) und Effizienzsteigerung (84 Prozent). Indem lästige Routineaufgaben wegfallen, könnten sich IR-Manager auf strategische Aufgaben konzentrieren, was nicht nur zu einer Kostenreduktion führt, sondern auch die Arbeitsqualität verbessert. Zu klären sind Fragen nach Datensicherheit und Datentransparenz, Risken beim Thema Cybersecurity, fehlendes Know-how bei Mitarbeitenden und die Einhaltung IR-spezifischer rechtlicher Anforderungen.

Strategische Planung, Schulung der Mitarbeitenden und Sicherheitsfragen
Die erfolgreiche Integration von KI in Investor Relations erfordert daher nicht nur das Nutzen der Chancen, sondern auch strategische Planung und Sicherheitsmaßnahmen. „Unsere Studie spiegelt nicht nur den aktuellen Stand der KI-Nutzung in Investor Relations wider, sondern zeichnet auch die Konturen einer Zukunft, in der KI eine Schlüsselrolle in der IR-Kommunikation und Interaktion mit Investor:innen und anderen Stakeholdern spielen könnte“, so Monika Kovarova-Simecek, Leiterin des Masterstudiengangs Digital Business Communications an der FH St. Pölten.

„Ein Zukunftsbild, das sowohl Herausforderungen als auch unermessliche Möglichkeiten birgt, und ein klares Signal sendet: Die Zeit, die KI in der IR ernst zu nehmen, ist jetzt!“, betont Kovarova-Simecek von der FH St. Pölten. Die Studie wurde im Rahmen des Webinars „KI in der IR – Game Changer oder Challenger“ präsentiert. Über die Webseite der FH können die Präsentationen sowie das Booklet mit allen Studienergebnissen, Praxisquiz, Wissensquellen und Interviews mit en Experten nachgelsen werden.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 23.04.2024