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17. Mai 2022

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Breitbandkommunikation für systemkritische Infrastruktur

Breitbandkommunikation für systemkritische Infrastruktur© Pexels.com/Graphicgumcom

Frequentis und Wien Energie starten Kooperation im Bereich sicherer Sprach- und Videoverbindungen. Interaktive Drohnensteuerung, Leitzentralentechnologie und spezielle Netzwerk-Architekturen im Fokus.

(red/czaak) Frequentis und Wien Energie haben soeben die erste Sprach- und Videoverbindung im Rahmen eines Feldversuchs zur Demonstration sicherheitskritischer Breitbandübertragung im öffentlichen Bereich erfolgreich getestet. Die Frequentis-Technologie für mission-critical services (MCX) in Verbindung mit dem virtuellen Mobilfunknetz von Wien Energie ermöglicht nun die kostengünstige Umsetzung von hochverfügbaren Push-To-Talk- und Push-To-Video-Diensten auf Basis entsprechend spezieller Netzwerke.

EU-Projekt Horizon als technologische Basis für Blaulicht-Projekte
Als technologische Basis dient dabei das Horizon 2020 EU-Projekt „BroadWay“, wo Frequentis das „BroadPort“-Konsortium mit 16 Organisationen aus sechs Ländern leitet. Das Konsortium arbeitet bereits an der Pilotierung eines sicherheitskritischen, europaweiten Breitbandkommunikationsnetzes für Polizei, Rettung, Feuerwehr und andere Blaulichtorganisationen. Das Projekt „BroadWay“ wird durch das Forschungs- und Entwicklungsprogramm Horizon 2020 der Europäischen Union finanziert.

„Mit der erfolgreichen Integration der sicherheitskritischen Anwendungen in die Wien Energie IT-Infrastruktur wurde die gemeinsame Basis für die Kooperation im Bereich von sicherheitskritischen Anwendungen im öffentlichen Bereich geschaffen“, erklärt Günter Graf, Vice President New Business Development bei Frequentis. „Diese Kooperation zielt darauf ab, Applikationen im sicherheitskritischen Umfeld auf Basis von am Markt verfügbaren innovativen Technologien zu evaluieren und für den Einsatz im sicherheitskritischen öffentlichen IT-Bereich von Wien Energie zu positionieren“, so Graf.

Frequentis
Frequentis ist ein internationaler Anbieter von Kommunikations- und Informationssystemen für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen Aufgaben. Solche „Control Center Solutions" entwickelt und vertreibt Frequentis in den Segmenten Air Traffic Management (zivile und militärische Flugsicherung, Luftverteidigung) und Public Safety & Transport (Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, Schifffahrt, Bahn). Der global führende Konzern mit rund 2.100 MitarbeiterInnen verfügt in über 50 Ländern über ein entsprechend internationales Netzwerk an Niederlassungen, Tochtergesellschaften und lokalen Repräsentanten.

+1947 gegründet, ist Frequentis eigenen Angaben zufolge mit einem Marktanteil von 30% Weltmarktführer bei Kommunikationssystemen für die Flugsicherung. Weltweit führend sind die Systeme zudem im Bereich AIM (Aeronautical Information Management), bei Message Handling Systemen (Nachrichtensysteme für die Luftfahrt) sowie bei GSM-R Systemen im Bahnbereich. Erst kürzlich intensivierten Frequentis und T-Systems die Zusammenarbeit für Flughäfen und Luftfahrtindustrie (economy berichtete). Die Aktien der Frequentis AG notieren an der Wiener und Frankfurter Börse. 2020 wurde ein Umsatz von Euro 299,4 Mio. und ein EBIT von Euro 26,8 Mio. erwirtschaftet.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 06.12.2021