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18. November 2017

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Gutes Klima trotz Schikanen

Gutes Klima trotz Schikanen© Bilderbox.com

Jeder fünfte Jugendliche wird an Österreichs Schulen schikaniert, insgesamt fühlen sich die Jugendlichen aber an der Schule wohl.

19 Prozent der 15-Jährigen werden zumindest ein paar Mal pro Monat in der Schule gemobbt. Das zeigt eine nun veröffentlichte Sonderauswertung der PISA-Studie 2015. Das entspricht den Werten in anderen OECD-Staaten.
Bullying ist an den Schulen international weit verbreitet: Rund zwölf Prozent der 15-jährigen Österreicher gaben bei der Zusatzerhebung zu der internationalen Leistungsvergleichsstudie an, dass man sich in der Schule häufig (mindestens einige Male pro Monat) über sie lustig macht. Über acht Prozent wurden oft gemeine Gerüchte verbreitet, sechs Prozent wurden oft ausgeschlossen, fünf Prozent der Schüler wurden Dinge weggenommen oder zerstört. Vier Prozent wurden häufig geschlagen oder geschubst, hier gibt es aber große Unterschiede zwischen den Ländern.

Großteil zufrieden
Insgesamt sind Österreichs Schüler - entsprechend dem internationalen Trend - großteils mit ihrem Leben zufrieden. Auch an ihrer Schule fühlen sich die meisten Jugendlichen wohl. 86 Prozent fühlen sich ganz klar nicht als Außenseiter. In einigen Ländern wie Südkorea oder in Hongkong, die bei der PISA-Studie in Naturwissenschaften und Mathematik Spitzenergebnisse einfahren, ist die Lebenszufriedenheit der Schüler geringer. Es geht auch anders, das zeigen Staaten wie Finnland, die Niederlande und die Schweiz, wo die Schüler zufrieden sind und dennoch gute Leistungen erbringen.
Der Ehrgeiz ist im internationalen Vergleich gering: In Österreich gaben bei PISA 2015 signifikant weniger Jugendliche an, dass sie "einer der besten Schüler meiner Klasse sein" wollen (47 gegenüber 59 Prozent im OECD-Schnitt). Deutlich geringer als im OECD-Schnitt fällt auch der Anteil derer aus, die mit einem Hochschulabschluss rechnen (27 Prozent in Österreich gegenüber 44 Prozent).

Versagensängste
59 Prozent haben oft Angst vor Schwierigkeiten bei einer Prüfung, 66 Prozent vor schlechten Noten. 55 Prozent haben sogar dann Angst vor einem Test, wenn sie sich gut vorbereitet haben - ein Faktor, der wiederum mit schlechteren Ergebnissen einhergeht. An Standorten mit überdurchschnittlich vielen zufriedenen Schülern steigt wiederum auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Jugendlichen motiviert sind und bessere Leistungen erbringen. Auch eine gute Beziehung zu den Eltern wirkt sich positiv aus.

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APA-Science/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 11.05.2017